Die heimliche Enteignung – Ein Buch von Michael Rasch und Michael Ferber zur Notenbankpolitik

9783898797139Über Geldpolitik der Notenbanken zu schreiben, birgt zwei Gefahren: entweder es ist zu wissenschaftlich und für die meisten Leser damit unverständlich oder das Thema wird so vereinfacht, dass es in politisch-ideologische Phraseologie ausartet. Dabei drohen uns über die Geldpolitik immense Gefahren. Umso wichtiger sind ebenso fachkundige wie verständliche Darstellungen.

Im Vorwort spricht der renommierte Rohstoff- und Börsenexperte Marc Faber gleich Klartext: Er halte es für seine Pflicht, dem Leser mitzuteilen, „dass die Förderung von Anlageblasen oder die Förderung einer Inflation der Anlagewerte das größte Verbrechen ist, das eine Notenbank begehen kann.“ Außerdem seien „Anlageblasen, die von negativen realen Zinsen begleitet werden, die perfidesten, weil ehrliche Sparer entweder Jahr für Jahr an Kaufkraft einbüßen oder geradezu von den Notenbanken zur Spekulation gezwungen werden.“

Damit ist der Boden für die Autoren Michael Rasch und Michael Ferber bereitet. Beide sind Ökonomen und arbeiten als Wirtschaftsredakteure bei der Neuen Züricher Zeitung. Unter betont liberalem bis libertärem Blickwinkel (beide sind wohl Anhänger der Österreichischen Schule der Nationalökonomie) erörtern sie die Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken und ihre Folgen. In einem ersten Teil beleuchten sie die Geschichte und die Auswirkungen der expansiven Geldpolitik seit den 70er Jahren auf der makroökonomischen Ebene (Notenbankpraxis, Geldentwertungsgefahr, Umverteilung von Sparern zu Schuldnern, die Politik der finanziellen Repression); im zweiten Teil werden die Folgen und Reaktionsmöglichkeiten im Rahmen verschiedener Szenarios (Deflation, Inflation, Stagflation, Hyperinflation, „Durchwursteln“) für den Privatanleger erörtert.

Die Autoren sehen den Grund für die Finanzkrise nicht in zu freien Märkten, fehlender Regulation und Aufsicht oder der gierigen Bankenwelt; gewisse Missstände werden zwar nicht geleugnet, doch in letzter Instanz sei eine fehlgeleitete Geldpolitik der Notenbanken der Grund für die schlimmsten Finanzkrisen in den letzten Jahrzehnten. Ihre Art der Geldschöpfung und Geldmengensteuerung sei auch die Ursache für die jüngsten Blasenbildungen an den Finanzmärkten, der Vermögenspreisinflation, und der ausufernden Staatsschulden. Dabei richte sich die unheilvolle Allianz zwischen Notenbanken, Politikversagen und Geschäftsbanken gegen wesentliche Grundsätze einer soliden Ordnungspolitik und enteigne insbesondere Mittelschichten und Kleinsparer.

Was ist Geld?

Geld hat definitionsgemäß drei Hauptfunktionen: es ist Tauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel und ein Umrechnungsmittel. Zudem sollte es einfach transportabel sein. Vieles kann diese Funktionen erfüllen und deshalb ist Geld auch schlicht das, was wir Menschen als Geld akzeptieren: das können Muscheln, Zigaretten, Metallstangen, Gold- und Silbermünzen oder bedruckte Papierscheine sein. Ein wichtiger Unterschied ist, ob das Geld selbst einen (inneren) Wert hat (wie z.B. Goldmünzen), ob es den Umtausch in einen Referenzwert wie z.B. den Goldpreis nur verspricht oder ob es diesbezüglich gar keine Bindung hat, sondern allein deshalb funktioniert, weil es von staatlicher Seite als alleiniges Zahlungsmittel zugelassen ist und die Menschen seiner Austauschbarkeit in sämtliche andere Wirtschaftsgüter vertrauen.

