Die Elementarversicherung im Hinblick auf Grundwasser- und Rückstauschäden

Die Elementarversicherung (oder Elementarschadenversicherung) ist in der Regel ein Baustein der Gebäudeversicherung und/oder Hausratversicherung.

Die Elementarversicherung kann bei der Hausrat- wie der Gebäudeversicherung als Deckungserweiterung dazu gewählt werden. Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Schäden durch

  • Erdbeben
  • Erdsenkung
  • Überschwemmung
  • Schnee- und Eisdruck
  • Vulkanausbruch

Die Wahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalles ist im Hinblick auf die aufgeführten Gefahren regional sehr unterschiedlich. Während der Fall eines Vulkanausbruchs oder Erdbebens hier in der Voralpenregion eher ein Lächeln hervorruft, dürften nach den Hochwasserkatastrophen 2013 und 2016 in Bayern die Schäden durch Überschwemmungen böse Erinnerungen hervorrufen.

Kein Wunder, dass die Bayerische Staatsregierung eigens eine Seite eingerichtet hat, um Hausbesitzern den Abschluss einer Elementarversicherung zu empfehlen (vgl. hier: elementar-versichern>>). Das Unwetter traf im letzten Jahr auch meinen Wohnort Polling.

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kirnerfinanz bietet umfangreiche Vergleichsrechner

Kunden und Interessenten haben nun die Möglichkeit über kirnerfinanz sich einen unabhängigen Marktüberblick zu Sachversicherungen zu verschaffen:

versicherungsvergleich-oberland.de >>

Dessen ungeachtet bietet sich die Möglichkeit für einen persönlichen Ansprechpartner in der Region (Oberbayern, Oberland, Pfaffenwinkel) und darüber hinaus.

Hier finden sich auch äußerst günstige Versicherungstarife mit Sonderkonditionen.

Meine Finanzen – Ein neues Portal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

WWW.FAZ.NET/meinefinanzen>>

Mit dem obigen Link gelangen Sie auf das diesen Dienstag neu eröffnete Portal Meine Finanzen der FAZ online, das ich hiermit empfehlen möchte.

Hier kann man sich Rat zu unterschiedlichsten Bereichen der privaten Finanzplanung holen und entsprechend informieren.

Guido Kirner

 

Die Geburt eines Kindes. Eine kurze Checkliste für Finanzen und Vorsorge

Vor, mit und nach der Geburt eines Kindes entsteht zumeist eine zunächst unruhige Zeit. Die Geburt selbst ist aufregend, Großeltern und Freunde kommen zu Besuch, Gratulationen, viele mehr oder weniger nützliche Tipps, ein neuer Lebensrhythmus, kurz: Neuorientierung wird verlangt bis sich die Routinen einstellen. Auch müssen bestimmte zunächst lästige aber wichtige Formalitäten abgearbeitet werden. Einige davon betreffen Finanzen und Vorsorge.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchte ich hier in Form einer Art Checkliste eine erste Orientierung geben, was beachtet werden sollte.

–          Klärung der Krankenversicherung

Die Krankenversicherung des neugeborenen Kindes richtet sich in der Regel nach jener der Eltern und stellt in den meisten Fällen kein Problem dar. Sie müssen ihr Kind eben nur bei der Krankenkasse anmelden.

Komplizierter wird es bei verheirateten Ehepaaren, wenn ein Elternteil gesetzlich, das andere aber privat krankenversichert ist. Ich habe die komplizierten Regelungen einmal in einem Artikel auf dem Blog zu ordnen versucht und genauer dargestellt [siehe hier>>]. Am besten Sie klären die Mitgliedschaft vor der Geburt, zumal ja bereits die Geburt selbst einen medizinischen Eingriff darstellt und auch für die anschließenden U-Untersuchungen geklärt sein sollte, wie ihr Kind versichert ist. In der privaten Krankenversicherung (PKV) ist unbedingt die Zwei-Monatsfrist zu beachten. Nur innerhalb dieser Frist nach der Geburt wird das Kind ohne Gesundheitsfragen automatisch nachversichert. Informieren Sie sich also bereits im Vorfeld der Geburt bei Ihrer Krankenkasse.

–          Kindergeld beantragen

Einer der ersten bürokratischen Schritte nach der Geburt ihres Kindes sollte die Beantragung des Kindergeldes sein. Denn erst wenn Kindergeldstelle und Kindergeldnummer vorhanden sind, können weitere Schritte veranlasst werden.

Download PDF: MB-Kindergeld>>

–          Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Dazu zählt z.B. die Klärung der Frage, ob es für Sie steuerlich günstiger ist, Kindergeld zu bekommen oder ob sie sich besser einen Kinderfreibetrag eintragen lassen. Letzteres wird sich für höhere Einkommen lohnen. Hierfür prüft das Finanzamt, was günstiger ist, jedoch nicht die Ansprüche selbst und auch nicht deren Höhe. Folglich muss das Kindergeld überhaupt erst einmal beantragt sein. Ihr Steuerberater wird Ihnen dabei helfen. Man kann sich daran orientieren, dass für Alleinerziehende ab einem Bruttoeinkommen von 35.000 Euro und für zusammenveranlagte Ehepaare ab 63.000 Euro Freibeträge günstiger sind. Das Kindergeld wird mindestens bis zum 18. Lebensjahr, längstens bis zum 25. Lebensjahr des Kindes bezahlt.

