Die Geburt eines Kindes. Eine kurze Checkliste für Finanzen und Vorsorge

Vor, mit und nach der Geburt eines Kindes entsteht zumeist eine zunächst unruhige Zeit. Die Geburt selbst ist aufregend, Großeltern und Freunde kommen zu Besuch, Gratulationen, viele mehr oder weniger nützliche Tipps, ein neuer Lebensrhythmus, kurz: Neuorientierung wird verlangt bis sich die Routinen einstellen. Auch müssen bestimmte zunächst lästige aber wichtige Formalitäten abgearbeitet werden. Einige davon betreffen Finanzen und Vorsorge.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchte ich hier in Form einer Art Checkliste eine erste Orientierung geben, was beachtet werden sollte.

–          Klärung der Krankenversicherung

Die Krankenversicherung des neugeborenen Kindes richtet sich in der Regel nach jener der Eltern und stellt in den meisten Fällen kein Problem dar. Sie müssen ihr Kind eben nur bei der Krankenkasse anmelden.

Komplizierter wird es bei verheirateten Ehepaaren, wenn ein Elternteil gesetzlich, das andere aber privat krankenversichert ist. Ich habe die komplizierten Regelungen einmal in einem Artikel auf dem Blog zu ordnen versucht und genauer dargestellt [siehe hier>>]. Am besten Sie klären die Mitgliedschaft vor der Geburt, zumal ja bereits die Geburt selbst einen medizinischen Eingriff darstellt und auch für die anschließenden U-Untersuchungen geklärt sein sollte, wie ihr Kind versichert ist. In der privaten Krankenversicherung (PKV) ist unbedingt die Zwei-Monatsfrist zu beachten. Nur innerhalb dieser Frist nach der Geburt wird das Kind ohne Gesundheitsfragen automatisch nachversichert. Informieren Sie sich also bereits im Vorfeld der Geburt bei Ihrer Krankenkasse.

–          Kindergeld beantragen

Einer der ersten bürokratischen Schritte nach der Geburt ihres Kindes sollte die Beantragung des Kindergeldes sein. Denn erst wenn Kindergeldstelle und Kindergeldnummer vorhanden sind, können weitere Schritte veranlasst werden.

Download PDF: MB-Kindergeld>>

–          Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Dazu zählt z.B. die Klärung der Frage, ob es für Sie steuerlich günstiger ist, Kindergeld zu bekommen oder ob sie sich besser einen Kinderfreibetrag eintragen lassen. Letzteres wird sich für höhere Einkommen lohnen. Hierfür prüft das Finanzamt, was günstiger ist, jedoch nicht die Ansprüche selbst und auch nicht deren Höhe. Folglich muss das Kindergeld überhaupt erst einmal beantragt sein. Ihr Steuerberater wird Ihnen dabei helfen. Man kann sich daran orientieren, dass für Alleinerziehende ab einem Bruttoeinkommen von 35.000 Euro und für zusammenveranlagte Ehepaare ab 63.000 Euro Freibeträge günstiger sind. Das Kindergeld wird mindestens bis zum 18. Lebensjahr, längstens bis zum 25. Lebensjahr des Kindes bezahlt.

Siehe auch hier>>

–          Steuerklassen prüfen und ggf. wechseln

Mit der Geburt des Kindes kann sich die berufliche und zeitliche Situation der Eltern erheblich ändern. Das wirkt sich auch auf die jeweilige Einkommenssituation aus. Deshalb sollten verheiratete Paare ihre Steuerklassen prüfen. Falls die z.B. die Frau zur Betreuung des Kindes erst einmal zu Haus bleibt, kann sich ein Wechsel von Steuerklasse 5 in Steuerklasse 3 lohnen. Der Tausch ist allerdings sieben Monate vor der Geburt vorzunehmen. Fragen Sie auch dazu ihren Steuerberater rechtzeitig.

–          Elterngeld beantragen

Vorausgesetzt beide Eltern können und möchten sich eine Auszeit nehmen, um sich ihrem Neugeborenen mindestens zwei Monate zu widmen, sollte das sog. Elterngeld beantragt werden, welches bis zu 14 Monaten bezahlt wird. Die Höhe beträgt 300-1800 Euro, je nach dem Prozentsatz des Nettoeinkommens (i.d.R. ca. 65 %). Die Berechnungsgrundlage wird sich dieses Jahr noch ändern, wobei statt dem realen Nettolohn Pauschale Beträge berechnet werden.