Das Fiatmoney der Notenbanken

Während man sich durchaus eine staatsfreie Währung vorstellen kann, wobei sich im freien Wettbewerb einfach das als Zahlungsmittel durchsetzt, was am meisten Vertrauen bei den Menschen genießt, ist dies aktuell nur schwer vorstellbar. Heutzutage vertrauen (oder misstrauen) jedenfalls die meisten Menschen dem sog. Fiatmoney. Fiatwährungen sind an keinen Referenzwert gebunden, sondern entstehen gleichsam aus dem Nichts durch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken in Rückbindung an die Geldausgabe der Notenbanken. Das muss kein Problem darstellen. Solange die in Umlauf gebrachte Geldmenge im Verhältnis zu den realen Wirtschaftsgütern steht, bleibt der Wert des Geldes relativ konstant. Ist zu viel Geld in Umlauf, sinken sein Wert und damit seine Kaufkraft (Inflation), ist es zu wenig, steigt seine Kaufkraft und die Waren werden relativ dazu billiger (Deflation).

Notenbanken, Konjunktur und politischen Interessen

Unterliegt die Geldwertstabilität politischen Interessen, bedeutet das zumeist, dass Geld zur Konjunkturbelebung in den Wirtschaftskreislauf gepumpt wird, um deflationäre Tendenzen abzuwenden und Arbeitslosigkeit zu senken. Damit werde versucht, „natürliche“ Konjunkturverläufe (dargestellt am Pring-Modell) zu durchbrechen, obgleich sich die Wirkungslosigkeit (zumindest auf lange Sicht) solcher Maßnahmen immer wieder zeige. Drohende Rezession werde nicht aufgehoben, allenfalls aufgeschoben. Außerdem handle es sich zumeist um ein Nachfrage- und kein Liquiditätsproblem. Umgekehrt setze ein zu niedriger Zins (im Verhältnis zur Taylor-Regel) falsche Signale und führe zu Fehlallokationen und Finanzblasen (insbesondere im Bausektor). Das alles wird sehr anschaulich und eindrücklich für die historischen Krisen und die gegenwärtige Finanzpolitik von den Autoren beschreiben.

Warum aber ist das so? Für die Autoren befindet sich die Politik in der Falle ihrer eigenen Interessen. Letztlich sehe sie sich den Steuerzahlern und Leistungsempfängern des Staates verpflichtet. Die Tatsache, dass man nicht mehr ausgeben als einnehmen kann, werde durch Aufnahme von Schulden umgangen. Damit verschaffe sie den „gegenwärtig stimmberechtigten Bürgern einen übermäßigen weil nicht erarbeiteten Konsum, der zulasten künftiger Generationen geht“. Die Schuldenwirtschaft habe immer das gleiche Muster: Erhöhung der Staatsausgaben, um zu hohe Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen, starker Anstieg der Schulden und dann entziehe sich der Staat seiner Verpflichtung, indem er die Währung schwächt oder gar zerstört.

Vier Wege aus der Finanzkrise

Aus der Verschuldungspolitik gebe es letztlich nur vier Auswege: 1. durch stärkeres Wirtschaftswachstum; 2. durch einen harten Sparkurs bei gleichzeitiger Steuererhöhung; 3. durch einen Schuldenschnitt oder im Extrem sogar den Staatsbankrott; oder 4. indem die Notenbanken mehr Geld drucken, um offene Rechnungen (alte Schulden in teurem Geld mit neuem billigen Geld) zu begleichen, was letztlich eine hohe Inflation bedeutet. Der beste Weg ist für die Autoren eine Mischung aus Sparmaßnahmen, Steuererhöhungen und Strukturreformen.  Jedoch seien hierfür die politischen Widerstände zu hoch. Einfacher ist es, die Schulden über die Geldentwertung loszuwerden.

Die Euroländer haben das besondere Problem dass ihre politischen Interessen für die Lösung der Schuldenkrise völlig divergieren. Deshalb stehe die Eurozone vor einer regelrechten Zerreißprobe zwischen Nord- und Südländern. Die ausufernden Targetsalden, der Sündenfall des Anleihekaufs durch die EZB, die dadurch bewirkte Staatsfinanzierung, der Billionen-Euro-Drei-Jahres-Tender zur Bankenrettung usw., all das bedeute letztlich der Verlust der Unabhängigkeit der Notenbank und die Abkehr von der einst gerühmten Tradition der Geldwertstabilität. Letztlich sei sie zur Geisel der Politik geworden.

