Einheitsrente für die Briten

Nach Überlegungen zur Aufhebung der Altesgrenze plant die britische Regierung eine Einheitsrente. Sie schlägt einen einheitlichen Rentensatz von 140 Pfund (644 Euro) im Monat vor. Er soll 2016 erstmals angewendet und an die Entwicklung der britischen Durchschnittslöhne angepasst werden.

Geltung hat er allerdings nicht für die jetzigen Rentner, sondern nur für die Berufstätigen, die in den nächsten Jahren pensioniert werden. Auch bekommt die neue Einheitsrente nur, wer zuvor 30 Jahre lang in die Sozialversicherung eingezahlt hat. Ein Anspruch entsteht erst nach dem siebten Jahr der Einzahlung.

Damit würde die doppelstöckige Rente mit einem vermögensabhängigen Zuschlag abgeschafft.  Bisher erhielten britische Rentner eine kleine Staatsrente von umgerechnet knapp 400 Euro pro Monat. Einkommensabhängig konnte die Rente auf bis zu 600 Euro aufgestockt werden.

Ein Hauptmotiv für die Änderung ist, dass Berufstätige nicht privat für das Alter sparten, weil sie damit rechnen mussten, dass Ihnen der vermögensabhängige Zuschlag dann nicht ausbezahlt wird. Die britische Regierung, die sich aufgrund der Verschuldungs- und Finanzkrise auch auf anderen Gebieten zu radikalen Reformen gezwungen sieht, möchte nun das Gegenteil erreichen.

Möglicherweise kann man daran erkennen, wohin die Reise in der Altersvorsorge in Europa geht. Deutschland hat mit Einführung der in der Ansparphase staatlich und steuerlich geförderten Riesterrente (Zulagenrente), Rüruprente (Basisrente) sowie betrieblichen Altersversorgung (bAV) Anreize für private Altersvorsorge geschaffen. Nicht wenige vermuten, dass schon aus Gründen der Finanzierbarkeit die Gesetzliche Rente ebenfalls auf eine Art Basisabsicherung auf niedrigem Niveau hinauslaufen wird. Die Ära, wo manche von der staatlichen Rente gut leben konnten, geht ihrem Ende entgegen (außer vielleicht für die üppigen Beamtenpensionen, die dafür noch nicht einmal Sozialabgaben entrichten mussten).

Wer anderes verkündet, lebt in einer Welt politisch naiver Wünschbarkeiten, ohne sich die Frage der Ausfinanzierung von künftigen Renten zu stellen, zumal die deutschen Sozialversicherungssysteme schon heute trotz hoher Sozialabgaben zusätzlich durch Steuermittel finanziert werden müssen. Wer die Notwendigkeit der privaten Altersversorgung kleinredet oder gar verpönt und die staatlichen Systeme immer noch für das Maß aller Dinge hält, der lebt in einer Welt von gestern. Das darf er. Nur seriöse Finanz- und Sozialpolitiker dürfen sich diese Nostalgiker nicht nennen.

Dr. Guido Kirner, Finanzberater und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Die drei Hürden der Altersvorsorge

Das Thema Altersvorsorge wirkt auf die meisten in etwa so spannend wie das Wörtchen Kopfkissenbezug. Der Nutzen und die Notwendigkeit ist geläufig, doch auch hier herrscht oft die Einstellung, was du heute nicht willst besorgen, dass verschiebe auf morgen. Dabei ist es schon finanzmathematisch erwiesen: Wer früher anfängt erreicht mit niedrigen Beiträgen mehr als jemand der spät anfängt mit hohen Beiträgen (Zinseszinseffekt). Die erste Hürde besteht also darin, sich mit dem Thema überhaupt auseinandersetzen zu wollen.