–          Bei Riesterverträgen: Kinderzulage beantragen

Sofern Sie in einen sog. Riestervertrag sparen und Ihnen die Kindergeldstelle und Kindergeldnummer bereits bekannt ist, sollten sie auch die Zulage für Ihr Kind beantragen, immerhin 300 Euro die ihnen der Staat im Jahr als Zulage obendrauf einbezahlt. Nehmen sie also Kontakt zu der Gesellschaft auf, bei welcher sie den Riestervertrag abgeschlossen haben oder kontaktieren sie ihren Vermittler. Er wird Ihnen sicherlich gerne behilflich sein und den Antrag vorzubereiten.

–          In der Haftpflichtversicherung: Schutz auch für Kinder unter 7 Jahren

Die Haftpflichtversicherung gehört zur Basisausstattung der Existenzsicherung. Sie ist überdies günstig (50-100 Euro im Jahr). Prüfen sie also, ob sie einen Familientarif in der Haftpflichtversicherung haben. Als Alleinerziehender gibt es auch (wenige, aber sehr gute) Tarife, die ihr Kind kostenlos mitversichert.

Grundsätzlich haften Eltern für Handlungen ihrer Kinder, auch wenn sie unmündig anderen einen Schaden zufügen. Denn es besteht eine Aufsichtspflicht. Diese kann aber nicht als Totalüberwachung ausgelegt werden. Wenn keine Aufsichtspflichtverletzung nachgewiesen werden kann geht der Geschädigte leer aus. Handelt es sich um einen Nachbarn (dessen Auto z.B. vom Roller ihres Kindes zerkratzt wurde) kann hier unnötiger Ärger entstehen, zumal gute Tarife hier durchaus Schutz bieten. Wenden Sie sich an ihren Versicherungsvermittler und lassen ihren Tarif einmal daraufhin überprüfen.

–          Schutz bei Invalidität oder Krankheit

Auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Schule und zurück sind Kinder (ähnlich wie Arbeitnehmer) grundsätzlich unfallversichert. Jedoch sind hier einige Feinheiten zu beachten, so muss z.B. der direkte Weg genommen werden usw. Letztlich haben Kinder aber darüber hinaus und insbesondere in ihrer Freizeit (bei Sport und Spiel), wo die häufigsten Unfälle passieren, keine finanzielle Absicherung (siehe auch hier>>). Sie sollten deshalb für ihr Kind eine Private Unfallrente und Invaliditätssumme absichern, die keinen hohen Kostenaufwand darstellen. Empfohlen wird darüber hinaus auch eine Absicherung für lange und schwere Krankheiten. Lesen sie dazu folgenden Artikel Unfallversicherung resp. Invaliditätsversicherungen auf meinem Blog>>

–          Finanzielle Absicherung im Todesfall der Eltern

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, umso größer können aber die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Todesfalls von Vater und/oder Mutter für das Kind (und den überlebenden Elternteil) sein. Auch muss berücksichtigt werden, ob ggf. Hypotheken oder andere Verbindlichkeiten zu bedienen sind. Kinder, Lebens- und Ehepartner sollten keine Schulden erben. Wahrscheinlich fällt auch ein Einkommen weg. Die Lebenshaltungskosten müssen jedenfalls irgendwie aufgebracht werden. Deshalb sollten Eltern eine Risikolebensversicherung abschließen. Gerade für junge Paare ist diese Absicherung zudem recht günstig: 100.000 Euro Absicherung kosten im Monat oft weniger als eine Pizza (sofern keine erhöhten Risiken in Beruf, Hobby oder Gesundheit vorliegen).

–          Betreuungskosten absetzen

Bis zum 14. Lebensjahr können Sie Beiträge für einen Kindergartenplatz, für einen Hort oder eine Tagesmutter steuerlich geltend machen. Das gilt nur für die Betreuung, nicht für Verpflegung. Zwei Drittel sind absetzbar bis maximal 4000 Euro im Jahr. Selbst die Benzinkosten für die Anfahrt der Großeltern können abgesetzt werden. Siehe auch hier>>

–          Zuschüsse vom Arbeitgeber?