Probleme der Risikoeinschätzung

Zu den stärksten Teilen des Buches gehört gerade die Darstellung der marktverfälschenden Auswirkung dieser Politik mit Konsequenzen auch für die Finanzberatung. Nullzinspolitik, Staatsfinanzierung und Geldmengenexpansion verzerren nämlich die Marktinformationen. Gängige Mittel der Portfoliotheorie und Marktanalyse führen dann in die Irre, wenn die Korrelationen und Risikosignale der Märkte verfälscht sind. Dies ist m.E. in der Finanzbranche noch viel zu wenig angekommen. Altbewährte Konzepte der Geldanlage wie Konjunkturbeobachtung, Analyse von Kennzahlen (z.B. KGV, KBV) oder der Zinsstrukturkurve, auch bestimmte Maßnahmen zur Portfoliodiversifikation zwischen Anleihen und Aktienwerten werden durch die Geldmengenexpansion und Zinsmanipulation zumindest teilweise unbrauchbar.

Wie kann der Anleger sich schützen?

Der Anleger braucht ein entsprechend flexibles Verständnis bei der Einschätzung der Finanzmärkte. Wie die Zukunft genau verlaufen wird, wissen wir nicht und hängt auch von politischen Entscheidungen ab. Deflation kann durch Inflation abgelöst werden. Für manche Staaten droht evtl. der Staatsbankrott und damit der Schuldenschnitt. Wichtig ist deshalb, welche Auswirkungen die jeweiligen Szenarios auf Finanzanlagen haben können. Dem widmet sich der zweite Buchteil.

Schrumpft die Wirtschaft (Deflation) parken die meisten das Geld auf Spar-, Tages- und Festgeldkonten. Auch eignen sich Anleihen von Staaten mit solider Haushaltspolitik und guter Bonität. Aktien- und Immobilienwerte sind dagegen klare Verlierer. Gold kann eine sinnvolle Anlage für Vermögenserhaltung sein.

Steigen die Inflationserwartungen sind dagegen eher Spar-, Fest- und Tagesgelder sowie Anleihen die Verlierer. Auch Aktienanlagen können (entgegen der Empfehlung vieler Banken) nur bedingt die Teuerung ausgleichen. Selbstgenutzte Immobilien sind dafür gerade ideale Geldanlagen. Auch Gold, andere Edelmetalle und Rohstoffe versprechen Werterhaltung.

Auch die Stagflation (kaum Wachstum bei hoher Geldentwertung), der „Albtraum“ Hyperinflation sowie ein „Durchwursteln“ ohne Eskalation werden als Szenarien besprochen. Letztlich empfehlen die Autoren wenig Neues bzw. was bessere Finanzberater immer schon geraten haben: um eine breite Diversifikation des Portfolios kommt man nicht herum, wie auch immer die Zukunft aussieht. Die Kunst liegt aktuell eher im Werterhalt als in hohen Renditeversprechen. Sehr schwierig ist die Suche nach geeigneten Anleihen. Weil auf Dividenden nicht verzichtet werden sollte, müssen Aktien trotz Volatilität dabei sein. Bei der Auswahl brächten aber Praktiken wie Market Timing und Stock Picking keine höhere Rendite. Insgesamt ist auf Gebühren und Kosten zu achten.

Fazit:

Es mag bessere Bücher über Geldanlage und substantiellere Bücher zur Notenbankpolitik geben. Auch scheint mir die Literatur zu einseitig zitiert und die vielen Redundanzen wirken störend. Wer jedoch die Geld- und Finanzpolitik unter Berücksichtigung historischer und aktueller Beispiele und ökonomisch versierter Argumentation in Auswirkung auf private Geldanlagen im Kontext gut lesbar erörtert haben möchte, der sollte dieses Buch zur Hand nehmen.

