PKV Qualitätsmerkmal Beschwerdestatistik

Neben dem Wechselrecht innerhalb einer Versicherungsgesellschaft möchte ich kurz ein weiteres Merkmal für eine gute Private Krankenversicherung ansprechen: wenige Beschwerden.

Dazu finden Sie hier eine Excel-Tabelle zum herunterladen für das Jahr 2008:

Öffnen/Download:PKV BesachwerdeST2008

Selbstverständlich sollte hierbei immer das Verhältnis zwischen der Größe einer Versicherung (Anzahl ihrer Mitglieder) und der Anzahl der Beschwerden gesehen werden.

Ingesamt bietet sich ein sehr positives Bild. Die Interpretation dieser Statistik überlasse ich Ihnen.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Gesetzesbeschlüsse zur Krankenversicherung

Hier geht es zu den Beschlüssen des deutschen Bundestages vom 11. und 12.11.2011>>

Wechsel von GKV zur PKV

Die 3 Jahresfrist für den Wechsel von der Gesetzlichen Krankenkasse in die Private Krankenversicherung ist gefallen.

Es genügt künftig 1 Jahr (2011) über 49.500 Euro zu verdienen.

Die Beiträge der GKV (Gesetzliche Krankenkassen) steigen einheitlich von 14.9 Prozent auf 15,5 Prozent.

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Die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung

Beitragssätze steigen

Die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) steigen von 14,9 auf 15,5 Prozent. Die Regierung erhofft sich dadurch ca. 6,3 Mrd Euro Einnahmen in den Gesundheitsfond.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils 0,3 Prozent mehr.
Die Kassen müssen künftig steigende Gesundheitskosten über einkommensunabhängige Zusatzbeiträge ihrer Mitglieder finanzieren. Die meisten Kassen planen dieses Mittel erst ab 2012.
2011 wird das 11-Milliarden-Loch in der GKV durch die Beitragserhöhung und den geplanten Steuerzuschuss von 2 Mrd Euro gestopft.

Sozialausgleich

Wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Kassen 2 Prozent des individuellen Arbeits- bzw. Renteneinkommens übersteigt, soll der Sozialausgleich wirken.. Dies wird von den Arbeitgebern bzw. Rentenkassen geprüft.
Liegt der Zusatzbeitrag z.B. bei 15 Euro für einen Beschäftigten, der nur 500 Euro verdient, dann würden bereits 10 Euro die 2-Prozent-Grenze übersteigen. Der Zusatzbeitrag müsste dann zwar an die Kasse überwiesen werden, jedoch müsste ihm der Arbeitgeber dann die 5 Euro erstatten, indem er sie vom normalen monatlichen Krankenkassenbeitrag abzieht. Wer den Zusatzbeitrag nicht überweist, verliert den Anspruch auf Sozialausgleich und muss ein Verspätungsgeld zahlen.
Wechsel in die Privatversicherung (PKV)
Bei einem Einkommen ab 4050 Euro im Monat kann schon nach einem statt erst nach drei Jahren in die PKV wechseln.

Sparpaket

Die Verwaltungskosten der Krankenkassen sollen auf den Stand des Jahres 2010 eingefroren werden. Krankenhäuser sollen im nächsten Jahr 500 Millionen und im Folgejahr 575 Millionen einsparen. Die Kassenärzte sollen ebenfalls einen dreistelligen Millionenbetrag einsparen.
Honorarsteigerungen sollen auch begrenzt werden durch unterschiedliche Mittel: sog. Extrabudgetäre Leistungen“ (z.B. ambulantes Operieren, Vorsorge- und Früherkennung, Strahlentherapie, Dialysesachkosten) werden begrenzt.
Zahnärzte werden mit Einsparen von 20 Millionen und im Folgejahr 40 Millionen beteiligt. Sie dürfen ihre Preis nur begrenzt anheben.
Ferner sind weitere Maßnahmen geplant, die hier nicht weiter ausgeführt werden: Einschränkung der Hausarztverträge, Höhere Vergütungen nur bei Effizienzsteigerungen und Einsparungen usw.
Zusammen mit dem Pharmasparpaket sollen 3,5 Mrd Euro eingespart werden.

