Private Krankenversicherung und Familienversicherung

Deutschland ist nicht berühmt für einfache Regelungen. Das betrifft nicht nur das Steuerrecht, sondern auch die Sozialversicherung. Eine oft gestellte und wichtige Frage ist , welche Auswirkungen der Abschluss einer Privaten Krankenversicherung (PKV)  für die Familie mit sich bringen kann. Angenommen Sich möchten sich gerne privat krankenversichern, planen aber später einmal eine Familie oder sie haben bereits Kinder.

Die Rechtslage ist so: Beziehen beide Eheleute ein eigenes Einkommen und einer der Ehepartner ist privat krankenversichert, dann haben die Kinder keinen Anspruch auf eine beitragsfreie Familienversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), wenn ein Elternteil ein durchschnittliches Monatseinkommen von mehr als 4.162,50 Euro hat ( Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) 2010 liegt bei 49.950 Euro) und zudem regelmäßig höhere Einkünfte erzielt als der gesetzlich Versicherte.

Angenommen ein Ehemann verdient 4.300 Euro und die Ehefrau 2.000 Euro. Der Mann ist privat versichert, die Frau gesetzlich. Dann sind die Kinder sowohl in der GKV als auch in der PKV beitragspflichtig. Sie haben dann nämlich keinen Anspruch auf beitragsfreie Familienversicherung in der GKV. Je nach versicherten Leistungen können sich Kinder ab einem Beitrag von mtl. 80 Euro in der PKV mitversichern. (Klagen zu dieser Ungleichbehandlung sind anhängig).

Anspruch auf beitragsfreie Mitversicherung in der GKV hätten die Kinder erst wieder wenn der privat versicherte Elternteil unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fällt oder die Einkünfte des gesetzlich Versicherten höher sind als die des privat Versicherten.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Sie haben Fragen zur Privaten Krankenversicherung?

Fragen vor Abschluss einer Privaten Krankenversicherung (PKV)

Sie möchten Privatpatient werden?

Sie sind mit den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr zufrieden und sehen auch keine gute Zukunft für dieses System, welches seine Leistungen in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt hat und auch weitere Kürzungen vornehmen muss. Möglicherweise zahlen Sie bei ihrem Einkommen den Höchstbeitrag der GKV. Deshalb möchten Sie weniger Geld für eine bessere Versorgung ausgeben. Vielleicht sind Sie aber auch selbständiger Unternehmer, der selbst bestimmen möchte, welche Gesundheitsversorgung er sich wert ist.

Doch ACHTUNG, für einen Wechsel von der GKV in die PKV gibt es vieles zu bedenken:

– Wer darf sich überhaupt privat krankenversichern?
– Wenn ich einmal in der PKV bin, kann ich dann wieder in die Gesetzliche zurück?
– Was ist bei Gesundheitsfragen zu beachten?
– Was hat es mit den Altersrückstellungen auf sich?
– Müssen sich mein Ehepartner und meine Kinder auch privat versichern?
– Wie entwickeln sich die Beiträge im Alter?
– Wie wichtig ist die Beitragsstabilität?
– Woran erkenne ich gute und schlechte Krankenversicherungen?
– Sind mir bestimmte Gesundheitsbereiche besonders wichtig (z.B. Heilpraktiker, Naturheilkunde)
– Lege ich auf bestimmte Leistungen besonderen wert? (Leistungskataloge)
– Wie finde ich mich überhaupt zurecht im Tarif-Labyrinth?

Lassen Sie uns diese Fragen in Ruhe besprechen, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Meine Beratung verschafft Ihnen Klarheit über die jeweiligen Vor- und Nachteile der Gesetzlichen bzw. Privaten Krankenversicherung. Vielleicht möchten Sie auch in der Gesetzlichen bleiben und suchen nur nach einer privaten Zusatzversicherung (stationär, ambulant und Zahnzusatzversicherung).

Ein umfassendes Beratungsgespräch mit samt einem aktuellen Vergleich und Auswertung unterschiedlicher Tarife von den wichtigsten Krankenversicherungen ist für eine seriöse Beratung unerlässlich. Es ist schließlich Ihre Gesundheit; und wichtig ist, dass Sie auch noch in vielen Jahren mit ihrer Krankenversicherung zufrieden sind.
Dr. Guido Kirner, Finanzplaner & Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
Sie möchten Antworten auf die o.g. Fragen?

Ich stehe mitten im Leben, worauf soll ich bei meiner Vorsorge achten? (Im Leben II)

Sie sind um die 40, haben Ehepartner und Kinder, der Job wirft ein gutes Gehalt ab, was sind nun die wichtigsten Punkte für ihre Finanzplanung?