Vielleicht möchte Sie auch Ihr Arbeitgeber bei den Betreungskosten z.B. für die Kita unterstützen. Möglicherweise haben Sie im Arbeitsvertrag, tarifvertraglich Vereinbarungen getroffen, die sie nutzen können. Vielleicht möchte Sie ihr Chef auch einfach wieder gerne möglichst schnell in der Firma sehen und hat offene Ohren für Ihr Anliegen. Fragen Sie ihren Arbeitgeber zu den Möglichkeiten.

–          Kostenloses Sparplankonto als Ausbildungsversicherung

Nach der Geburt eines Kindes fragen nicht selten Großeltern, Onkel und Tanten, wie sie das Kind finanziell unterstützen können. Der Klassiker ist sicherlich das Sparbuch, jedoch liegen hier die Zinsen unterhalb der Teuerungsraten. Von sog. Ausbildungsversicherungen (egtl. mit kürzerer Laufzeit abgeschlossene Kapitallebensversicherungen) rate ich mangels Flexibilität und Kosten eher ab.

Eröffnen Sie besser ein kostenloses Fondssparplankonto, auf welchem Sie und andere sinnvoll Geld für Ihr Kind ansparen können, sei es für den Führerschein, für einen längeren Auslandsaufenthalt, für das erste Auto, für das Studium …..Gründe (und Kosten) gibt es genug.

Dr. Guido Kirner (Polling/Weilheim)

Absicherung von Kindern – Unfallversicherung und Invaliditätsversicherung

Die Fürsorge von Eltern Neugeborener oder von Kleinkindern ist besonders groß. Sie sind erpicht darauf, alles für ihre neuen kleinen Erdenbürger richtig zu machen. Sobald der Kopf etwas frei geworden ist, stellt sich auch die Frage nach der richtigen Vorsorge und wie das Kind vor den finanziellen Folgen bestimmter Lebensrisiken geschützt werden kann. Neben der besseren Krankenversorgung durch Krankenzusatzversicherungen kommen auch Ansparvorgänge z.B. für die spätere Ausbildung und ähnliches zur Sprache.

Am häufigsten bei der Sorge um existentielle Risiken wird sicherlich die private Unfallversicherung zum Thema. Während man bei Erwachsenen je nach Risikoneigung, Hobbies, Beruf und anderweitiger Absicherungen (insbesondere bei bestehender Berufsunfähigkeitsversicherung) über Sinn und Zweck von Unfallversicherungen streiten kann (zumal wenn die Bedingungen seit Jahren nicht mehr überprüft worden sind), bestehen hinsichtlich des Nutzens für Kinder kaum Zweifel. Verbraucherschützer, also eher versicherungskritische Experten, empfehlen sogar einen noch umfassenderen Schutz für Kinder, nämlich die sog. Invaliditätsversicherung (vgl. Finanztest 1/2010, S. 60-65; s.a. Capital 05/2011, S. 122-124). Um was geht es dabei?

Zunächst einige Fakten

In Deutschland ist ein Kind von 100 behindert. Ein Drittel davon kam mit der Behinderung zur Welt. Die meisten anderen wurden nach schwerer Krankheit nicht mehr ganz gesund. Folglich sind Krankheiten die häufigste Ursache von Schwerbehinderungen während nur ein knappes halbes Prozent der Kinder und Jugendlichen durch Unfälle beeinträchtigt ist. Der staatliche Kinderschutz ist dürftig. Unfallschutz gibt es nur im Kindergarten bzw. in der Schule sowie auf dem direkten Weg dorthin und zurück. Die Pflegekasse zahlt je nach Stufe der Invalidität durch Unfall oder Krankheit zwischen 225 und 685 Euro (in seltensten Ausnahmen auch mal mehr). FAZIT: der gesetzliche Schutz der Kinder ist dürftig und wiegt weder bei Invalidität durch Krankheit oder Unfall die Kosten z.B. für zusätzliche Betreuung, Umbau der Wohnung, Anpassung von Fortbewegungsmitteln oder gar den finanziellen Nachteilen im späteren Erwerbsleben. Eine private Absicherung tut Not.

 Unfallversicherung oder Invaliditätsversicherung?

