Der Draghi-Crash. Die Kampfschrift von Markus Krall gegen die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

„Die gewaltsame Verzerrung des Zinses ist das Ergebnis einer Anmaßung des Wissens, abgeleitet aus der Arroganz unkontrollierter Macht, verteidigt mit dem Scheinargument der Unabhängigkeit der Notenbank.“

„Unsere geldpolitischen Institutionen haben einen Umwandlungsprozess vollzogen: weg von einer Verfasstheit der Unabhängigkeit hin zu einem Regime ohne Rechenschaftspflicht. Der Fokus auf Preisstabilität wurde ersetzt durch einen Fokus auf Umverteilung und Enteignung der Sparer.”

Selten konnte man eine so gespaltene und widersprüchliche Deutung der wirtschaftlichen Situation seiner Zeit erleben. Im Zentrum stehen dabei die wichtigsten Notenbanken (USA, Japan, Europa). Mit ihren gigantesken Anleihekaufprogrammen haben sie eine Nullzinspolitik etabliert, mit welcher sie die Wirtschaft ankurbeln möchten. Für die einen machen sie einen schwierigen und hervorragenden Job; für die anderen sind sie dagegen der Hort einer sich „Geldplanwirtschaft“, die zu einer noch größeren Finanzkrise führen wird, je länger sie an ihren Maßnahmen festhalten.

Markus Krall ist ein erfahrener Risikoexperte in der Finanzwirtschaft und gehört zu jener Strömung, die vor der EZB-Politik warnt. Er kritisiert ihre Hybris und prognostiziert eine große deflationäre Krise, die er als „Draghi-Crash“ bezeichnet. Deshalb hat er eine Philippika gegen die Europäische Zentralbank geschrieben. Hierbei handelt es sich mehr um ein Pamphlet als um ein Sachbuch. Ironie und Polemik prägen seinen Schreibstil. Auf Anmerkungen, Quellenverweise und Literaturangaben wird verzichtet. Trotzdem liefert er zumindest im 6. Kapitel eine kompakte Analyse, deren Logik man sich nur schwer entziehen kann. Um sie zu verstehen, wird man um einige finanztechnische Grundlagen nicht herumkommen. Doch genau hierin liegt der Wert des Buches! Continue reading Der Draghi-Crash. Die Kampfschrift von Markus Krall gegen die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die neue Ordnung des Geldes – Ein Buch von Thomas Mayer

978-3-89879-840-2„Das Kreditgeschäft ist riskanter als der Kapitalmarkt.“

„Nicht die Notenbank schafft das Geld, sondern die Geschäftsbanken, und zwar mit der Vergabe von Krediten, welche wiederum die Einlagen produzieren.“

„Wirksame Finanztheorien und ihre Kritiker leiden an einem verengten, überzogenen Begriff der Rationalität.“

„Als staatliches Passivgeld ohne Staat ist der Euro auf Dauer nicht lebensfähig.“

Der Vordenker am Rande

Thomas Mayer hat eine glänzende Karriere als Volkswirt hinter sich, arbeitete bis 2012 als Chefvolkswirt der Deutschen Bank und sitzt nun der neuen „Denkfabrik“ einer bedeutenden deutschen Vermögensverwaltung und Fondsgesellschaft vor. Einer breiteren Leserschaft ist er als kluger Finanzkolumnist der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bekannt.

Sein Werdegang verzeichnet den Wandel vom Mikro- zum Makroökonomen und er selbst bekennt, sich nach einer „Erkenntniskrise vom wissenschaftlichen Mainstream entfernt zu haben“. Seine Achtung vor der konventionellen Ökonomie habe er verloren, was zu einer Selbstmarginalisierung geführt habe. Seine neue Liebe gelte nun den „Österreichern“, gemeint ist die sog. Österreichische Schule der Nationalökonomie.

Vom gängigen neukeynesianischen/neoklassischen Fusionsmodell als Grundlage der Geldpolitik der Zentralbanken hält Mayer wenig. Die Thesen der rationalen Erwartungen und effizienten Finanzmärkte, die den Finanzsektor regierte, seien offensichtlich nicht mehr aufrechtzuerhalten, obgleich die meisten Ökonomen so weiter machten wie bisher. Die Finanztheorie, insbesondere die Portfoliotheorie und die Value-At-Risk Modelle seien schlichtweg gescheitert. So fordert Mayer nicht nur hier und da Verbesserungen bzw. Veränderungen, sondern einen Systemwechsel und eine Neuordnung der Geldpolitik.

Vom Passivgeld zum Aktivgeld

Im Kern vollzieht er dabei einen Perspektivenwechsel, wie Geld im Finanzsystem geschaffen wird. Die Banken nehmen nicht Einlagen entgegen und benutzen diese dann als Außengeld, um Innengeld mittels Kreditvergabe zu schaffen (wie zu Zeiten des Goldstandards und wie es die Lehrbücher immer noch behaupten). Continue reading Die neue Ordnung des Geldes — Ein Buch von Thomas Mayer

Goldstandard vs Fiatgeld – Bücher von Steve Forbes und James Rickards

Wenn sich die Wirtschaft mit einer Erweiterung der Geldbasis in Schwung halten ließe, müsste Simbabwe das reichste Land der Welt sein. (S. Forbes)

Man stelle sich die Frage, wie der Wohlstand einer Gesellschaft entsteht: durch international wettbewerbsfähige Unternehmen, mäßige Steuern, Innovationfreude, ausreichend Realzinsen und stabile Währungsverhältnisse? Oder durch manipulierte Zinskurven, Nullzinspolitik, Abwertungen, unbegrenzte Geldvermehrung durch die Notenbanken und staatliche Konjunkturprogramme? Die Antwort dürfte klar sein.

Ein Einwand könnte sein, dass sich die Alternative so nicht stelle, da letzteres allenfalls eine staatliche Ergänzung von ersterem sein könne. Aber ist das so? Aktuell wird einem diese Alternative geradezu aufgezwungen. Es ist ein Konflikt zwischen Wirtschaftsideologien, der das Potential hat, zu der Kampfarena künftiger Finanz- und Währungspolitik zu werden. Im Euroraum macht er selbst vor den Mitgliedern der EZB nicht halt und gewinnt an Schärfe.

Die Notenbanken haben seit der Finanzkrise 2008 nicht nur ihre Bilanzsumme aufgebläht, sondern auch einen ungeheuren Machtzuwachs erfahren. Je mehr sich aber ihre konjunkturellen Not- und Rettungsmaßnahmen (z.B. Quantitative Easing, Operation Twist, OMT) perpetuieren, ohne die eigentlichen strukturellen Probleme der angeschlagenen Wirtschaftsräume und ihrer Banken zu lösen, desto lauter werden die Rufer in der Wüste.

Zur Stützung maroder Geschäftsbanken und überschuldeter Staaten sind die Notenbanken im Rettungsaktionismus zu übermächtigen Institutionen geworden. Über ihre Hybris beim Gelddrucken können Menschen mit gesundem Menschenverstand nur den Kopf schütteln. Wie lange kann das wohl noch gut gehen? In den USA hat die Gegnerschaft zur Zentralbank (Fed) eine längere Tradition. Hier möchte ich zwei amerikanische Autoren vorstellen, die sich mit ihren aktuellen Büchern jeweils in diese Kritik einreihen.

Steve Forbes, Verleger, Geschäftsmann und Chefredakteur des Forbes-Magazine, ist vor allem durch seine jährlich veröffentlichte Liste der reichsten Erdbewohner berühmt. James Rickards ist Rechtsanwalt, Berater von Investmentbanken und Regierungsinstitutionen und hat bereits mit seinem Buch Currency Wars Aufsehen erregt. Der Grundtenor ihrer Bücher ist ähnlich. Continue reading Goldstandard vs Fiatgeld — Bücher von Steve Forbes und James Rickards

Währungstäuscher

Was soll man davon halten? Unabhängig davon, ob man nun den sog. Prozess der europäischen Einigung mit Begeisterung, Ignoranz oder Ablehnung bewertet, Einigkeit sollte darüber bestehen, dass er überhaupt nur funktionieren kann, wenn die beteiligten Völker und Bürger einen gewisses Grundvertrauen in seine Entwicklung haben.

Die Reizschwelle der Enttäuschung wird je nach Einstellung zur Europäischen Union unterschiedlich hoch liegen; was sich jedoch die Regierungen Deutschlands seit Einführung des Euros leisten, kann im besten Fall Resignation, im schlimmsten Fall Wut hervorrufen.

Zunächst etabliert man in zähen Verhandlung Kriterien zur Währungsstabilität – die sog. Maastricht-Kriterien, an die man sich dann selbst nicht hält. Wieso sollten sich Länder daran halten, die sie gar nicht erst wollten? Und in der Währungskrise als Folge der Banken- und Verschuldungskrise überbietet man sich, einst hochbeschworene Prinzipien über Bord zu werfen.

Im März lässt die Kanzlerin verlauten, man lehne eine Griechenlandhilfe ab; im Mai wird ein Rettungsschirm von 750 Mrd. Euro aufgespannt. Im Oktober sollten die privaten Gläubiger für Schulden zahlungsunfähiger Staaten noch an der Haftung beteiligt werden, nun wird die Befristung des Euro-Rettungsschirmes auf drei Jahre aufgehoben und verewigt.

Wir werden misstrauisch: je stärker die Ablehnung einer Euro-Anleihe aus Berlin verkündet wird, desto mehr ist es womöglich nur noch eine Frage der Zeit bis sie kommt. Damit würden unterschiedliche Bonitätsrisiken im Euroraum endgültig verwischt.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Gold als Wette gegen Dollar und Euro

Die Wirtschaftwoche berichtet in der aktuellen Ausgabe, wie milliardenschwere Hedgefonds in Gold und Goldminenaktien investieren, weil sie mit einer beschleunigten Abwertung von Euro und Dollar rechnen.
Dabei haben Fondsmanager wie John Paulson, Eric Mindich, George Soros, Eric Sprott alle eine (größere) Position gemeinsam haben:
Sie investieren u.a. in den SPDR Gold Trust (WKN A0Q27V), einen börsengehandelten Indexfonds (ETF), deren Anteil einen Anspruch auf Gold verbriefen. Bevor man Ihnen nacheifert sollte man bedenken, dass sie ihre Anlage sehr wahrscheinlich zu einem Zeitpunkt getätigt haben, als der Goldkurs noch tiefer war. Auch sollte man sich zu den Risiken beraten lassen. Es gibt Experten, die hier bereits die nächste Blase vermuten.

Der ETF-Fonds kann über meine Depotverwaltung bei der Augsburger Aktienbank bezogen werden.
Dr. Guido Kirner, Finanzplaner Weilheim i.OB