Steuerzuschuss

Nächstes Jahr zahlt der Bund zusätzlich 2 Mrd Euro on den Gesundheitsfonds. Bis 2014 soll der Sozialausgleich noch aus den Liquiditätsreserven des Gesundheitsfonds bezahlt werden können, ab 2015 wären zusätzliche Steuern notwendig.

Wer sich unsicher ist, sich aus diesem (wohl nicht besser werdenen) System zu verabschieden und plant, in die Private Krankenversicherung zu wechseln, sollte sich umfassend und professionell beraten lassen:
Dr. Guido Kirner
Infos zur PKV>>

Die Dreijahresfrist der Privaten Krankenversicherung fällt!

Der Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung soll bereits zum Jahreswechsel wieder erleichtert werden.Eine Sonderregelung macht den Wechsel sehr wahrscheinlich gleich zu Jahresbeginn 2011 möglich.

Die VORAUSSETZUNG ist: Das Gehalt des Wechslers liegt im Jahr 2010 über der Jahresarbeitsentgelt-Grenze von 49.950 Euro. Das geht aus dem Entwurf zum „Gesetz zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-FinG) hervor. Die Wechsel-Neuregelung soll noch 2010 in Kraft treten.

In dem Gesetzentwurf wird festgehalten, dass die alte Wechselregelung bereits zum 31. Dezember 2010 wieder in Kraft tritt. Der Entwurf ist nach den Gesprächen mit den Gesundheitsexperten der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und FDP jetzt in der Ressortabstimmung und soll vom Bundeskabinett im September formell verabschiedet werden.

Damit können diejenigen Personen, deren Gehalt die Jahresarbeits-Entgeltgrenze im Jahr 2010 von 49.950 Euro überstiegen hat, die aber zum Ende des Jahres 2010 die dreijährige Wartefrist noch nicht erfüllen, bereits zum Jahresbeginn 2011 versicherungsfrei werden und demzufolge in die PKV wechseln, heißt es in der Begründung zum Gesetzestext. Im Kern soll ein Wechsel in die PKV „zukünftig wieder nach einmaligem Überschreiten der Jahresarbeits-Entgeltgrenze möglich sein“, wie es in dem Gesetzentwurf heißt.

Sobald der Gesetzentwurf verabschiedet wird, werden umgehend Sie umgehend auf diesem Blog darüber informiert. Wenn Sie Informationen zur Privaten Krankenversicherung benötigen, vereinbaren Sie einfach einen Beratungstermin.
Weitere Informationen zur PKV finden Sie hier>>

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Bürgerprivatversicherung – Alternative zu GKV und PKV?

DownloadDie Finanzen der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) waren das heiße innenpolitische Thema vor der Sommerpause; und auch danach wird das Gesundheitswesen in Deutschland ein Streitthema bleiben, ganz einfach weil die Frage im Raum steht: Wer soll das bezahlen?

Ärgerlich ist jedoch das über Fachkreise hinaus vermittelte Niveau der Diskussion dieser brisanten politischen Frage. Gewiss, es handelt sich um eine spröde Materie. Doch hat Deutschland wirklich nichts Besseres zu bieten als die immer gleichen Gesichter von Politikern und Lobbyisten in den Gazetten und Talkrunden?

Wenn die Probleme bekannt sind, z.B. das Verhältnis von Beitragszahler zur Kostenentwicklung der Krankenkassen, wo sind dann die NEUEN IDEEN als Problemlösungsansätze? Wo dürfen sie sich erst einmal entfalten, ohne sogleich abgebügelt oder zerredet und verzerrt zu werden? Wo und wann dürfen eigentlich einmal Experten selbst zu Wort kommen, ohne gleich Fürsprecher irgendeines Systems, Ideologie oder Partei zu sein?

Im Jahr 2008 erschien im renommierten Wissenschaftsverlag Mohr Siebeck das Buch einer Forschergruppe der Kölner Universität mit dem Titel “BÜRGERPRIVATVERSICHERUNG”. Es ist keine leichte Lektüre und evtl. nur für Fachleute. Einiges davon scheint sogar die politische Bühne erreicht zu haben, jedoch nicht so, dass einmal vorurteilsfrei über Problematik und Lösung des Gesundheitssystems diskutiert werden könnte.