Wie aus dem gesagten deutlich wird, ist der Unfall in den seltensten Fällen der Grund für eine Invalidität bei Kindern. Gerade weil die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, sind die Prämien für eine private Unfallversicherung von Kindern selbst bei hohen Versicherungssummen recht günstig. Deshalb sollte die private Unfallversicherung allenfalls als eine Mindestabsicherung betrachtet werden, sofern eine Absicherung mittels Invaliditätsversicherung nicht bezahlbar erscheint.

Unbedingt empfehlenswert für Kinder ist bei einer Unfallversicherung der Zusatzbaustein einer Invaliditätsrente. Diese garantiert für das Kind die regelmäßige Zahlung einer gleichbleibenden Summe pro Monat lebenslang, sofern ein Invaliditätsgrad über 50 % festgestellt wird. Diese Möglichkeit verteuert zwar eine Unfallversicherung deutlich, schafft jedoch auch eine beruhigende Vorstellung, wenn bei Schwerbehinderung eine Art Grundeinkommen gesichert ist, selbst wenn die Eltern nicht mehr für ihr Kind sorgen können.

Hier ist man gewissermaßen bereits auf halbem Weg zur Invaliditätsversicherung. Denn diese zahlt wahlweise eine lebenslange Rente oder einen Einmalbetrag bei bleibenden Schäden ab einem gewissen Schweregrad, unabhängig davon, ob sie nach einem Unfall oder eine Krankheit eingetreten sind. Damit ist der Schutz sehr viel umfassender als bei der reinen Unfallversicherung. Hier bekommt Familie von der Versicherung Geld, wenn das Versorgungsamt dem Kind einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 oder mehr bescheinigt.

Wichtige Klauseln

Wie immer und insbesondere bei Versicherungen liegt die Qualität für solche Kinderpolicen im Detail, d.h. es ist auf bestimmte Klauseln zu achten. Im Jahr 2007 entschied z.B. der Bundesgerichtshof, dass Versicherungen auch bei angeborenen Krankheiten zahlen müssen, wenn diese erst nach Abschluss des Vertrages diagnostiziert wurden. Überall, wo Gesundheitsfragen eine Rolle spielen, sollte der Vertrag möglichst früh abgeschlossen werden. Ferner sollte auf die sog. Gutachterklausel sowie auch insgesamt auf die Vorschriften zur Leistungsprüfung geachtet werden.

Kosten

Bei Interesse sollten sie sich von einem versierten Makler einen Angebotsvergleich und/oder ein Rating vorlegen lassen, bei dem die Versicherungsbedingungen im Allgemeinen und die angesprochenen Klauseln berücksichtigt sind.

Gute Verträge für Kinder im Alter zwischen 1 bis 15 kosten zwischen 250 und 600 Euro im Jahr, je nach Höhe und Umfang der Leistungen. Die von der Finanztest im letzten Jahr am besten bewertete Kinderinvaliditätsversicherung leistet ab 50 GdB und kostet für eine lebenslange Rente von 1.000 Euro für Jungen und Mädchen bis zum 14. Lebensjahr 363 Euro, danach 470 Euro pro Jahr. Sie kann ab der 6 Woche bis zum 24. Lebensjahr abgeschlossen werden.

Dr. Guido Kirner, Finanzberatung & Versicherungsmakler, Weilheim in Oberbayern

Unfallversicherung mit besonderen Schutzklauseln

Private Unfallversicherungen waren und sind beliebt. Nicht selten gammelt noch ein alter Versicherungsschein in irgendwelchen Ordnern vor sich hin. Die Prämie wird fleißig bezahlt, vielleicht sogar von Eltern oder Großeltern, welche sie vor langer Zeit für einen abgeschlossen haben.

Welchen Schutz diese Absicherung noch bietet, ist aber selten wirklich klar. Eine Überpüfung wäre notwendig, doch wen interessiert das schon, es sei denn man hat den Schaden und wundert sich dann, weshalb eine Versicherung nicht zahlt.

Inzwischen haben die Versicherungsgesellschaften den Schutz regelrecht aufgebläht und bieten weit mehr als eine Zahlung nach einem klassischen Unfall. Was für den einen unnütz ist, kann für den anderen sehr interessant sein. Hier einige Beispiele:

Borreliose durch Zeckenbiss. Besonders betroffen: Pilzesammler, Waldarbeiter, Spaziergänger (mit Hunden), Landwirte usw.

