Die Elementarversicherung im Hinblick auf Grundwasser- und Rückstauschäden

Die Elementarversicherung (oder Elementarschadenversicherung) ist in der Regel ein Baustein der Gebäudeversicherung und/oder Hausratversicherung.

Die Elementarversicherung kann bei der Hausrat- wie der Gebäudeversicherung als Deckungserweiterung dazu gewählt werden. Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Schäden durch

  • Erdbeben
  • Erdsenkung
  • Überschwemmung
  • Schnee- und Eisdruck
  • Vulkanausbruch

Die Wahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalles ist im Hinblick auf die aufgeführten Gefahren regional sehr unterschiedlich. Während der Fall eines Vulkanausbruchs oder Erdbebens hier in der Voralpenregion eher ein Lächeln hervorruft, dürften nach den Hochwasserkatastrophen 2013 und 2016 in Bayern die Schäden durch Überschwemmungen böse Erinnerungen hervorrufen.

Kein Wunder, dass die Bayerische Staatsregierung eigens eine Seite eingerichtet hat, um Hausbesitzern den Abschluss einer Elementarversicherung zu empfehlen (vgl. hier: elementar-versichern>>). Das Unwetter traf im letzten Jahr auch meinen Wohnort Polling.

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Preisentwicklung der Immobilien in Oberbayern – Inflation bei Vermögenswerten

Die Nachrichten über sich verteuernden Baugrund und Immobilien in Oberbayern und insbesondere München reißen nicht ab. Nun berichtet das Marktforschungsinstitut des Maklerverbandes IVD über die Preisentwicklung. Allein zwischen Frühjahr und Herbst diesen Jahres 2012 gibt es Preissteigerungen über 3 bis 6 Prozent. Alles Weitere zeigt die folgende Tabelle (Quelle IVD):

Oberbayern München
Baugrund Einfamilienhaus + 3,2 % + 14,8 %
Baugrund Geschossbau + 6,9 % + 4,2 %
Einfamilienhaus freistehend + 3,9 % + 4,7 %
Reihenmittelhaus – Bestand + 5,7 % + 2,5 %
Reihenmittelhaus – Neubau + 4,4 % + 3,2 %
Doppelhaushälfte – Bestand + 6,1 % + 2,7 %
Doppelhaushälfte – Neubau + 5,2 % + 2,4 %
Eigentumswhg. – Bestand + 4,0 % + 5,6 %
Eigentumswhg. – Neubau + 3,1 % + 4,2 %

Angesichts der anhaltenden Preisentwicklung wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob es sich um eine Immobilienblase handele. Dies wird von Experten in der Regel verneint, zumal die Situation mit jener in den USA oder Spanien kaum vergleichbar ist. Die Nachfrage ist echt und das Angebot knapp. Weder gibt es ein Überangebot an Immobilien durch einen angeheizten Bauboom, noch wird die Nachfrage durch fragwürdige Kreditvergabepraktiken geschürt. Sicherlich hängt das zunehmende Kaufinteresse nicht nur von Familien von Privatnutzern wie Kapitalanlegern mit der Finanzkrise und einer Flucht in Sachwerte mangels Ideen für alternative Anlagemöglichkeiten zusammen. Aber von einer Blasenbildung kann hier wohl noch nicht gesprochen werden.

Meine Interpretation ist die, dass es sich hier um eine klassische Vermögenspreisinflation handelt, angetrieben durch billiges Geld, d.h. mit niedrigen Zinssätzen und Furcht vor einem Finanzcrash aufgrund der Überschuldungskrise.

Dr. Guido Kirner (Polling)

 

Immobilienpreise steigen, Finanzierungskosten bleiben günstig

Die Immobilienpreise im Süden Bayerns steigen weiter, die Finanzierungskosten bleiben günstig (die Belastung liegt unter jenen von vor 10 Jahren), eine Blasenbildung mit rapidem Wertverfall (wie z.B. in Spanien) ist dessen ungeachtet unwahrscheinlich.

So lässt sich das Ergebnis einer aktuellen Studie zu Immobilienpreisen der LBS zusammenfassen.  Hier werden jeweils die Top 30 der Städten und Gemeinden in vier unterschiedlichen Kategorien aufgelistet; allein 74 der 120 Städte und Gemeinden mit Spitzenplatzierungen liegen in Bayern.

Während der Immobilienmarkt in Bayern lange gespalten war in attraktive Regionen mit Wertsteigerungen und solche, wo die Preise eher sanken, scheint es nun überall im Lande mit den Preisen aufwärts zu gehen. So haben die Preise 2011 um 7 Prozent, im Jahr 2010 gar um 9 % zugelegt.

Der häufigste Wert für ein neues Reihenhaus in mittlerer bis guter Wohnlage mit ca. 100 qm ortsüblichem Grundstück (ohne Garage) zahlt man in München inzwischen 600.000 Euro, in Starnberg 575.000 Euro, in Gauting 570.000 Euro, in Garmisch Partenkirchen 500.000 Euro, Fürstenfeldbruck (Germering und Olching) 435.000, in Geretsried (Stuttgart und Darmstadt) 410.000 Euro, in Weilheim 405.000 Euro, in Landsberg (Nürnberg, Regensburg, Lindau, Rosenheim) 400.000 Euro und in Freising (Erlangen) 375.000 Euro. Für gebrauchte Reihenhäuser kann man ca. 25.000 bis 50.000 Euro abziehen.

Bei Eigentumswohnungen (3 Zimmer, 80 qm, mittlere bis gute Lage ohne Garage/Stellplatz, keine Steuermodelle) liegt München ebenfalls vorne mit 4.500 Euro (Gebrauchtimmobilien 3.500 Euro), am unteren Ende liegt Erding mit 3.100 Euro (gebraucht 2.150 Euro). Dazwischen liegen z.B. Gauting 4.200 Euro (3.350), Garmisch-Partenkirchen 3.900 Euro (2.450), Starnberg 3.600 Euro, Geretsried 3.250 Euro (2.150).

Altersarmut in Bayern

Wie auch immer die politische Meinung zum Thema Gesetzliche Rentenversicherung im Verhältnis zur Privaten Vorsorge sein mag, Tatsache ist, die Gesetzliche Rente reicht schon jetzt nicht mehr für jeden vierten bis fünften Rentner, und das auch in wohlhabenden Bundesländern.

In Bayern sind laut VdK 435.000 Menschen von der Altersarmut betroffen, d.h. sie leben im Alter(über 65)  unterhalb der Armutsschwelle. Diese liegt gemäß bayerischem Sozialbericht bei 859 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt. Wieso die Schwelle genau bei dieser Zahl festgelegt wird, ist mir schleierhaft, auch könnte eingewandt werden, dass es sich hierbei um eine recht komfortable Armutsdefinition handelt. Zu bedenken ist, nach Abzug von Miete, Nebenkosten und Lebenshaltung bleibt wenig bis nichts.

Die Durchschnittsrente für Männer liegt in Bayern bei 853 Euro; bei Frauen ist die Situation weit schlimmer: die Rente liegt hier im Schnitt bei nur 506 Euro, also ganze 300 Euro unter der Armutsschwelle. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Zahlen verdeutlichen, die Renten sinken und die Zahl der armutsgefährdeten Rentner nimmt zu.

Sinkende Re3aleinkommen, das steigende Risiko für Pflegebedürftigkeit, geringer Schutz bei Erwerbsminderung oder gar keiner bei Berufsunfähigkeit, steigende Gebühren und Kosten im Gesundheitswesen usw. verweisen auf keine rosige Zukunft. Wer aber nach dem Staat ruft, der wird wohl auf immer taubere Ohren stoßen. Der Sozialstaat ist an seine Grenzen gelangt, hat – wie die Schuldenproblematik zeigt – auf Kosten der Zukunft gelebt und immer weniger (eigentlich gar nichts mehr) zu verteilen. Die Zeiten werden härter.

Dr. Guido Kirner, Private Finanzplanung & Versicherungsmakler (Polling)

Libysch-italienisch-bayerische Bank

In jeder besseren Stadt Bayerns (so auch in unserem schönen Weilheim in Oberbayern) gibt es (zumeist in bester Lage) eine Filiale der HypoVereinsbank (HVB), ehemals bayerische Vereinsbank. Viele Bayern sind Kunden dieser Bank. Der älteste Zweig lässt sich sogar auf die Hochfürstlich-Brandenburg-Anspach-Bayreuthische Hofbanco zurückführen. (hier mehr>>)

Sie steht nach wechselvoller Geschichte u.a. in der Tradition der bayerischen Staatsbank, der bayerischen Hypotheken- und Wechselbank und vieler anderen Banken, die fusionierten. 1998 entstand die bayerische Hypo- und Vereinsbank. Bis 2002 wurde noch die österreichische Bank Austria Creditanstalt einverleibt, die u.a. eine bulgarische und serbische Bank kaufte.

Doch die Bank wuchs nicht nur, es wurden auch Sparten abgespalten, zumindest der Immobilienfinanzierer der Bank. So entstand die Hypo Real Estate, welche in der Finanz- und Bankenkrise der letzten Jahre zum großen Sorgenkind avancierte. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Hypo- und Vereinbsank wurde nun zwischen 2006-2008 in mehreren Phasen italienisch, nämlich zur Tochter der UniCredit Group. Dieser ehrenwerten Mailändischen Großbank wurde das zweifelhafte Glück zuteil, dass sich ein ein gewisser Muammar al-Gaddafi mittels eines Staatsfonds und der Libyan Foreign Bank an der UniCredit beteiligte.

Gaddafi ist von Beruf Diktator und Staatsschauspieler in Libyen, der sich aktuell blutig weigert, seine Stellung aufzugeben, weil das Volk ihn nicht mehr haben will.

Nun habe ich zwei Fragen? Wem gehören eigentlich die libyschen Anteile, dem Volk oder dem Dikator? Und wissen die Kunden der einstigen HVB eigentlich, wo sie ihr Geld anlegen?

Dr. Guido Kirner, Finanzberater und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB