Makler vs. Strukturvertriebe?

In der aktuellen Branchenzeitschrift CASH (10/2011, S. 73) liest man die Überschrift: Makler – Vertriebsweg der Zukunft. Das müsste doch auch für den Kunden interessant sein!

So erfährt man:

„Die Deutschen Assekuranz-Gesellschaften bauen beim Vertrieb künftig stärker auf Makler. Dagegen sind Strukturvertriebe als Partner mittelfristig weniger gefragt.“

Hintergrund der Aussage ist immerhin eine Studie (Branchenkompass 2011) der Beratungsgesellschaft Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Diese haben 100 Führungskräften aus 100 der größten deutschen Versicherungen befragt. Wieso sollten also Versicherungen ausgerechnet auf Makler setzen? Im Artikel heißt es:

„Makler profitieren demnach von der Einschätzung vieler Versicherer, dass sich deren Vertriebsmodell am ehesten mit dem Trend zu einer unabhängigen, allein dem Kunden verpflichtenden Beratung verbinden lässt.“

Oha, Genau darum sollte es doch gehen in der Finanzberatung! Weiter heißt es, die pyramidal aufgebauten Strukturvertriebe (DVAG, OVB, MLP, AWD, Telis, Global-Finanz usw.) hätten in den vergangenen Jahren mit imagebedingten Absatzproblemen zu kämpfen. Nur noch jeder zweite Personenversicherer und jeder vierte Schadensversicherer strebe überhaupt noch mittelfristig eine Kooperation mit den Strukturvertrieben an. Daraus kann man schließen, mittelfristig wird es wohl für diesen Vertriebsweg auch schwieriger, überhaupt noch Qualitätsversicherer ins Boot zu holen und entsprechende Produkte anzubieten.

Vielleicht sind Strukturvertriebe ein Auslaufmodell oder eigenen sich allenfalls für den Vertrieb von Produkten, die man anders nicht mehr los wird.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner & Versicherungsmakler

PS. Jeder kann im VERMITTLERREGISTER über den rechtlichen Status seines Beraters in Versicherungsfragen im Internet informieren. Zudem muss dieser Status auch auf der sog. Erstinformation inkl. Vermittlerregisternummer ausgewiesen sein, die dem Kunden vorgelegt werden muss.

Verbraucherschutz in der Finanzdienstleistung. 10 Fragen und Antworten helfen Kunden mehr als 100 Paragrafen

Die Qualität der Finanzberatung hängt letztlich von der Qualität des Beraters ab, d.h. seiner Kompetenz, seinem Charakter und seiner Persönlichkeit, auf welche Weise er Sie beraten wird. Überall gibt es gute und schlechte Berater. Richtig ist aber auch: es hängt zudem von den Strukturen ab, wie unabhängig und kompetent er überhaupt für Sie arbeiten kann bzw. darf. Die Wahrscheinlichkeit auf einen guten Berater zu treffen wächst unter bestimmten strukturellen Voraussetzungen.

Zurecht werden deshalb im Rahmen des Verbraucherschutzes die strukturellen Voraussetzungen von fairer Finanzberatung diskutiert. In jüngster Zeit wurde das Thema auf die Gegenüberstellung von Provisionsberatung versus Honorarberatung verkürzt. Nicht selten werden dabei Besitzstände von Verbänden und Einflussgruppen verteidigt und der “Verbraucher” gerät aus dem Blickfeld. Wem es tatsächlich um den Verbraucher geht, der sollte dafür sorgen, dass er sich überhaupt ein Bild machen und selbst entscheiden kann, was für ihn das Beste ist. Alles andere sind obrigkeitsstaatliche Hanswurstiaden mit wenig Praxisrelevanz. Dabei wird noch die beste Absicht in schlechte Gesetze gegossen, deren Folge nur ist, dass der Verbraucher mit noch mehr Papier überschüttet wird, dessen Inhalt er kaum versteht und für dessen Lektüre er auch kaum ein Wochenende opfern möchte.

Dabei kann Verbraucherschutz so einfach sein!

Jeder Interessent braucht sich nur 10 Fragen von seinem Finanzdienstleister beantworten lassen. Mit ein wenig Branchenkenntnissen und gesundem Menschenverstand weiß er besser, woran er mit seinem Berater ist. Continue reading Verbraucherschutz in der Finanzdienstleistung. 10 Fragen und Antworten helfen Kunden mehr als 100 Paragrafen