Wer sich einmal dazu entschlossen hat seine Rente aufzubessern, der steht vor neuen Hürden: Wie soll ich sparen? Seit Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes 2005 ist die Altersvorsorge in drei Schichten unterteilt und in jeder Schicht greifen andere Regeln:

–        Unterschiedliche steuerliche Absetzbarkeit und Förderung beim Ansparen

–        Unterschiedliche Besteuerung bei Rentenbezug

–        Unterschiede im anspruchsberechtigen Personenkreis

–        Unterschiede in der Verfügungsberechtigung und in den Auszahlungsweisen

In der 1. Schicht findet sich die sog. Basis-Rente bzw. Rüruprente gemeinsam mit der Gesetzlichen Rentenversicherung und den Versorgungswerken für Freiberufler. Diese Schicht dient der Ansparung einer Grundversorgung für das Rentenalter. Die Basis- bzw Rüruprente versteht sich als eine Parallelkonstruktion zur Gesetzlichen Rentenversicherung für Selbständige, die ihre Altersvorsorge steuerlich gefördert selbst mit eigenem Kapital aufbauen sollen.

In der zweiten Schicht ist die sog. Riester-Rente bzw. Zulagen-Rente geregelt sowie die betriebliche Altersversorgung (bAV). Hier winken Zulagen und/oder Steuervorteile in der Ansparphase, jedoch nur für Angestellte bzw. Personen, die Sozialversicherungsbeiträge abführen. Diese Schicht dient der Absicherung einer Zusatzversorgung, die steuerlich bzw. über Zulagen stark gefördert wird.

Beiden Schichten ist die staatliche Förderung über die steuerliche Absetzbarkeit und/oder über Zulagen in der Ansparphase gemeinsam. Im Gegenzug hat der Gesetzgeber einige Nachteile verfügt, insbesondere die nachgelagerte Besteuerung für die ausgezahlten Renten. Je weniger Rente ich im Alter zu erwarten habe und je mehr Steuern ich in Ausübung meines Berufs zu zahlen habe, desto lukrativer ist die Inanspruchnahme der staatlichen Förderung in der Ansparphasn, ganz abgesehen von den Zulagen für Kinder bei der Riesterrente.

Auch ist das Kapital erst nach Vollendung des 60. Lebensjahrs beziehbar: die Basis-Rente wie die gesetzliche nur als monatliche Auszahlung, bei der Riesterrente können bis zu 30% als Einmalbetrag ausbezahlt werden, bei der betrieblichen Altersversorgung habe ich kurz vor Auszahlung die Wahl, ob ich das Geld als Rentenzahlung oder als Einmalbetrag erhalten möchte.

In der dritten, der sog. „privaten“ Schicht, erhalte ich keine Steuervorteile und Zulagen, dafür ist die Besteuerung im Alter von Vorteil, sei es durch die Ertragsanteilsbesteuerung bei Rentenzahlungen oder das Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalauszahlung.

Nun ist die Verwirrung groß und es ist kein Wunder das immer noch Gerüchte, Meinungen und Vorurteile gegen staatlich geförderte Altersversorgung ihre Runde machen. Die Frage ist hier, ob ich mich genau informieren und professionell beraten lassen möchte, mir einfach etwas aufschwatzen lasse oder mich Abschotte nach dem Motto, lass mich mit diesem Thema in Ruhe.

Denn zuletzt folgt noch eine dritte Hürde: Wenn ich mich für einen Weg der zusätzlichen Altersversorgung entschieden habe, stellt sich noch die Frage, mit welcher Art Finanzprodukt ich dies tun möchte: in einem Bankprodukt oder einem Versicherungsprodukt? In einem mit mehr oder mit weniger Risiko? In einem Zinsprodukt oder mit einer Kapitalanlage? Bei einem eher bekannten Unternehmen oder einem Exoten? Welches Produkt macht mir das Versprechen, das zu mir passt?

Über diese drei Hürden sollten sie seriös beraten lassen, sie sollten sich genau über die Vor- und Nachteile der drei Schichten der Altersversorgung sowie über jene der entsprechenden Finanzprodukte und Möglichkeiten informieren (vorausgesetzt ihr Vermittler hat überhaupt eine Auswahl) und sie sollten darauf achten, dass ihr Berater dabei genau auf ihre Situation und Zukunftspläne eingeht.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner Weilheim i.OB

Weitere Informationen (auch kleine Lehrfilme) finden sich auch auf meiner Webseite:
betriebliche ALtersversorgung>>
Riesterrente (Zulagenrente)>>
Rüruprente (Basisrente)>>

Zum Jahresende – Versicherungen

Da man ja gen Jahresende nachdenklicher wird und über vieles räsoniert, sollte man auch die kleinen lästigen Dinge im Finanzbereich nicht vergessen. So könnte man überlegen, ob es wirklich bei jeder Versicherung nötig ist, monatlich oder quartalsweise abbuchen zu lassen, schließlich erheben hierauf die Versicherungsgesellschaften Zuschläge von um die 5%; und jeder weiß, wie schwierig es ist aktuell mal 5% Zins auf sein Geld zu bekommen. Weshalb also nicht auf jährliche Zahlungsweise umstellen und so wenigstens ein paar Prozent sparen?

