Zum Jahresende – Versicherungen

Da man ja gen Jahresende nachdenklicher wird und über vieles räsoniert, sollte man auch die kleinen lästigen Dinge im Finanzbereich nicht vergessen. So könnte man überlegen, ob es wirklich bei jeder Versicherung nötig ist, monatlich oder quartalsweise abbuchen zu lassen, schließlich erheben hierauf die Versicherungsgesellschaften Zuschläge von um die 5%; und jeder weiß, wie schwierig es ist aktuell mal 5% Zins auf sein Geld zu bekommen. Weshalb also nicht auf jährliche Zahlungsweise umstellen und so wenigstens ein paar Prozent sparen?

Inzwischen haben über 14 Millionen Bundesbürger einen Riesterrenten-Vertrag. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, haben davon viele noch nicht einmal den Zulagen-Antrag gestellt und verzichten dadurch unsinnigerweise auf ihre Förderung. Gegen Jahresende sollte man seinen Riestervertrag unbedingt noch einmal die Zulagen- bzw. Steueroptimierung überprüfen (lassen).

Rentenbezieher aus einer ehemaligen betrieblichen Altersversorgung, die dann aber (z.B. nach Ausscheiden aus einem Betrieb) während der Ansparphase privat weitergeführt wurde, haben in der Vergangenheit womöglich zu Hohe Beiträge an die Krankenkasse bezahlt. Renten aus einer bAV sind nämlich sozialversicherungs- und damit krankenkassenbeitragspflichtig, Renten aus privaten Lebensversicherungen nicht. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom September hat geklärt, das auf den privat finanzierten Anteil der Rente keine Beiträge an die Krankenkasse zu zahlen sind. Die zu viel bezahlten Beiträge aus dem Jahr 2006 können wegen der Verjährungsfrist nur noch bis 31.12. dieses Jahres zurückgefordert werden. Dazu muss bei der Kasse ein Antrag gestellt werden. Vom Versicherer sollte man sich davor eine Bescheinigung ausstellen lassen, wie hoch der jeweilige betriebliche bzw. private Anteil ist.

Die größte gesetzliche Änderung hat Auswirkung auf Arbeitnehmer, die mehr als 49.500 Euro verdienen. Diese können nun bereits nach einem Jahr von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Zuvor waren es drei Jahre mit etwas höherer Verdienstgrenze. Eine intensive Beratung vor einem Wechsel in die PKV ist dringend empfohlen, wobei die Vor- und Nachteile eines Wechsels gewissenhaft abgewogen werden sollten. Gerade weil mit der Vermittlung von PKVs gutes Geld verdient werden kann, sollten sie an ihren Berater in diesem Bereich besonders hohe Ansprüche stellen und sich selbst vorher bereits informiert haben.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Alle Jahre wieder…Riester-Förderungs-Verschwendung

Alle Jahre wieder erscheinen zum Jahresende Artikel, dass die Deutschen zwar “riestern”, d.h. eine Riesterente abgeschlossen haben, die ihnen zustehenden Zulagen und Steuervorteile jedoch nur mangelhaft nutzen.

Eine Untersuchung der Universität Freiburg (“Vorsorgeatlas Deutschland”) kommt zu dem Ergebnis:

  • Nur etwa die Hälfte der Anspurchnberechtigten hat überhaupt einen Riestervertrag abgeschlossen
  • Von diesen nutzen rund 60 Prozent die Möglichkeit nicht aus, die maximale staatliche Zulage zu bekommen

Allein 2007 seien 977 Millionen Euro an Zulagen ungenutzt geblieben.

Der eigentliche Skandal ist dabei nicht, dass nicht alle bis zur vollen Höhe riestern, nicht jeder kann die entsprechende Höhe der Pärmie einfach erbringen. Dieser liegt vielmehr in der Tatsache: der größte Teil der entgangenen Förderungen ist darauf zurückzuführen, dass der Zulagenantrag gar nicht erst gestellt wurde.

Allein dadurch wird auf 665 Millionen Euro verzichtet.

Wenn das so ist, dann liegt der Fehler hier eindeutig in der Beratung bzw. bei der Vermittlung des Riestervertrages. Der Zulagenantrag sollte gleich mit dem Riestervertrag ausgefüllt und eingereicht werden. Auch gehört es zum Service, dass sie zusammen mit ihrem Vermittler die Zulagen und Steuervorteile in regelmäßigen Abständen überprüfen, inbesondere nach Geburt eines Kindes, Heirat, Gehaltserhöhung usw.

Überprüfen sie also, ob ihr Riestervertrag überhaupt noch ihrer Lebenssituation und ihrem Einkommen entspricht. Nach einem Wechsel in die Selbständigkeit ohne Sozialversicherungspflicht sollte der VErtrag unbedingt beitragsfrei gestellt werden. Ob der Zulagenantrag gleich korrekt mit eingereicht wurde, wissen oft viele gar nicht mehr. Dazu braucht es immer die Angabe der Sozialversicherungsnummer, Steuernummer und ggf. Kindergeldstelle. Sollten Sie sich daran nicht erinnern oder sollte sich heraustellen, dass sie womöglich jahrelang keine Zulagen erhalten haben, obwohl sie ihnen zustehen, dann ist es evtl. angebracht nicht nur ihren Riestervertrag zu überprüfen, sondern auch den dazugehörigen Service ihres Vermittlers.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Allgemeine Informationen zur Riester-Rente finden sie auch hier>>