Siehe auch hier>>

–          Steuerklassen prüfen und ggf. wechseln

Mit der Geburt des Kindes kann sich die berufliche und zeitliche Situation der Eltern erheblich ändern. Das wirkt sich auch auf die jeweilige Einkommenssituation aus. Deshalb sollten verheiratete Paare ihre Steuerklassen prüfen. Falls die z.B. die Frau zur Betreuung des Kindes erst einmal zu Haus bleibt, kann sich ein Wechsel von Steuerklasse 5 in Steuerklasse 3 lohnen. Der Tausch ist allerdings sieben Monate vor der Geburt vorzunehmen. Fragen Sie auch dazu ihren Steuerberater rechtzeitig.

–          Elterngeld beantragen

Vorausgesetzt beide Eltern können und möchten sich eine Auszeit nehmen, um sich ihrem Neugeborenen mindestens zwei Monate zu widmen, sollte das sog. Elterngeld beantragt werden, welches bis zu 14 Monaten bezahlt wird. Die Höhe beträgt 300-1800 Euro, je nach dem Prozentsatz des Nettoeinkommens (i.d.R. ca. 65 %). Die Berechnungsgrundlage wird sich dieses Jahr noch ändern, wobei statt dem realen Nettolohn Pauschale Beträge berechnet werden.

–          Bei Riesterverträgen: Kinderzulage beantragen

Sofern Sie in einen sog. Riestervertrag sparen und Ihnen die Kindergeldstelle und Kindergeldnummer bereits bekannt ist, sollten sie auch die Zulage für Ihr Kind beantragen, immerhin 300 Euro die ihnen der Staat im Jahr als Zulage obendrauf einbezahlt. Nehmen sie also Kontakt zu der Gesellschaft auf, bei welcher sie den Riestervertrag abgeschlossen haben oder kontaktieren sie ihren Vermittler. Er wird Ihnen sicherlich gerne behilflich sein und den Antrag vorzubereiten.

–          In der Haftpflichtversicherung: Schutz auch für Kinder unter 7 Jahren

Die Haftpflichtversicherung gehört zur Basisausstattung der Existenzsicherung. Sie ist überdies günstig (50-100 Euro im Jahr). Prüfen sie also, ob sie einen Familientarif in der Haftpflichtversicherung haben. Als Alleinerziehender gibt es auch (wenige, aber sehr gute) Tarife, die ihr Kind kostenlos mitversichert.

Grundsätzlich haften Eltern für Handlungen ihrer Kinder, auch wenn sie unmündig anderen einen Schaden zufügen. Denn es besteht eine Aufsichtspflicht. Diese kann aber nicht als Totalüberwachung ausgelegt werden. Wenn keine Aufsichtspflichtverletzung nachgewiesen werden kann geht der Geschädigte leer aus. Handelt es sich um einen Nachbarn (dessen Auto z.B. vom Roller ihres Kindes zerkratzt wurde) kann hier unnötiger Ärger entstehen, zumal gute Tarife hier durchaus Schutz bieten. Wenden Sie sich an ihren Versicherungsvermittler und lassen ihren Tarif einmal daraufhin überprüfen.

–          Schutz bei Invalidität oder Krankheit

Auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Schule und zurück sind Kinder (ähnlich wie Arbeitnehmer) grundsätzlich unfallversichert. Jedoch sind hier einige Feinheiten zu beachten, so muss z.B. der direkte Weg genommen werden usw. Letztlich haben Kinder aber darüber hinaus und insbesondere in ihrer Freizeit (bei Sport und Spiel), wo die häufigsten Unfälle passieren, keine finanzielle Absicherung (siehe auch hier>>). Sie sollten deshalb für ihr Kind eine Private Unfallrente und Invaliditätssumme absichern, die keinen hohen Kostenaufwand darstellen. Empfohlen wird darüber hinaus auch eine Absicherung für lange und schwere Krankheiten. Lesen sie dazu folgenden Artikel Unfallversicherung resp. Invaliditätsversicherungen auf meinem Blog>>

–          Finanzielle Absicherung im Todesfall der Eltern

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, umso größer können aber die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Todesfalls von Vater und/oder Mutter für das Kind (und den überlebenden Elternteil) sein. Auch muss berücksichtigt werden, ob ggf. Hypotheken oder andere Verbindlichkeiten zu bedienen sind. Kinder, Lebens- und Ehepartner sollten keine Schulden erben. Wahrscheinlich fällt auch ein Einkommen weg. Die Lebenshaltungskosten müssen jedenfalls irgendwie aufgebracht werden. Deshalb sollten Eltern eine Risikolebensversicherung abschließen. Gerade für junge Paare ist diese Absicherung zudem recht günstig: 100.000 Euro Absicherung kosten im Monat oft weniger als eine Pizza (sofern keine erhöhten Risiken in Beruf, Hobby oder Gesundheit vorliegen).