Es ist auch ein wichtiger Warnschuss an die Finanzpolitiker. Es ist eine unverstellte Stellungnahme wider den keynesianischen Mainstream antiliberaler und antimonetaristischer Volkswirtschaftler, Notenbanker und Finanzpolitiker. Es enttarnt die Mittel der Geldpolitik als kaum kontrollierbare Instrumente, welche als Lösungen der aktuellen Krise verkauft werden, obgleich sie selbst deren Ursache waren und künftig sind. Die Geldpolitik leidet in Gefälligkeit zur Konjunkturpolitik und Scheu vor strukturellen Veränderungen unter einer unverantwortlichen Hybris. Wir leben unter dem wohl größten Experiment der Finanzgeschichte, dessen Ausgang wenig Gutes verheißt.

Was kurzfristig wie Krisenbewältigung aussieht, führt mittelfristig zur politischen Abhängigkeit, wenn nicht Erpressbarkeit und langfristig zur Enteignung der Sparer, sei es schleichend durch Inflation, sei es plötzlich durch den nächsten großen Crash. Sich dagegen zu schützen ist schwierig, verlangt eine breite Streuung der Anlagen und gewiefte Flexibilität unter Anpassung an unterschiedliche Szenarios. Das ist leichter gesagt als getan.

Michael Rasch / Michael Ferber: Die heimliche Enteignung. So schützen Sie ihr Geld vor Politikern und Banken. Finanzbuch Verlag (München) 2012, 304 Seiten, 24,99 €. ISBN 978-3-89879-713-9.

Dr. Guido Kirner

Preisentwicklung der Immobilien in Oberbayern – Inflation bei Vermögenswerten

Die Nachrichten über sich verteuernden Baugrund und Immobilien in Oberbayern und insbesondere München reißen nicht ab. Nun berichtet das Marktforschungsinstitut des Maklerverbandes IVD über die Preisentwicklung. Allein zwischen Frühjahr und Herbst diesen Jahres 2012 gibt es Preissteigerungen über 3 bis 6 Prozent. Alles Weitere zeigt die folgende Tabelle (Quelle IVD):

Oberbayern München
Baugrund Einfamilienhaus + 3,2 % + 14,8 %
Baugrund Geschossbau + 6,9 % + 4,2 %
Einfamilienhaus freistehend + 3,9 % + 4,7 %
Reihenmittelhaus – Bestand + 5,7 % + 2,5 %
Reihenmittelhaus – Neubau + 4,4 % + 3,2 %
Doppelhaushälfte – Bestand + 6,1 % + 2,7 %
Doppelhaushälfte – Neubau + 5,2 % + 2,4 %
Eigentumswhg. – Bestand + 4,0 % + 5,6 %
Eigentumswhg. – Neubau + 3,1 % + 4,2 %

Angesichts der anhaltenden Preisentwicklung wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob es sich um eine Immobilienblase handele. Dies wird von Experten in der Regel verneint, zumal die Situation mit jener in den USA oder Spanien kaum vergleichbar ist. Die Nachfrage ist echt und das Angebot knapp. Weder gibt es ein Überangebot an Immobilien durch einen angeheizten Bauboom, noch wird die Nachfrage durch fragwürdige Kreditvergabepraktiken geschürt. Sicherlich hängt das zunehmende Kaufinteresse nicht nur von Familien von Privatnutzern wie Kapitalanlegern mit der Finanzkrise und einer Flucht in Sachwerte mangels Ideen für alternative Anlagemöglichkeiten zusammen. Aber von einer Blasenbildung kann hier wohl noch nicht gesprochen werden.

Meine Interpretation ist die, dass es sich hier um eine klassische Vermögenspreisinflation handelt, angetrieben durch billiges Geld, d.h. mit niedrigen Zinssätzen und Furcht vor einem Finanzcrash aufgrund der Überschuldungskrise.

Dr. Guido Kirner (Polling)

 

Schuldenschnitt statt Geldverbrennung

Bestimmte Zeitschriften, Verbraucherschützer und sonstige Tippgeber reden bei Staatsanleihen immer noch von sicheren Anlagen. Diese Zeit dürfte vorbei sein, gleichwohl Banken, Politiker und Ratingsagenturen an der Verschleierung dieser Tatsache mitwirken.

Verschleiert wird die Tatsache im Pathos aufrichtiger oder vorgetäuschter Solidarität für Europa; für ein Europa, das mit allen Mitteln den notwendigen Schuldenschnitt bestimmter Banken und Staaten durch eine gigantische Umverteilung zu Lasten Dritter wegwischen möchte.

