Knappheit – Ein Buch über etwas, das uns alle irgendwie betrifft

9783593396774 “Der Mensch ist umso reicher, je mehr Dinge er liegen lassen kann.” (Henry David Thoreau)

Jeder kennt Mangel, sei es an Zeit, Geld oder Raum usw. Eine Wissenschaft gründet ganz besonders auf dieser anthropologischen Grundkonstante: der methodische Umgang mit knappen Ressourcen gebar den Geist der Ökonomie. Doch dessen Menschenbild vom stets rational zu seinem eigenen Nutzen bzw. Vorteil handelnden Menschen stieß und stößt an Grenzen.

Deshalb widmeten sich Sendhil Mullainathan (Professor in Harvard für Verhaltensökonomie) und Eldar Shafir  (Professor in Princeton für Psychologie) dem menschlichen Umgang mit Knappheit von einer anderen Warte. Was macht Knappheit tatsächlich mit uns, wie verändert es unsere Denk- und Verhaltensweisen?

Knappheit kann verstanden werden als „die Meinung, weniger zu haben als man braucht“. Die Autoren vertreten folgende These: „Knappheit ist nicht nur materieller Mangel, Knappheit richtet auch etwas mit den Köpfen an. Wenn Knappheit unsere Aufmerksamkeit in Beschlag nimmt, ändert sich unser Denken, sei es auf der Ebene von Millisekunden, von Stunden, Tagen oder Wochen. Indem, die Knappheit in unserem Denken ganz oben steht, beeinflusst sie, was wir wahrnehmen, wie wir unsere Möglichkeiten abwägen, wie wir nachdenken und schließlich auch, wie wir entscheiden und wie wir uns verhalten. Wenn wir von Knappheit bestimmt sind, verkörpern, bewältigen und erledigen wir die Probleme anders.“

Damit wenden sich die Autoren explizit gegen ein liberales Credo der stets gegebenen Wahlfreiheit. Bei stark empfundener Knappheit haben wir keine (ganz) freie Wahl mehr: „Wir können die geistige Kapazität oder Brandbreite unseres Denkens direkt messen. Wir können die fluide Intelligenz messen, eine wesentliche Ressource, die darüber entscheidet wie wir Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen. Wir können die Handlungskontrolle messen, eine Ressource, die unsere Impulsivität beeinflusst. Unserer Ansicht nach reduziert Knappheit alle diese Komponenten unserer Bandbreite. Knappheit macht uns weniger einfühlsam und verständnisvoll, wir denken weniger voraus und handeln unkontrollierter.“

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Billionen in der Vermögensverwaltung

Die deutschen privaten Haushalte haben 4,7 Billionen auf dem Konto, davon 1,8 Bill. (38 %) auf Bankkonten, ca. 25 weitere Prozent sind Ansprüche aus Versicherungen. Das liest sich zumindest im Spezialteil “Vermögensverwalter” einer führenden Wirtschaftszeitung. Legt man 1-1,5 % des Depotwertes als Gebühr für Managment des Vermögens zugrunde, dann weiß man das es ich um einen einträglichen Wirtschaftszweig handelt. Interessant ist vielleicht auch die Frage:

Wie ist der Reichtum in der Welt verteilt?

Laut einem Credit Suisse Global Wealth Report verteilt sich das vermögen folgendermaßen:

24,2 Millionen der Weltbevölkerung haben mehr als eine Million US Dollar Vermögen. Das sind nur 0,5 % der Erwachsenen Weltbevölkerung, die zusammengenommen 35,6 % Anteil am Weltvermögen besitzen, nämlich 69,2 Billionen US Dollar.

334 Millionen Erwachsene besitzen zwischen 100.000 und 1 Mio Us Dollar. Das sind 7,5 % der erwachsenen Weltbevölkerung, denen 43,7 % des Vermögens gehört, nämlich 85 Billionen US Dollar.

1045 Millionen der Weltbevölkerung besitzen zwischen 10.000 bis 100.000 US Dollar. Das sind 23 % Bevölkerungsanteil denen 16,5 % der Vermögen gehört, d.h. 32,1 Billionen US Dollar.

Weniger als 10.000 US Dollar haben zwei Drittel der erwachsenen Weltbevölkerung. Zusammen haben Sie nur 4,2% der Vermögen, d.h. 8,2 Billionen US Dollar.

Fazit: Die reichtsen 8 Prozent kontrollieren 80 Prozent aller Reichtümer. Mehr als drei Millarden Menschen besitzen weniger als 10.000 US Dollar. Den ärmeren 92 Prozent gehört gerade einmal 20 Prozent des weltweiten Vermögens.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner, Weilheim i.OB