–          Betreuungskosten absetzen

Bis zum 14. Lebensjahr können Sie Beiträge für einen Kindergartenplatz, für einen Hort oder eine Tagesmutter steuerlich geltend machen. Das gilt nur für die Betreuung, nicht für Verpflegung. Zwei Drittel sind absetzbar bis maximal 4000 Euro im Jahr. Selbst die Benzinkosten für die Anfahrt der Großeltern können abgesetzt werden. Siehe auch hier>>

–          Zuschüsse vom Arbeitgeber?

Vielleicht möchte Sie auch Ihr Arbeitgeber bei den Betreungskosten z.B. für die Kita unterstützen. Möglicherweise haben Sie im Arbeitsvertrag, tarifvertraglich Vereinbarungen getroffen, die sie nutzen können. Vielleicht möchte Sie ihr Chef auch einfach wieder gerne möglichst schnell in der Firma sehen und hat offene Ohren für Ihr Anliegen. Fragen Sie ihren Arbeitgeber zu den Möglichkeiten.

–          Kostenloses Sparplankonto als Ausbildungsversicherung

Nach der Geburt eines Kindes fragen nicht selten Großeltern, Onkel und Tanten, wie sie das Kind finanziell unterstützen können. Der Klassiker ist sicherlich das Sparbuch, jedoch liegen hier die Zinsen unterhalb der Teuerungsraten. Von sog. Ausbildungsversicherungen (egtl. mit kürzerer Laufzeit abgeschlossene Kapitallebensversicherungen) rate ich mangels Flexibilität und Kosten eher ab.

Eröffnen Sie besser ein kostenloses Fondssparplankonto, auf welchem Sie und andere sinnvoll Geld für Ihr Kind ansparen können, sei es für den Führerschein, für einen längeren Auslandsaufenthalt, für das erste Auto, für das Studium …..Gründe (und Kosten) gibt es genug.

Dr. Guido Kirner (Polling/Weilheim)

Versicherungsbetrug und schwarze Liste

Versicherungen sind eher unbeliebte Produkte, ausser man braucht sie. Sie kosten Geld und entfalten ihren Sinn zumeist nur bei negativen Situationen, d.h. im Schadensfall. Nicht nur deshalb pflegen manche Menschen einen eher “kreativen Umgang” mit der Schadensmeldung bis hin zum Versicherungsbetrug. Letzterer steckt laut Schätzungen hinter jeder zehnten Schadensmeldung. Die Kosten belaufen sich auf 4 Milliarden Euro. Besonders anfällig für Betrug sind neben dem KFZ vor allem IT-Produkte, insbesondere Laptops und Handys. Kaum war z.B. das iPhone4 auf dem Markt, häuften sich die Haftpflichtschäden für das iPhone3.

Die Versicherungsbranche versucht sich dagegen zu schützen und führt über bestimmten Auffälligkeiten Buch. Diese sog. Warndatei der Versicherer gibt es seit 1993 und heisst Hinweis und Informationssystem (HIS). Es handelt sich um eine Art schwarze Liste der Versicherungsbranche. Hier werden Daten von 4 Millionen Personen und 5 Millionen Fahrzeugen gespeichert. Nunmehr wird die Warndatei (auch auf Druck von Datenschützern) modernisiert. Die Daten werden nicht mehr vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gesammelt und bei Anfrage per CD verschickt. Stattdessen gibt es nun eine Online-Auskunftei, für welche die Bertelsmann-Gruppe eigens ein Unternehmen gegründet hat.

Gemeldet wird z.B., wer beim Rechtsschutz mehr als vier Schadenfälle pro 12 Monate hatte, wer mit seinem Auto einen hohen Totalschaden erlitt oder hohe Schäden über Gutachter beglich, wer bei Sachversicherungen mehr als drei Schadensfälle in zwei Jahren regulieren wollte oder eine Berufsunfähigkeitsrente von über 9.000 Euro im Jahr abschließt. Auch erhöhte Risiken durch Beruf oder Hobby werden registriert, zudem Absicherungen im Todesfall über 100.000 Euro. Überdies gibt es einen Punktekatalog, z.B. für Schadensmeldungen innerhalb von drei Monaten nach Abschluss der Versicherung.

Diese Datei halte ich für verbraucherfeindlich und anfällig für Mißbrauch, zumal sie Versicherungsnehmer unter einen Generalverdacht stellen für Gründe, weshalb Versicherungen überhaupt abgeschlossen werden. Auch stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß Profile erstellt werden und wer darauf Zuriff hat. Andererseits ist Versicherungsbetrug kein Kavaliersdelikt, sondern mehr als unsoziales Verhalten, das die Versichertengemeinschaft über höhere Beiträge finanzieren muss. Doch lassen sich Verdachtsfälle m.E. auch im Einzelfall prüfen.

Dr. Guido Kirner, Finanzberatung und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB.