Gold, Aktien und Anleihen auf lange Sicht

Aktuell gibt es angesichts der Unsicherheiten auf den Finanzmärkten ob der bankenverschuldeten Krise, der enormen Staatsverschuldung und damit einhergehenden Inflationsängste sehr widersprüchliche Diskussionen, wie man am besten sein Geld investiert. Dabei taucht immer auch immer wieder das Thema Sachwerte und Gold als sicherer Hafen für Geldanlagen auf. Die Stimmung wird partiell auch ausgenutzt, um zu überteuerten Preisen Sachwerte anzubieten.

Die Siegel-Studie (1802-1992)

Hierzu ist es interessant, einen sehr langfristig angelegten Vergleich von Jeremy J. Siegel aus seinem Buch „Stocks oft he Long Run“ (auch deutsch vergriffen) zur Kenntnis zu nehmen. Er vergleicht, was aus dem Geld geworden wäre, wenn jemand um 1802 einen US-Dollar in den amerikanischen Aktienmarkt, in amerikanische Staatsanleihen oder in Gold investiert hätte.

Das Ergebnis: Im Jahr 1992 wären aus der Goldanlage 13 USD geworden. Mit der Investition in Staatsanleihen hätte er 6.620 USD gemacht und aus seinem Investment in Aktien wären 3 Millionen USD geworden.

Vergessen wird oft, auch im 19. Jahrhundert hat es Finanzkrisen gegeben, und zwar trotz des Goldstandards der Währung. Ferner wird übersehen, dass Gold zwar in Krisenzeiten hohe Kursgewinne verzeichnet, insgesamt und auf lange Sicht ein sehr volatiles Investment darstellt. Wie schon an anderer Stelle betont, sollte es nie darum gehen, das eine gegen das andere Investment auszuspielen. Es sollte darum gehen, eine vernünftige Streuung in Depot zu bringen, um das Risiko auf unterschiedliche Anlagen aufzuteilen.

Was wäre aus dem Geld in den letzten 30 Jahren geworden?

Nun ist der Betrachtungszeitraum dieser Studie kaum praxisrelevant. Nehmen wir also einen für Privatanleger realistischeren Zeitraum für langfristige Geldanlagen z.B. für die Altersvorsorge. Ohne behaupten zu wollen, dass man problemlos von der Vergangenheit auf die Zukunft extrapolieren kann und die Welt der Finanzen die gleiche geblieben wäre, ist es dennoch interessant zu sehen, was aus einer Geldanlage in den letzten 30 Jahren geworden wäre. Was hätte derjenige auf dem Konto, der am 01.01.1980 einen Betrag i.H.v. 10.000 Euro als Einmalanlage bis zum 31.12.2009 investiert hätte.

Für den Inflationsausgleich (Wertverlust aufgrund der Teuerungsrate) hätten wir allein 2,30%  zum Kapitalerhalt benötigt. Dann wären daraus 19.773 € geworden. Mit dem Sparbuch wäre das nicht gelungen (18.949 €, 2,15 %). Mit dem Preis für Gold hätte man es ebenfalls nicht geschafft (19.179 €, 2,19 %). Ein Immobilienfonds Europa hätte es immerhin auf 5,88 % und damit auf eine Summe von 55.552 € gebracht. Deutsche Rentenpapiere (REX) hätten 6,86 % mit einer Endsumme von 119.677 € erzielt. Mit einer Anlage in weltweite Aktien (MSCI World) hätte man trotz all der Schwankungen eine Summe von 154.081 € auf dem Konto stehen (9,54%); mit einem Investment in europäische Aktien (MSCI Europe) sogar 212.494 €, was einer Wertentwicklung von 10,72 % entspricht.

Sicher können wir festhalten: gut wenn man überhaupt gespart und noch besser, wenn man zudem so lange durchgehaltenhätte. Das ist wichtiger als irgendwelchen Trends hinterherzujagen oder sich als Daytrader aufzuspielen. Denn ein Börsenspruch bewahrheitet sich auch immer wieder (und macht nur den Broker, die Bank oder Finanzberater reicher): “Hin und her macht Taschen leer.”

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
Sie möchten ihr Geld langfristig sinnvoll anlegen?