Inzwischen haben über 14 Millionen Bundesbürger einen Riesterrenten-Vertrag. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, haben davon viele noch nicht einmal den Zulagen-Antrag gestellt und verzichten dadurch unsinnigerweise auf ihre Förderung. Gegen Jahresende sollte man seinen Riestervertrag unbedingt noch einmal die Zulagen- bzw. Steueroptimierung überprüfen (lassen).

Rentenbezieher aus einer ehemaligen betrieblichen Altersversorgung, die dann aber (z.B. nach Ausscheiden aus einem Betrieb) während der Ansparphase privat weitergeführt wurde, haben in der Vergangenheit womöglich zu Hohe Beiträge an die Krankenkasse bezahlt. Renten aus einer bAV sind nämlich sozialversicherungs- und damit krankenkassenbeitragspflichtig, Renten aus privaten Lebensversicherungen nicht. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom September hat geklärt, das auf den privat finanzierten Anteil der Rente keine Beiträge an die Krankenkasse zu zahlen sind. Die zu viel bezahlten Beiträge aus dem Jahr 2006 können wegen der Verjährungsfrist nur noch bis 31.12. dieses Jahres zurückgefordert werden. Dazu muss bei der Kasse ein Antrag gestellt werden. Vom Versicherer sollte man sich davor eine Bescheinigung ausstellen lassen, wie hoch der jeweilige betriebliche bzw. private Anteil ist.

Die größte gesetzliche Änderung hat Auswirkung auf Arbeitnehmer, die mehr als 49.500 Euro verdienen. Diese können nun bereits nach einem Jahr von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Zuvor waren es drei Jahre mit etwas höherer Verdienstgrenze. Eine intensive Beratung vor einem Wechsel in die PKV ist dringend empfohlen, wobei die Vor- und Nachteile eines Wechsels gewissenhaft abgewogen werden sollten. Gerade weil mit der Vermittlung von PKVs gutes Geld verdient werden kann, sollten sie an ihren Berater in diesem Bereich besonders hohe Ansprüche stellen und sich selbst vorher bereits informiert haben.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Alle Jahre wieder…Riester-Förderungs-Verschwendung

Alle Jahre wieder erscheinen zum Jahresende Artikel, dass die Deutschen zwar “riestern”, d.h. eine Riesterente abgeschlossen haben, die ihnen zustehenden Zulagen und Steuervorteile jedoch nur mangelhaft nutzen.

Eine Untersuchung der Universität Freiburg (“Vorsorgeatlas Deutschland”) kommt zu dem Ergebnis:

  • Nur etwa die Hälfte der Anspurchnberechtigten hat überhaupt einen Riestervertrag abgeschlossen
  • Von diesen nutzen rund 60 Prozent die Möglichkeit nicht aus, die maximale staatliche Zulage zu bekommen

Allein 2007 seien 977 Millionen Euro an Zulagen ungenutzt geblieben.

Der eigentliche Skandal ist dabei nicht, dass nicht alle bis zur vollen Höhe riestern, nicht jeder kann die entsprechende Höhe der Pärmie einfach erbringen. Dieser liegt vielmehr in der Tatsache: der größte Teil der entgangenen Förderungen ist darauf zurückzuführen, dass der Zulagenantrag gar nicht erst gestellt wurde.

Allein dadurch wird auf 665 Millionen Euro verzichtet.

Wenn das so ist, dann liegt der Fehler hier eindeutig in der Beratung bzw. bei der Vermittlung des Riestervertrages. Der Zulagenantrag sollte gleich mit dem Riestervertrag ausgefüllt und eingereicht werden. Auch gehört es zum Service, dass sie zusammen mit ihrem Vermittler die Zulagen und Steuervorteile in regelmäßigen Abständen überprüfen, inbesondere nach Geburt eines Kindes, Heirat, Gehaltserhöhung usw.