Die durch einen Zeckenbiss übertragbare Borreliose ist eine tückische Krankheit, die bis zur völligen Lähmung fürhen kann. Gerade in süddeutschen Mittelgebirgen ist sie verbreitet.

Gute Unfallversicherungen haben diesbezüglich eine Klausel für Infektionskrankheiten durch Tiere, welche durch Hautverletzungen übertragen werden, z.B. Borreliose, Brucellose, Enzephalitis, Fleckfieber, Gelbfieber, Dreitagefieber, Menengistis usw.

Unter diese Klausel fallen auch:

Krankheiten durch Insektenstiche wie z.B. Malaria: Besonders betroffen: Tropenurlauber, Geschäftsreisende in Tropen usw.

Bänderriss, Kapselriss, Meniskusschaden usw.: Sportler, Fußballer, Handballer, Tennispieler, Skifahrer usw.

Hier bieten nur wenige Versicherungstarife wirklich guten Schutz. Die Vertragsbedingungen sind hier auf Klauseln zum Stichpunkt “Eigenbewegung” zu überprüfen. Versichert sind dann durch Eigenbewegung verursachte Schädigungen an Gliedmaßen und Wirbelsäule. Generell ausgeschlossen sind Schädigungen der Bandscheibe! Zumeisst auch Schäden des Meniskus.

Gute Tarife versichern aber auch durch erhöhte Kraftantrengungt oder Eigenbewegung verursachte Unfälle, Bauch- oder Unterleibs- und Knochenbrüche sowie Schädigungenm an Gliemaßen oder Wirbelsäule, Verrenkungen eines Gelenks, Zerrungen oder ZERREISSEN VON MUSKELN, SEHNEN, BÄNDER, KAPSELN ODER MENISKEN ! Sportler sollten hier hellhörig werden.

Tauchunfall:

Wer als Taucher keine spezielle Tauchversicherung abschließen möchte, der kann bei seiner Unfallversicherung auf die Absicherung tauchtypischen Gesundheitsschäden achten. Dazu gehören dann nicht nur der Schaden durch den Tauchunfall selbt, sondern auch die Kosten für die Dekompressionskammer.

Alkoholklausel:

Wer geht in Bayern nicht mal gerne in den Biergarten? Trinken Sie mal gerne ein Glas Wein? Haben Sie überprüft, ob ihre Versicherung bei einem Unfall nach Alkoholgenuß leistet? Die meisten zahlen dann nicht. Deshalb sollten sie unbedingt auf die Alkoholklausel achten! Gute Tarife sichern einen ab, auch bei bis zu 1,4 oder gar 1,6 Promille.

Schlägerei:

Wirtshaus- und Bierzeltschlägereien sind nicht mehr so verbreitet wie einst, dafür sind die Gewalttätigkeiten brutaler geworden. Auch dagegen bieten manche Unfallversicherungen Schutz, sofern man nicht selbst der Urheber der Auseinandersetzung war.

Assistance Leistungen:

Es gibt immer mehr Singlehaushalte. Angenommen Sie hätten einen schweren Unfall hinter sich, sind zu Hause aber immer noch schwer mitgenommen, wer kümmert sich um Sie? Wer kauft ein, erledigt die bürokratischen Angelegenheiten, fährt sie zum Arzt? Wenn Sie niemanden damit belasten wollen und können, dann schließen sie einfach solche Hilfeleistungen mit ein.

Dr. Guido Kirner, Finanzmakler & Versicherungsmakler im Oberland, Bayern

 

Private Unfallversicherung

In Deutschland ereignen sich ca. 24.000 Unfälle täglich. Die meisten – um die 70 % ereignen sich nicht am Arbeitsplatz, sondern im privaten Lebensbereich. Rund 9 Millionen Personen erfahren jährlich unfallbedingte Verletzungen und Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit und sind dadurch weniger leistungsfähig, berufsunfähig oder gar erwerbsunfähig.

Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur für Unfälle am Arbeitsplatz und wenn die Invalidität einen Grad von Mindestens 20% erreicht hat. Erhalten Personen keine Leistungen aus der Berufsgenossenschaft, sind für Sie die Unfallfolgen noch gravierender. Viele schließen deshalb eine private Unfallversicherung ab.

