Private Unfallversicherung

In Deutschland ereignen sich ca. 24.000 Unfälle täglich. Die meisten – um die 70 % ereignen sich nicht am Arbeitsplatz, sondern im privaten Lebensbereich. Rund 9 Millionen Personen erfahren jährlich unfallbedingte Verletzungen und Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit und sind dadurch weniger leistungsfähig, berufsunfähig oder gar erwerbsunfähig.

Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur für Unfälle am Arbeitsplatz und wenn die Invalidität einen Grad von Mindestens 20% erreicht hat. Erhalten Personen keine Leistungen aus der Berufsgenossenschaft, sind für Sie die Unfallfolgen noch gravierender. Viele schließen deshalb eine private Unfallversicherung ab.

Unfallstatistik
Unfallstatistik

Besonders wichtig ist die Unfallversicherung für Personen, die keine anderweitige Absicherung haben bzw. haben können (Kinder, Hausfrauen). Für Arbeitnehmer, die über den Arbeitgeber abgesichert sind und zudem bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) in ausreichender Höhe haben, ist die Notwendigkeit geringer.

Die BUV ist sicherlich die bedeutendere Absicherung der Arbeitskraft und des Lebensstandards, zumal die Berufsunfähigkeit statistisch sehr viel häufiger vorkommt als die Unfallinvalidität. Damit sind wir schon bei der ersten großen Einschränkung: Die private Unfallversicherung zahlt nämlich in der Regel nur für die Folgen eines Unfalls, nicht aber bei Krankheit etc.

Was ist ein Unfall?

Der Unfall ist definiert als ein plötzlich von außen auf ein Körper wirkendes Ereignis das unfreiwillig zu einer Gesundheitsschädigung führt. Sind alle fünf Kriterien erfüllt, liegt ein Unfall vor. Die private Unfallversicherung gilt weltweit, rund um die Uhr in allen Lebensbereichen.

Was leistet die Unfallversicherung?

Nach einer dauerhaften Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit durch einen Unfall, entsteht der Anspruch auf eine Kapitalleistung aus der für den Invaliditätsfall versicherten Summe. Die Höhe richtet sich nach dem Grad der Invalidität, der in den meisten Fällen mit Hilfe der sog. Gliedertraxe bestimmt wird. Danach gelten feste Invaliditätsgrade für den Verlust der Gebrauchsfähigkeit von Körperteilen und Sinnen. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung leistet die private Unfallversicherung nach der Gliedertaxe ab jedem messbaren Invaliditätsgrad ab 1%. Die Prozentbewertung kann sich je nach Versicherer unterscheiden.

Unfallversicherung Gliedertaxe
Unfallversicherung Gliedertaxe

Wichtige Ausschlüsse

Wie jede Absicherungsart kennt auch die private Unfallversicherung wichtige Ausschlüsse. Auch diese unterscheiden sich je nach Tarif und Anbieter. Immer ausgeschlossen ist der Vorsatz: Wer sich also ein Finger abhackt um bei der Versicherung abzukassieren bekommt ein Problem. Auch die Unfallfolgen beim Versuch einer vorsätzlichen Straftat sind selbstredend nicht abgesichert. Verletzungen durch Kriegs- und Bürgerkriegsereignisse sowie von Unruhen, die vom Versicherten selbst angezettelt wurden, gibt es ebenfalls keine Leistungen. Für den Alltag sicherlich wichtiger ist der Ausschluss infolge von Geistes- und Bewusstseinsstörungen (Trunkenheit, Rauschgift, Epilepsie, Schlaganfall). Gute Tarife sichern aber auch bis zu einem gewissen Promillegrad und sogar für die Folgen einer Schlägerei.

Wichtige Einschlüsse

Auch für die private Unfallversicherung gilt: Wer nur auf den Preis schaut, weiß nicht was er hat und braucht sich nicht zu wundern, wenn der Versicherer in bestimmten Fällen nicht zahlt. Der Fußballer sollte sich z.B. informieren, ob die Folgen von Bänderrissen, Knie- und Fußverletzungen oder Meniskusschäden eingeschlossen sind. Der Pilzsammler sollte besser Vorsorge für Borreliose als Folge eines Zeckenbisses treffen usw. Auch hier gilt es die Leistungen auf die persönlichen Lebensumstände mit seinem Berater abzustimmen.

Fazit:

Die Unfallversicherung hat sich zu einem immer umfassenderen Absicherungspakt entwickelt mit Todesfallschutz, Genesungsgeld, Zahlungen für besondere Leistungen und vielem anderen mehr. Besonders die Nachfrage nach sog. Asistence-Leistungen ist gestiegen (Haushalt, Botengänge, Verwaltung, Pflege usw.). Nicht immer ist alles nötig, zumal wenn man anderweitig bereits gut abgesichert ist (Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Krankentagegeld, Schwere-Krankheiten-Versicherung, Grundfähigkeitsversicherung usw.).

Reden Sie mit einem Profi und erörtern Sie ihre persönliche Versorgungssituation (Risiken, Hobbies, Beruf, Familie und Kinder, Einkommen etc.).

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
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Fremdwährungsdarlehen in der Immobilienfinanzierung

Sogenannte Fremdwährungsdarlehen für die Baufinanzierung werden immer noch nachgefragt. Sie wurden einst eifrig beworben und waren (insbesondere im Süddeutschen Raum) ein Erfolg, zumal die Initiatoren aus den südlichen Nachbarländern kamen.