Überprüfen sie also, ob ihr Riestervertrag überhaupt noch ihrer Lebenssituation und ihrem Einkommen entspricht. Nach einem Wechsel in die Selbständigkeit ohne Sozialversicherungspflicht sollte der VErtrag unbedingt beitragsfrei gestellt werden. Ob der Zulagenantrag gleich korrekt mit eingereicht wurde, wissen oft viele gar nicht mehr. Dazu braucht es immer die Angabe der Sozialversicherungsnummer, Steuernummer und ggf. Kindergeldstelle. Sollten Sie sich daran nicht erinnern oder sollte sich heraustellen, dass sie womöglich jahrelang keine Zulagen erhalten haben, obwohl sie ihnen zustehen, dann ist es evtl. angebracht nicht nur ihren Riestervertrag zu überprüfen, sondern auch den dazugehörigen Service ihres Vermittlers.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Allgemeine Informationen zur Riester-Rente finden sie auch hier>>

Die Riester-Rente bzw. Zulagenrente (Altersvorsorge)

Die Riester-Rente (auch Zulagenrente genannt) ist wahrlich kein Geheimtipp. Über 12 Millionen Bundesbürger sparen inzwischen in ein zertifiziertes Riesterprodukt – etwa 9 Millionen in Form einer Lebensversicherung – und das trotz aller anfänglichen Kritik bei ihrer Einführung im Jahr 2001 (auch von Zeitschriften wie Finanztest). Ein Grund dafür war sicherlich auch der erhöhte bürokratische Aufwand beim Dauerzulagenantrages, der aber mit Verbesserungen 2005 erheblich reduziert worden ist. Der Erfolg der Riesterrente kann als eine Art Abstimmung über die Notwendigkeit gesehen werden, die gesetzliche Rente um einen kapitalgedeckten Baustein zu ergänzen.

Konkret funktioniert die Riesterrente einfach so: Spare etwas von deinem Nettogehalt für die Altersvorsorge in einen Riestervertrag – zumeist eine Lebensversicherung, aber auch Banksparpläne oder Bausparverträge sind möglich – und der Staat wird diesen Sparvorgang unter bestimmten Auflagen mit einer Zulage bezuschussen. Darüber hinaus sind während der Ansparphase auch Steuervorteile möglich.

Für wen lohnt sich die Riesterrente?

Die Förderquote der Riesterrente hängt von mehreren Faktoren ab: vom eigenen Einkommen, dem Familienstand, der Anzahl der zu erziehenden Kindern und selbstverständlich welcher Betrag in einen Riestervertrag gespart wird. Die hohen Förderquoten (25-80 %) werden durch eine Kombination von Zulagen und Steuervorteilen erzielt. Geringverdiener mit mehreren Kindern profitieren eher von den Zulagen, Personen mit höheren Einkommen profitieren dagegen eher von den Steuervorteilen. Gerade für Bezieher höherer Einkommen ist die Riesterförderung eine Alternative, lassen sich die Beiträge in der Ansparphase im Rahmen der gesetzlichen Höchstgrenze vollständig als Sonderausgaben absetzen.

Wer darf riestern?

Die Riesterförderung ist an die Sozialversicherung gekoppelt. Grundsätzlich ist jeder, der Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abführt, auch riesterberechtigt. Dazu gehören neben allen Pflichtversicherten auch Auszubildende, pflichtversicherte Selbständige (Handwerker) Wehr- und Zivildienstleistende, Bezieher von Lohnersatzleistungen, Versicherte in der Kindererziehungszeit (3 Jahre), Versicherte in der landwirtschaftlichen Alterskasse (LAK), geringfügig Beschäftigte, die auf die Sozialversicherungsfreiheit verzichtet haben, Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst mit beamtenähnlicher Besoldung (VBL), aber auch Beamte Richter und Soldaten.
Nicht gefördert werden Selbständige ohne sozialversicherungspflicht oder freiwillig Versicherte, Pflichtversicherte in den berufsständischen Versorgungswerken (Ärzte, Rechtsanwälte etc.), Studenten, die während des Studiums erforderliche Praktika ableisten und regelmäßig unter 400 € verdienen und Empfänger von Berufs- bzw. Erwerbsminderungsrenten (es sei denn sie gehen gleichzeitig einer versicherungspflichtigen Arbeit nach).