Das Konzept der Bürgerprivatversicherung stellt sich dem Problem: Das Gesundheitssystem ist geprägt durch geringe Effizienz, unbefriedigende Verteilungswirkung und geringe Eigenverantwortung. Es ist demografieanfällig und kaum kompatibel mit der Freizügigkeit in der EU.

Der Ansatz der Autoren (Johann Eekhoff, Vera Bünnagel, Susanna Kochskämper, Kai Menzel) zur Lösung dieser Probleme ist verheißungsvoll.

Zu lösen gilt es:

in der GKV:

  • die Belastung des Arbeitsmarktes durch lohnabhängige Beiträge;
  • die Tendenz zur Risikoselektion durch Beiträge unabhängig vom individuellen Krankheitsrisiko;
  • unbefriedigende Verteilungswirkung von leistungsfähigen zu bedürftigen Bürgern mittels lohnabhängiger Beiträge, da der Lohn ein unzureichender Indikator für die wirtschaftliche Leistungskraft darstellt (Mieteinkünfte, Zinseinkünfte usw. sind z.B. nicht berücksichtigt);
  • das Umlageverfahren bewirkt eine Umverteilung zu Lasten künftiger Generationen.

In der PKV

  • fehlende bzw. unzureichende Mitnehmbarkeit der Altersrückstellungen bei Versicherungswechsel;
  • fehlender Annahmezwang;
  • fast völlig fehlender Wettbewerb um Bestandsversicherte.

Dazu wird ein Alternativsystem entwickelt:

  • Versicherungspflicht für ALLE Bürger im gleichen System mit einem Mindestleistungskatalog und Mindeststandards. Die Zweiteilung in GKV und PKV entfällt.
  • Die Ausgliederung der Beiträge vom Lohneinkommen. Alle Organisationsversuche einer treffsicheren Umverteilung von wirtschaftlich leistungsfähigen zu bedürftigen Bürgern im Rahmen des Gesundheitssystems sind zum Scheitern verurteilt. Die notwendigen Transfers können nur über das Steuersystem finanziert werden. Jeder Bürger muss eine Prämie für die KV zahlen, die einen echten Preis für die entsprechend Leistung darstellt. Wer eine höherwertige Versicherung wünscht, muss die vollen Kosten dafür über eine höhere Prämie tragen.
  • Die unentgeltliche Mitversicherung der Kinder wird aufgegeben.
  • Ermöglichung eines effizienten Versicherungswettbewerbes durch Übertragung individueller risikoäquivalenter Altersrückstellungen. Die Grundidee ist: Die alte Versicherung gibt jedem Versicherungswechsler so viel an Altersrückstellungen mit, wie dieser unter dem Strich noch kosten würde, wenn er bei ihr bliebe. Dem Wechsler wird also die Differenz aus erwarteten zukünftigen Kosten und erwarteten zukünftigen Prämienzahlungen mitgegeben.
  • Übergang zum Kapitaldeckungsverfahren. Hauptproblem ist dabei der fehlende Deckungsstock für Altersrückstellungen der GKV, der nachfinanziert werden muss. Die Autoren machen hierzu interessante Vorschläge, wie das realisiert werden könnte. Ferner werden Vorschläge zu einer Verzahnung der Gesundheitssysteme in Europa gemacht.

Erste Reformschritte wären:

  • die Altersrückstellungen der PKV risikoäquivalent zu individualieren und übertragbar zu gestalten;
  • parallel dazu die Beiträge in der GKV auf eine Gesundheitspauschale umzustellen. Dies gilt als Zwischenschritt zu angestrebten risikoäquivalenten Prämien;
  • der schwerste Schritt ist die Umstellung der GKV vom Umlage- auf das Kapitaldeckungssystem als Kern der Bürgerprivatversicherung.

Wer der Gründe und sachlichen Ausführungen dazu zur Kenntnis nehmen möchte, lese dieses Buch (ISBN 978-3-16-149636-3). Egal welche Schlussfolgerungen man daraus zieht, sinnvoll wäre es, sich mit solchen Ideen auseinanderzusetzen und auf entsprechendem Niveau zu diskutieren. Wahrscheinlich sind die Argumente nur schwerer zu vermitteln als Platituden zu “Neoliberalismus” oder “Sozialschmarotzertum”.

Dr. Guido Kirner