Was ist daran solidarisch, dass Investoren in kritische Staatsanleihen ihre Gewinne über Jahre ruhig einstreichen durften, die drohenden Verluste aber einer Allgemeinheit aufbürden. Nichts. Vielmehr ist es zudem noch schädlich, das Risiko für solche Geldanlage völlig zu verzerren. Daraus entstehen neue Fehlanreize und Spekulationsblasen, die sich in einer nicht allzu fernen Zukunft umso stärker rächen werden.

Es ist eine völlig neue Dimension an politisch verkürzten bzw. verdummten Keynesianismus, wenn die Schuldenkrise mit noch mehr Schulden überwunden werden soll. Die am meisten betroffenen Staaten werden die rigiden Vorgaben des IWF politisch eh nicht durchsetzen können. Die Sparmaßnahmen führen wie in Griechenland zu Revolten, welche Demokratien nicht lange durchstehen.

Es gibt nur einen Weg. Dieser verlangt eine Kehrtwende insbesondere von der Deutschen Regierung, die schon allzu viel guten Boden finanz- und geldpolitischer Vernunft preisgegeben hat. Sie hat die Macht dazu und muss diese in Europa nutzen, um Schlimmeres für sich und andere abzuwenden.

Es muss der EZB möglich sein, die Zinsen zu erhöhen. Der Kauf von schlechten Anleihen durch die EZB muss sofort aufhören, andernfalls wird sie selbst zur „Bad Bank“. Eigentlich bankrotte Banken müssen abgewickelt werden. Sie sind nicht systemisch, wie sie selbst von sich behaupten. Die Mehrheit der Bürger würde nicht einmal merken, wenn die HRE verschwindet.

Mit den Staaten, die Probleme haben, ihre Schulden zu refinanzieren, muss eine Konferenz einberufen werden. Darin muss der Schuldenschnitt verhandelt werden, d.h. wie viel nicht zurückbezahlt werden kann und wer entsprechende Inevstitionen in welcher Höhe als Verlust abschreiben muss. Dabei wird dann auch offenbar, wie viel Schrottpapiere die EZB inzwischen selbst in ihren „Schatztruhen“ hat, bevor sie bei einem Euro-Rettungsfonds deponiert werden, der ihren Wert auch nicht erhöhen würde. Ein Kieselstein wird nicht zu Gold, nur weil man ihn in den Safe legt.

189 Ökonomen, darunter viele Professoren der Volkswirtschaft, haben sich gegen die Ausdehnung des Euro-Rettungsschirms und seiner dauerhaften Institutionalisierung (ESM) ausgesprochen. Vielleicht lassen sich auch diese wie einst den „Professor aus Heidelberg“ wegwischen.

Die milliardenschweren Spekulanten, die gegen diese Politik wetten, wird man nicht so einfach los. Die besten von Ihnen verdienen auch noch viel Geld damit und freuen sich über jede neue Maßnahme hin zum Schlimmeren. Hört endlich auf, das Geld eurer Bürger zu verbrennen, indem Ihr es in Wertloses investiert, um Zeit zu erkaufen. Die Zeit heilt so manche Probleme; bei Schulden wird die Sache aber meistens schlimmer.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

Siehe auch

2.000.000.000.000 Euro Staatsschuld – Anstieg durch Bad Banks

Europasolidarität als Bankensubventionierung,

Das Ende einer Währung;

Das Ende der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank;

Hellas – Euro – Europa, was auf dem Spiel steht

Prof. Dr. Paul Kirchhof: “…wir sind zum Erfolg verdammt”

Der ehemalige Verfassungsrichter, Steuer- und Finanzexperte gab heute morgen ein bemerkenswertes Interview im Deutschlandfunk>>

Hier einige Auszüge:

[…] Wir sind im Moment auf dem Weg zur Transferunion, obwohl der Unionsvertrag diesen Weg nicht vorgibt. Wir müssen uns bewusst machen, dass jeder Transfer, also das heißt, jede Absicherung von finanzwirtschaftlicher Leichtfertigkeit durch andere Staaten, ermutigt, in dieser Leichtfertigkeit fortzufahren. […]

[…] „Die Schulden sind keineswegs alternativlos, sondern die überhöhte Staatsverschuldung ist der Kern des Übels. Das Unionsrecht sagt, dass die Staaten sich nicht höher neu verschulden dürfen als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts und als 60 Prozent der Gesamtschulden. Diesen rechtsverbindlichen Maßstab haben alle Länder außer Luxemburg verletzt. Das heißt, die Länder leben in der Illegalität, sie haben das verbindliche Recht, das den Schwächsten, die nächste Generation, unsere Kinder vor zu hohen Rückzahlungs- und Zinszahlungspflichten schützt, nicht beachtet, und das ist der Kern des Übels. Wenn wir uns mal einen Moment vorstellen, wir hätten diese europaverbindlichen Normen beachtet – wir hätten fast keine Finanzkrise. Also man muss in dieser Situation schon darüber nachdenken, dass der Schutz des Rechts in seiner Verbindlichkeit ein Schutz gegen Fehlentwicklungen und insbesondere gegen ökonomische Torheit ist.“ […]

[…] „Eine Inflation ist immer deswegen höchst bedenklich, weil sie den Geldeigentümer trifft. Sie mindert den Wert des Geldes, während derjenige, der etwa ein Grundstück hat, Industriebeteiligungen hat, davon weniger betroffen ist. Inflation ist immer eine Finanzbereinigung zulasten einer Gruppe derer, die im Geld sparen. Deswegen schafft er Ungleichheiten, deswegen schafft er, wenn es eine sehr intensive Inflation ist, soziale Unruhen. Nein, der Weg ist, wie Sie andeuten, eine sparsame Haushaltswirtschaft. Wir müssen die Staatsaufgaben überprüfen, alle. Wir müssen den Bürger der Erwartung entwöhnen, er könnte alle seine Finanzprobleme durch Griff in die Staatskasse lösen. Wir haben gegenwärtig die Entwicklung, dass die Menschen hoffen, vom Staat Geld zu bekommen. Sie verdichten diese Hoffnung zu einem Rechtsanspruch. Sie setzen diesen Rechtsanspruch notfalls mithilfe der Gerichte durch. Gleichzeitig flüstern ihnen die Parteien und Verbände ein, es könnte mehr sein, der Anspruch könnte höher sein. Dann haben die Bürger ihr Geld vom Staat bekommen und sind trotzdem unzufrieden, weil es ja mehr sein könnte. Dieses System entsolidarisiert, dieses System nimmt dem Staatsvolk die gemeinsame Mitte des Staatsverständnisses als eines schlanken Staates, der vor allem Recht gibt, also dem Bürger im Gesetz seine Rechte gibt, aber weniger Geld gibt. Wir müssen diesen aufgeblähten Staat, diese Bereitschaft, über unsere Verhältnisse zu leben, zulasten unserer Kinder, stoppen und nicht Rettungsschirme aufbauen, die dieses zu viel, dieses Übermaß, dieses Leben über die gegenwärtig möglichen Verhältnisse fördern und weiter voranschreiten lassen.“ […]

Gold als Wette gegen Dollar und Euro

Die Wirtschaftwoche berichtet in der aktuellen Ausgabe, wie milliardenschwere Hedgefonds in Gold und Goldminenaktien investieren, weil sie mit einer beschleunigten Abwertung von Euro und Dollar rechnen.
Dabei haben Fondsmanager wie John Paulson, Eric Mindich, George Soros, Eric Sprott alle eine (größere) Position gemeinsam haben:
Sie investieren u.a. in den SPDR Gold Trust (WKN A0Q27V), einen börsengehandelten Indexfonds (ETF), deren Anteil einen Anspruch auf Gold verbriefen. Bevor man Ihnen nacheifert sollte man bedenken, dass sie ihre Anlage sehr wahrscheinlich zu einem Zeitpunkt getätigt haben, als der Goldkurs noch tiefer war. Auch sollte man sich zu den Risiken beraten lassen. Es gibt Experten, die hier bereits die nächste Blase vermuten.

Der ETF-Fonds kann über meine Depotverwaltung bei der Augsburger Aktienbank bezogen werden.
Dr. Guido Kirner, Finanzplaner Weilheim i.OB