Altersarmut in Bayern

Wie auch immer die politische Meinung zum Thema Gesetzliche Rentenversicherung im Verhältnis zur Privaten Vorsorge sein mag, Tatsache ist, die Gesetzliche Rente reicht schon jetzt nicht mehr für jeden vierten bis fünften Rentner, und das auch in wohlhabenden Bundesländern.

In Bayern sind laut VdK 435.000 Menschen von der Altersarmut betroffen, d.h. sie leben im Alter(über 65)  unterhalb der Armutsschwelle. Diese liegt gemäß bayerischem Sozialbericht bei 859 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt. Wieso die Schwelle genau bei dieser Zahl festgelegt wird, ist mir schleierhaft, auch könnte eingewandt werden, dass es sich hierbei um eine recht komfortable Armutsdefinition handelt. Zu bedenken ist, nach Abzug von Miete, Nebenkosten und Lebenshaltung bleibt wenig bis nichts.

Die Durchschnittsrente für Männer liegt in Bayern bei 853 Euro; bei Frauen ist die Situation weit schlimmer: die Rente liegt hier im Schnitt bei nur 506 Euro, also ganze 300 Euro unter der Armutsschwelle. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Zahlen verdeutlichen, die Renten sinken und die Zahl der armutsgefährdeten Rentner nimmt zu.

Sinkende Re3aleinkommen, das steigende Risiko für Pflegebedürftigkeit, geringer Schutz bei Erwerbsminderung oder gar keiner bei Berufsunfähigkeit, steigende Gebühren und Kosten im Gesundheitswesen usw. verweisen auf keine rosige Zukunft. Wer aber nach dem Staat ruft, der wird wohl auf immer taubere Ohren stoßen. Der Sozialstaat ist an seine Grenzen gelangt, hat – wie die Schuldenproblematik zeigt – auf Kosten der Zukunft gelebt und immer weniger (eigentlich gar nichts mehr) zu verteilen. Die Zeiten werden härter.

Dr. Guido Kirner, Private Finanzplanung & Versicherungsmakler (Polling)