Empfehlungen von Vermögensverwaltern: Anlagemix für 2011

Des Öfteren habe ich die Finanzkrise beschrieben du kommentiert. Doch wie soll man als Privatanleger darauf reagieren? Die FAZ hat 10 renommierte Vermögensverwalter* befragt, wie sie ihre Portfolios im Jahr 2011 ausrichten. Die Vorschläge unterscheiden sich einmal für einen 30jährigen, sodann für einen 60järigen Anleger.

Im Folgenden bilde ich den Durchschnitt der 10 Vermögensverwalter* und gebe in Klammern die Bandbreite zwischen niedrigstem und höchstem Wert der Anteilsquote an. Keine Angaben werden mit 0 % gewertet. Die Angaben können je nach Einschätzung der Zukunft stark abweichen. Dessen ungeachtet scheinen mir die Durschnittwerte zumindest für die Feststellung von Trends in der Anlageberatung ganz nützlich.

Der Anlagemix 30jährige

52,5 %             Aktien (15, 90)

17,5 %             Anleihen kurzer Laufzeit (10, 60, 2 ohne Angabe!)

4,5 %              Anleihen langer Laufzeit (5, 30, 7 ohne Angabe!)

12,5 %             Rohstoffe (5, 40, 2 decken Rohstoffe als Aktien ab)

6 %                  Immobilien (10, 20, 6 ohne Angabe!)

7 %                  Kasse (0-15, 1 ohne Angabe)

Der Anlagemix 60jährige

40,5 %            Aktien (15, 80)

26,5 %            Anleihen kurzer Laufzeit (10, 60, 1 ohne Angabe)

5 %                  Anleihen langer Laufzeit (5, 35, 7 ohne Angabe!)

12 %                Rohstoffe (5, 20, 2 decken Rohstoffe als Aktien ab)

6,5 %               Immobilien (15, 25, 6 ohne Angabe!)

9,5 %               Kasse (0-15, 1 ohne Angabe)

MEIN FAZIT

Interessant ist zunächst, die Werte der Anlageempfehlungen für die unterschiedlichen Altersgruppen liegen überraschend eng beieinander. Zumeist wird empfohlen, das Risiko mit steigendem Alter zu senken, weil dann Lebenszeit fehlt, mögliche Verluste wieder auszugleichen. Der Grund für die hohe Aktienquote im Alter liegt womöglich einfach in der geringen Attraktivität risikoarmer Anlagen (Zinstief bei Inflationsangst) bzw. die einst als risikoarm eingeschätzten Anlagen wie (langlaufende) Staatsanleihen werden angesichts der Staatsschuldenkrise nicht mehr als solche eingestuft. Demgegenüber steht eindeutig der Trend zu Sachwerten: Aktien , Immobilien, Rohstoffe. Wie bereits betont, sollen hier nur Trends dargestellt werden. Eine Anlageberatung hat immer im persönlichen Gespräch vor dem Hintergrund der individuellen Lebenssituation und den Zielen und Wünschen des Anlegers zu erfolgen.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner Weilheim i.OB

*Bei den Vermögensberatern handelt es sich um: Artus Direct (Frankfurt), Fiduka (München), Fossbach & von Storch (Köln), Hansen & Heinrich (Berlin), Johannes Führ (Frankfurt), PAM Hamburg, Partners (München), PSM (München), Dr. Seibold (Gmund), Dr. Thilenius (Stuttgart)