Welche Zulagen bekomme ich?

Seit dem Jahr 2008 erhält jeder Erwachsene eine Grundzulage von 154 € im Jahr, Kinder bekommen eine Zulage von 185 €. Für ab 2008 geborene Kinder beträgt die Zulage 300 €. Förderberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben erhalten eine erhöhte Grundzulage von 200 €. Die Zulagen werden dem Riestervertrag gutgeschrieben.

Voraussetzung für den Erhalt der vollen Zulage ist, dass 4% der rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des vorangegangenen Kalenderjahres abzüglich der Zulagen (mindestens jedoch den Sockelbeitrag von 60 € im Jahr) als Eigenbeitrag in einen Riestervertrag gespart werden (§10a EStG). Die Sparhöchstleistung (Eigenleistung und Zulage) liegt bei 2.100 Euro Bei geringerem Eigenbeitrag wird die Zulage entsprechend gekürzt. So kann z.B. ein Ehepaar mit zwei Kindern pro Jahr eine Zulage von bis zu 908 € bekommen.

Ehepaare werden besonders gefördert. So kann selbst der Ehepartner, der nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, mittelbar über seinen Ehepartner einen eigenen Riestervertrag abschließen. Er zahlt den Sockelbeitrag von 60 € im Jahr ein und erhält eine Zulage von 154 € geschenkt. Darüber hinaus ist es möglich auch die Kinderzulagen in diesen Vertrag zu sparen, sofern es sich um die kindergeldberechtigte Person handelt.

Steuerliche Behandlung?

Die Summe aus Eigenbeitrag und Zulagen darf als Sonderausgabenabzug geltend gemacht werden. Bei der Einkommenssteuererklärung prüft das Finanzamt automatisch, ob eine zusätzliche jährliche Steuerersparnis vorliegt. Ist das der Fall, wird diese im Zuge der Einkommenssteuererklärung überwiesen. So kann z.B. ein Alleinstehender mit 40.000 € Jahresbruttogehalt neben der Grundzulage noch eine Steuerersparnis von 402 € im Jahr erzielen.

Im Alter, also während der Rentenbezugsphase, werden die Riesterrenten gem. § 22 Nr. 5 EStG nachgelagert mit ihrem dann gültigen persönlichen Steuersatz besteuert. Der Steuervorteil resultiert also insbesondere für den Fall, dass jemand während der Berufsausübung hohe Steuerleistungen erbringen muss, seine Einnahmen als Rentner aber eher gering ansetzt und sich die nachgelagerte Besteuerung kaum auswirkt.

Weitere Kriterien für Riesterverträge

Der Gesetzgeber hat nach dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) weitere Bedingungen an eine Riesterrente geknüpft. Nur die Wichtigsten seien hier genannt: Grundsätzlich kann die Riesterrente erst ab Vollendung des 60. Lebensjahres und nur in Form einer lebenslangen Rente bezogen werden. Eine Teilkapitalisierung bis zu 30 % des zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehenden Kapitals ist allerdings möglich.

Fazit:

Die Riesterrente kann auf die Zulage (Geringverdiener, kinderreiche Familien) oder auf den steuerlichen Sonderausgabenabzug (Singles mit höheren Einkommen) hin optimiert werden. Ihre genaue Förderquote lässt sich nur im Rahmen einer genauen Berechnung unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände feststellen. Sie sollten dazu ihren Berater konsultieren und mit ihm die Vor- und Nachteile abwägen. Ferner sollten sie ihren Berater konsultieren, wenn sich ihr Einkommen oder ihre Lebensumstände verändern (Geburt, Heirat usw.). Ihr Riestervertrag sollte entsprechend optimiert und in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Immer wieder liest man, dass Milliarden an Fördergeldern pro Jahr im Rahmen der Riesterverträge gar nicht abgerufen werden, sei es, dass die Kunden schlecht beraten wurden oder einen schlechten Service erhalten Das sollte Ihnen nicht passieren.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
Sie interessieren sich für die Riesterrente?