Stiftung Warentest untersucht Berufsunfähigkeitsversicherungen

“Wer wegen Krankheit oder wegen eines Unfalls nicht mehr arbeiten kann, steht auch finanziell ohne private Absicherung oft vor dem Ruin. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört deshalb zu den wichtigen Policen für Berufstätige. Doch Versicherte bekommen nur selten eine Versicherung nach Wunsch.”

Heute morgen berichtete der Deutschlandfunk über die Testergebnise zu dieser wichtigen Absicherung im Verbrauchertipp. HIER geht es zum Beitrag>>

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Dr. Guido Kirner, Finanz- und Versicherungsmakler

Ich stehe mitten im Leben, worauf soll ich bei meiner Vorsorge achten? (Im Leben II)

Sie sind um die 40, haben Ehepartner und Kinder, der Job wirft ein gutes Gehalt ab, was sind nun die wichtigsten Punkte für ihre Finanzplanung?

Absicherung des Vermögens und der Arbeitskraft

Das wichtigste ist, sie sollten ein Abrutschen in Armut verhindern. Ihre Vermögenswerte sind durch Sachversicherungen gut abgesichert (Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude, Auto). Zur finanziellen Absicherung ihrer Arbeitskraft haben sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung in ausreichender Höhe. Falls Sie wegen Vorerkrankungen von Versicherern nicht genommen wurden, können über Alternativen nachdenken: z.B. eine Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread & Desease), eine sog. Grundfähigkeitsversicherung oder zumindest eine Unfallversicherung.

Wie geht es weiter, wenn Sie nicht mehr nach Hause kommen?

Der Hauptverdiener in der Familie sollte den Ehepartner bzw. Lebensgefährten sowie Kinder für den Todesfall mit einer Risikolebensversicherung absichern. Ehepaare können sich dabei wechselseitig „über Kreuz“ absichern, so dass Erbschaftssteuer im Versicherungsfall vermieden wird. Die Familie sollte nicht auf Schulden sitzen bleiben, für deren Zins und Tilgung sie alleine dann evtl. nicht mehr aufkommen kann. TIPP: Für diesen Fall lässt sich die Risikolebensversicherung auch parallel zum Tilgungsplan eines Darlehens annuitätisch fallend als Restschuldversicherung konzipieren. Dies spart zudem Beiträge im Vergleich zu einer gleichbleibenden Absicherungssumme.

Immobilie?

Eine selbstgenutzte Immobilie als Eigentum sollte für Sie zum Thema werden. Fangen Sie rechtzeitig mit Überlegung und Planung an und ziehen sich nicht erst einen Finanzierungsexperten zu Rate, wenn Sie überhastet ein bestimmtes Objekt kaufen wollen. Eine Immobilie als Sachwert zwingt Sie, einen Vermögenswert zu schaffen und sorgt für mietfreies wohnen im Alter. Abgesehen davon stellt die eigengenutzte Immobilie angesichts der ungewissen Finanzmärkte immer noch die solideste Investition dar, sofern Preis, Lage und die Finanzierung stimmen. Sollten Sie bereits Besitzer einer Immobilie sein, können Sie über eine vermietete Immobilie als Kapitalanlage nachdenken. Hier ist es noch wichtiger, dass die Rechnung aufgeht, zumal die Banken bei der Finanzierung dafür strengere Kriterien anlegen.

Altersvorsorge

Für die Altersvorsorge bleiben ihnen noch 25 – 30 Jahre. Wenn Sie jetzt nicht anfangen, etwas auf die Seite zu legen, wird es immer schwieriger noch mit bezahlbaren Beiträgen auf eine anständige Summe zu kommen. Sie dürfen auch mutig sein und einen Teil in Aktienfonds anlegen. Gerade Sparpläne streuen hier das Risiko über die Zeit (Cost-Average-Effect). Wie immer ist es am besten, wenn sie Investitionen für die Zukunft breit streuen: Immobilie, Fonds-Depot, Lebensversicherung. Ein guter Berater wird ihnen dabei die Vor- und Nachteile sowie steuerlichen Auswirkungen der verschiedenen Sparformen für ihre persönliche Situation darlegen und ein maßgeschneidertes Konzept entwerfen können: Riesterrente, Rüruprente, betriebliche Altersvorsorge (bAV), Bankdepot.

Krankenversicherung

Abrunden könnten Sie die Versorgungssituation, wenn sie sich und ihrer Familie eine Krankenzusatzversicherung gönnen. Entweder Sie wählen bestimmte Bereiche aus, die für sich am wichtigsten sind, oder wählen einen Kompakttarif: freie Krankenhauswahl und Chefarztbehandlung sowie Ein- oder Zweibettzimmer (stationär); Heilpraktiker, Naturheilkunde, Rezept- und Praxisgebühren, Sehhilfen usw. (ambulant); Zahnbehandlung und Zahnersatz. Wenn Sie nicht in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) nicht versicherungspflichtig sind und über eine private Vollkostenversicherung nachdenken, ist es unerlässlich einen guten Berater vor Abschluss einer Voll-PKV zu Rate zu ziehen. Auch hier gilt: Sparen an der falschen Stelle kann fatale Folgen haben.