Unfallstatistik
Unfallstatistik

Besonders wichtig ist die Unfallversicherung für Personen, die keine anderweitige Absicherung haben bzw. haben können (Kinder, Hausfrauen). Für Arbeitnehmer, die über den Arbeitgeber abgesichert sind und zudem bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) in ausreichender Höhe haben, ist die Notwendigkeit geringer.

Die BUV ist sicherlich die bedeutendere Absicherung der Arbeitskraft und des Lebensstandards, zumal die Berufsunfähigkeit statistisch sehr viel häufiger vorkommt als die Unfallinvalidität. Damit sind wir schon bei der ersten großen Einschränkung: Die private Unfallversicherung zahlt nämlich in der Regel nur für die Folgen eines Unfalls, nicht aber bei Krankheit etc.

Was ist ein Unfall?

Der Unfall ist definiert als ein plötzlich von außen auf ein Körper wirkendes Ereignis das unfreiwillig zu einer Gesundheitsschädigung führt. Sind alle fünf Kriterien erfüllt, liegt ein Unfall vor. Die private Unfallversicherung gilt weltweit, rund um die Uhr in allen Lebensbereichen.

Was leistet die Unfallversicherung?

Nach einer dauerhaften Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit durch einen Unfall, entsteht der Anspruch auf eine Kapitalleistung aus der für den Invaliditätsfall versicherten Summe. Die Höhe richtet sich nach dem Grad der Invalidität, der in den meisten Fällen mit Hilfe der sog. Gliedertraxe bestimmt wird. Danach gelten feste Invaliditätsgrade für den Verlust der Gebrauchsfähigkeit von Körperteilen und Sinnen. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung leistet die private Unfallversicherung nach der Gliedertaxe ab jedem messbaren Invaliditätsgrad ab 1%. Die Prozentbewertung kann sich je nach Versicherer unterscheiden.

Unfallversicherung Gliedertaxe
Unfallversicherung Gliedertaxe

Wichtige Ausschlüsse

Wie jede Absicherungsart kennt auch die private Unfallversicherung wichtige Ausschlüsse. Auch diese unterscheiden sich je nach Tarif und Anbieter. Immer ausgeschlossen ist der Vorsatz: Wer sich also ein Finger abhackt um bei der Versicherung abzukassieren bekommt ein Problem. Auch die Unfallfolgen beim Versuch einer vorsätzlichen Straftat sind selbstredend nicht abgesichert. Verletzungen durch Kriegs- und Bürgerkriegsereignisse sowie von Unruhen, die vom Versicherten selbst angezettelt wurden, gibt es ebenfalls keine Leistungen. Für den Alltag sicherlich wichtiger ist der Ausschluss infolge von Geistes- und Bewusstseinsstörungen (Trunkenheit, Rauschgift, Epilepsie, Schlaganfall). Gute Tarife sichern aber auch bis zu einem gewissen Promillegrad und sogar für die Folgen einer Schlägerei.

Wichtige Einschlüsse

Auch für die private Unfallversicherung gilt: Wer nur auf den Preis schaut, weiß nicht was er hat und braucht sich nicht zu wundern, wenn der Versicherer in bestimmten Fällen nicht zahlt. Der Fußballer sollte sich z.B. informieren, ob die Folgen von Bänderrissen, Knie- und Fußverletzungen oder Meniskusschäden eingeschlossen sind. Der Pilzsammler sollte besser Vorsorge für Borreliose als Folge eines Zeckenbisses treffen usw. Auch hier gilt es die Leistungen auf die persönlichen Lebensumstände mit seinem Berater abzustimmen.

Fazit:

Die Unfallversicherung hat sich zu einem immer umfassenderen Absicherungspakt entwickelt mit Todesfallschutz, Genesungsgeld, Zahlungen für besondere Leistungen und vielem anderen mehr. Besonders die Nachfrage nach sog. Asistence-Leistungen ist gestiegen (Haushalt, Botengänge, Verwaltung, Pflege usw.). Nicht immer ist alles nötig, zumal wenn man anderweitig bereits gut abgesichert ist (Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Krankentagegeld, Schwere-Krankheiten-Versicherung, Grundfähigkeitsversicherung usw.).

Reden Sie mit einem Profi und erörtern Sie ihre persönliche Versorgungssituation (Risiken, Hobbies, Beruf, Familie und Kinder, Einkommen etc.).

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
Möchten Sie sich für den Fall der Invalidität absichern?