Die wenigsten wissen, dass es sich dabei um eine Erfindung Österreichischer Banken handelt, um im Verhältnis zu den geringen Zinsen in Deutschland wettbewerbsfähig bleiben zu können. Inzwischen herrscht bei den Kreditnehmern dieser Finanzierungsform eine gewisse Ernüchterung, weil man auch mit den Risiken, zumal dem Währungsrisiko Bekanntschaft gemacht hat. So wurde in Österreich sogar überlegt, die FW-Darlehen ganz zu verbieten, zumindest sehr viel strengeren Regelungen zu unterwerfen.

Wie funktionieren Fremdwährungsdarlehen?

Der Kreditnehmer nimmt hierbei sein Darlehen in einer fremden Währung, zumeist in Schweizer Franken oder japanischen Yen auf. Ausgezahlt wird dieses Darlehen dann in Euro. Alle Zins- und Tilgungsraten werden wieder in der jeweiligen Fremdwährung gezahlt, also z.B. monatlich zum jeweils aktuellen Kurs abgerechnet und dem Darlehensnehmer in Euro auf seinem Konto belastet.

Der Vorteil bei einem Fremdwährungsdarlehen ist ganz einfach: Einmal angenommen die Darlehenszinsen liegen im Fremdwährungsland 1%-3% unter den Zinsen in Deutschland. Steigt der Wert des Euro gegenüber dem Wert der Fremdwährungen, muss der Darlehensnehmer zudem einen geringeren Gegenwert in Euro für das Fremdwährungsdarlehen zurückbezahlen. Entstehen daraus Kursgewinne, kann sich der Kreditnehmer freuen. Das ist allerdings keine Garantie für die Zukunft!

Was so positiv verlaufen kann, kann sich genau in die andere Richtung entwickeln. So stieg zum Beispiel der Wert des Yen zwischen ca. Oktober 1998 bis Oktober 2000 um rund 80%. Im Klartext: wer vorher ein Darlehen über 100.000,- EUR aufgenommen hatte, das im Oktober 2000 fällig war, musste 180.000,- EUR zurückbezahlen. Ganz so extrem sind die Schwankungen beim Schweizer Franken nicht, aber auch hier sind Kursschwankungen von bis zu 5% p.a. durchaus normal.

Nebenkosten und Gebühren

Bei vielen Anbietern von Fremdwährungsdarlehen kommen zu den eigentlichen Darlehenszinsen oft noch Spesen und Gebühren, die es in sich haben. Es gibt Bearbeitungsgebühren von 1%-3% des Kreditbetrages, Kontoführungsgebühren sowie Gebühren für den Umtausch bei Auszahlung der Darlehen in Euro oder umgekehrt den Zinszahlungen. Hinzukommen die erhöhten Kosten für die Eintragung von Grundschulden, denn meistens werden Grundschulden eingetragen, die 10%-30% über dem eigentlichen Kreditbetrag liegen.

Erhöhte Bonitätsanforderungen

Bei der Finanzierung in Franken oder Yen werden meist erhöhte Anforderungen an die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Darlehensnehmers gestellt. Der Kunde muss zumeist über ein Mindestnettoeinkommen verfügen (2.000-2.600 Euro) und braucht Eigenkapital von 30 % usw.

Fazit:

Bei Fremdwährungsdarlehen handelt es sich im Grunde im die Wette auf mindestens gleichbleibende Zinsen und Wechselkurse. Wer dieses Risiko eingehen will (und kann!) hat tatsächlich die Chance, Gewinne zu machen, trägt allerdings auch das Risiko, Schiffbruch zu erleiden. Unter Berücksichtigung aller Gebühren ist es derzeit fast immer günstiger, ein variables Darlehen in Euro aufzunehmen – ohne jedes Fremdwährungsrisiko! An ein FW-Darlehen sollte sich nur heranwagen, wer sonst schon „seine Schäfchen im Trockenen hat“, d.h. anderweitig über lastenfreie Immobilien verfügt, für das Alter vorgesorgt und die Lebensrisiken abgesichert hat.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

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Hedgefonds als Bauernhof

ZITAT: „Ein Unternehmen muss wie eine Organisation für sesshafte Landwirte aufgezogen werden und nicht wie für Jäger. Jäger essen, was sie erjagt haben. Mit Jägern lässt sich kein richtiges Unternehmen aufziehen. Organisationen überleben, wenn sie wie ein Bauernhof arbeiten. LTCM war eine Jäger-Organisation.“ – Was meinen sie damit? – „Die Händler haben alles kontrolliert. Jäger wollen danach bezahlt werden, wie viel Geld sie für das Unternehmen gemacht haben. Sie wollen niemanden Einblick in ihre Handelsstrategien geben, ihre Erfolgsrezepte geheim halten. Gleichzeitig beobachten sie die übrigen Jäger, und wenn einer erfolgreich ist, versuchen Sie ihn auf seinen Beutegrund zu folgen und ihn zu imitieren. Ist ein Unternehmen hingegen wie ein Bauernhof aufgezogen, richtet sich das Gehalt der Mitarbeiter danach, wie gut es dem ganzen Hof geht. Die Mitarbeiter müssen daran glauben, dass das Ganze mehr wert ist als die Summe der Einzelteile.“
FAZ-Interveiw mit Myron S. Scholes (Nobelpreisträger und Verwaltungsratsvorsitzender des Hedge-Fonds Platinum Growth Asset Management) auf die Frage nach dem Kollaps des von ihm einst mitgegründeten Hedge-Fonds LTCM)
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