Check-Up ihrer Verträge

Insgesamt ist ein vertrauenswürdiger Experte wichtig, mit dem Sie ihre gesamten Verträge überprüfen und an ihre gegenwärtigen Bedürfnisse anpassen. Die Welt ist nicht mehr so einfach, dass Sie alles alleine können. Erfahrungsgemäß hat sich bei Ihnen in den letzten Jahren beruflich und private viel getan und Sie hatten kaum Zeit, sich um alles ausreichend zu kümmern. Manches haben Sie einfach aufgeschoben. Gerade weil Sie gut für sich und ihre Familie vorsorgen möchten, sollten Sie einen seriösen Berater nutzen, der ihnen dabei hilft, ihre Vorsorgesituation im Rahmen des Möglichen zu optimieren.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
Sie möchten einen Experten zur Optimierung ihrer Vorsorge nutzen?

Private Unfallversicherung

In Deutschland ereignen sich ca. 24.000 Unfälle täglich. Die meisten – um die 70 % ereignen sich nicht am Arbeitsplatz, sondern im privaten Lebensbereich. Rund 9 Millionen Personen erfahren jährlich unfallbedingte Verletzungen und Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit und sind dadurch weniger leistungsfähig, berufsunfähig oder gar erwerbsunfähig.

Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur für Unfälle am Arbeitsplatz und wenn die Invalidität einen Grad von Mindestens 20% erreicht hat. Erhalten Personen keine Leistungen aus der Berufsgenossenschaft, sind für Sie die Unfallfolgen noch gravierender. Viele schließen deshalb eine private Unfallversicherung ab.

Unfallstatistik
Unfallstatistik

Besonders wichtig ist die Unfallversicherung für Personen, die keine anderweitige Absicherung haben bzw. haben können (Kinder, Hausfrauen). Für Arbeitnehmer, die über den Arbeitgeber abgesichert sind und zudem bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) in ausreichender Höhe haben, ist die Notwendigkeit geringer.

Die BUV ist sicherlich die bedeutendere Absicherung der Arbeitskraft und des Lebensstandards, zumal die Berufsunfähigkeit statistisch sehr viel häufiger vorkommt als die Unfallinvalidität. Damit sind wir schon bei der ersten großen Einschränkung: Die private Unfallversicherung zahlt nämlich in der Regel nur für die Folgen eines Unfalls, nicht aber bei Krankheit etc.

Was ist ein Unfall?

Der Unfall ist definiert als ein plötzlich von außen auf ein Körper wirkendes Ereignis das unfreiwillig zu einer Gesundheitsschädigung führt. Sind alle fünf Kriterien erfüllt, liegt ein Unfall vor. Die private Unfallversicherung gilt weltweit, rund um die Uhr in allen Lebensbereichen.

Was leistet die Unfallversicherung?

Nach einer dauerhaften Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit durch einen Unfall, entsteht der Anspruch auf eine Kapitalleistung aus der für den Invaliditätsfall versicherten Summe. Die Höhe richtet sich nach dem Grad der Invalidität, der in den meisten Fällen mit Hilfe der sog. Gliedertraxe bestimmt wird. Danach gelten feste Invaliditätsgrade für den Verlust der Gebrauchsfähigkeit von Körperteilen und Sinnen. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung leistet die private Unfallversicherung nach der Gliedertaxe ab jedem messbaren Invaliditätsgrad ab 1%. Die Prozentbewertung kann sich je nach Versicherer unterscheiden.

Unfallversicherung Gliedertaxe
Unfallversicherung Gliedertaxe

Wichtige Ausschlüsse

Wie jede Absicherungsart kennt auch die private Unfallversicherung wichtige Ausschlüsse. Auch diese unterscheiden sich je nach Tarif und Anbieter. Immer ausgeschlossen ist der Vorsatz: Wer sich also ein Finger abhackt um bei der Versicherung abzukassieren bekommt ein Problem. Auch die Unfallfolgen beim Versuch einer vorsätzlichen Straftat sind selbstredend nicht abgesichert. Verletzungen durch Kriegs- und Bürgerkriegsereignisse sowie von Unruhen, die vom Versicherten selbst angezettelt wurden, gibt es ebenfalls keine Leistungen. Für den Alltag sicherlich wichtiger ist der Ausschluss infolge von Geistes- und Bewusstseinsstörungen (Trunkenheit, Rauschgift, Epilepsie, Schlaganfall). Gute Tarife sichern aber auch bis zu einem gewissen Promillegrad und sogar für die Folgen einer Schlägerei.

Wichtige Einschlüsse

Auch für die private Unfallversicherung gilt: Wer nur auf den Preis schaut, weiß nicht was er hat und braucht sich nicht zu wundern, wenn der Versicherer in bestimmten Fällen nicht zahlt. Der Fußballer sollte sich z.B. informieren, ob die Folgen von Bänderrissen, Knie- und Fußverletzungen oder Meniskusschäden eingeschlossen sind. Der Pilzsammler sollte besser Vorsorge für Borreliose als Folge eines Zeckenbisses treffen usw. Auch hier gilt es die Leistungen auf die persönlichen Lebensumstände mit seinem Berater abzustimmen.

Fazit:

Die Unfallversicherung hat sich zu einem immer umfassenderen Absicherungspakt entwickelt mit Todesfallschutz, Genesungsgeld, Zahlungen für besondere Leistungen und vielem anderen mehr. Besonders die Nachfrage nach sog. Asistence-Leistungen ist gestiegen (Haushalt, Botengänge, Verwaltung, Pflege usw.). Nicht immer ist alles nötig, zumal wenn man anderweitig bereits gut abgesichert ist (Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Krankentagegeld, Schwere-Krankheiten-Versicherung, Grundfähigkeitsversicherung usw.).

Reden Sie mit einem Profi und erörtern Sie ihre persönliche Versorgungssituation (Risiken, Hobbies, Beruf, Familie und Kinder, Einkommen etc.).

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
Möchten Sie sich für den Fall der Invalidität absichern?