Absicherung des Vermögens und der Arbeitskraft

Das wichtigste ist, sie sollten ein Abrutschen in Armut verhindern. Ihre Vermögenswerte sind durch Sachversicherungen gut abgesichert (Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude, Auto). Zur finanziellen Absicherung ihrer Arbeitskraft haben sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung in ausreichender Höhe. Falls Sie wegen Vorerkrankungen von Versicherern nicht genommen wurden, können über Alternativen nachdenken: z.B. eine Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread & Desease), eine sog. Grundfähigkeitsversicherung oder zumindest eine Unfallversicherung.

Wie geht es weiter, wenn Sie nicht mehr nach Hause kommen?

Der Hauptverdiener in der Familie sollte den Ehepartner bzw. Lebensgefährten sowie Kinder für den Todesfall mit einer Risikolebensversicherung absichern. Ehepaare können sich dabei wechselseitig „über Kreuz“ absichern, so dass Erbschaftssteuer im Versicherungsfall vermieden wird. Die Familie sollte nicht auf Schulden sitzen bleiben, für deren Zins und Tilgung sie alleine dann evtl. nicht mehr aufkommen kann. TIPP: Für diesen Fall lässt sich die Risikolebensversicherung auch parallel zum Tilgungsplan eines Darlehens annuitätisch fallend als Restschuldversicherung konzipieren. Dies spart zudem Beiträge im Vergleich zu einer gleichbleibenden Absicherungssumme.

Immobilie?

Eine selbstgenutzte Immobilie als Eigentum sollte für Sie zum Thema werden. Fangen Sie rechtzeitig mit Überlegung und Planung an und ziehen sich nicht erst einen Finanzierungsexperten zu Rate, wenn Sie überhastet ein bestimmtes Objekt kaufen wollen. Eine Immobilie als Sachwert zwingt Sie, einen Vermögenswert zu schaffen und sorgt für mietfreies wohnen im Alter. Abgesehen davon stellt die eigengenutzte Immobilie angesichts der ungewissen Finanzmärkte immer noch die solideste Investition dar, sofern Preis, Lage und die Finanzierung stimmen. Sollten Sie bereits Besitzer einer Immobilie sein, können Sie über eine vermietete Immobilie als Kapitalanlage nachdenken. Hier ist es noch wichtiger, dass die Rechnung aufgeht, zumal die Banken bei der Finanzierung dafür strengere Kriterien anlegen.

Altersvorsorge

Für die Altersvorsorge bleiben ihnen noch 25 – 30 Jahre. Wenn Sie jetzt nicht anfangen, etwas auf die Seite zu legen, wird es immer schwieriger noch mit bezahlbaren Beiträgen auf eine anständige Summe zu kommen. Sie dürfen auch mutig sein und einen Teil in Aktienfonds anlegen. Gerade Sparpläne streuen hier das Risiko über die Zeit (Cost-Average-Effect). Wie immer ist es am besten, wenn sie Investitionen für die Zukunft breit streuen: Immobilie, Fonds-Depot, Lebensversicherung. Ein guter Berater wird ihnen dabei die Vor- und Nachteile sowie steuerlichen Auswirkungen der verschiedenen Sparformen für ihre persönliche Situation darlegen und ein maßgeschneidertes Konzept entwerfen können: Riesterrente, Rüruprente, betriebliche Altersvorsorge (bAV), Bankdepot.

Krankenversicherung

Abrunden könnten Sie die Versorgungssituation, wenn sie sich und ihrer Familie eine Krankenzusatzversicherung gönnen. Entweder Sie wählen bestimmte Bereiche aus, die für sich am wichtigsten sind, oder wählen einen Kompakttarif: freie Krankenhauswahl und Chefarztbehandlung sowie Ein- oder Zweibettzimmer (stationär); Heilpraktiker, Naturheilkunde, Rezept- und Praxisgebühren, Sehhilfen usw. (ambulant); Zahnbehandlung und Zahnersatz. Wenn Sie nicht in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) nicht versicherungspflichtig sind und über eine private Vollkostenversicherung nachdenken, ist es unerlässlich einen guten Berater vor Abschluss einer Voll-PKV zu Rate zu ziehen. Auch hier gilt: Sparen an der falschen Stelle kann fatale Folgen haben.

Check-Up ihrer Verträge

Insgesamt ist ein vertrauenswürdiger Experte wichtig, mit dem Sie ihre gesamten Verträge überprüfen und an ihre gegenwärtigen Bedürfnisse anpassen. Die Welt ist nicht mehr so einfach, dass Sie alles alleine können. Erfahrungsgemäß hat sich bei Ihnen in den letzten Jahren beruflich und private viel getan und Sie hatten kaum Zeit, sich um alles ausreichend zu kümmern. Manches haben Sie einfach aufgeschoben. Gerade weil Sie gut für sich und ihre Familie vorsorgen möchten, sollten Sie einen seriösen Berater nutzen, der ihnen dabei hilft, ihre Vorsorgesituation im Rahmen des Möglichen zu optimieren.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
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