Pflege: Wann zahlen Kinder für die Eltern?

Der Industrie-Pensions-Verein (IPV) informiert in seiner Reihe „IPV Report“ Verbände und Unternehmen zu verschiedenen Themen rund um die betriebliche und private Altersversorgung sowie Gesundheitsvorsorge.

Der IPV hat aktuell einen neuen Report zum Thema „Wann müssen Kinder für Ihre Eltern zahlen?“ erstellt, in welchem auf das Risiko, im Pflegefall der Eltern über den Sozialhilferegress als Kind an den Kosten beteiligt zu werden, eingegangen wird. Sie finden ihn anhängend als pdf-Datei.

2015 02 IPV-Report Wann müssen Kinder für ihre Eltern zahlen_02-15

Berufsunfähigkeitsversicherung – das Nadelöhr in der Existenzabsicherung

Selten besteht solche Einigkeit unter Sozialpolitikern, Versicherungsbranche und Verbraucherschutz: die finanzielle Absicherung gegen den Verlust der Arbeitskraft gehört zu den dringlichen und wesentlichen Vorsorgemaßnahmen von Arbeitnehmern und Selbständigen. Umso erstaunlicher ist es, wie Anspruch und Wirklichkeit hier auseinanderfallen. Von den 42 Millionen Menschen, die in Deutschland in irgendeiner Form einer Arbeit nachgehen, besitzen nur etwa drei Millionen eine entsprechende Absicherung, nämlich die sog. Berufsunfähigkeitsversicherung.
Dabei geht eine versicherungsmathematische Studie der Deutschen Aktuarvereinigung davon aus: „43 Prozent der heute 20-jährigen Männer und 28 Prozent der heute 20-jährigen Frauen werden bis zum Rentenbeginn mit 65 Jahren einmal berufsunfähig sein.“ (Vgl. auch hier >>)

Die mangelnde Durchdringung dieser Existenzabsicherung hat auch politische Gründe: im Jahr 2001 wurde die Absicherung bei Berufsunfähigkeit aus der staatlichen Sozialversicherung für alle nach 1961 Geborenen herausgenommen und durch die Erwerbsminderungsrente mit weit schlechteren Leistungen ersetzt (vgl. hier >>). Verblüffend! Die  drastische Kürzung erregte kaum die Öffentlichkeit, obgleich sonst gerne jede soziale Schieflage mit dem Begriff der „Gerechtigkeitslücke“ kommentiert wird. Während also aktuell Milliarden für eine „Mütterrente“ unter dem Postulat der Gleichstellung verschiedener Rentenjahrgänge ausgegeben werden, wurden hier einfach mal willkürlich alle sozialversicherungspflichtigen Bürger unter 52 Jahren diskriminiert.

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Meine Finanzen – Ein neues Portal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

WWW.FAZ.NET/meinefinanzen>>

Mit dem obigen Link gelangen Sie auf das diesen Dienstag neu eröffnete Portal Meine Finanzen der FAZ online, das ich hiermit empfehlen möchte.

Hier kann man sich Rat zu unterschiedlichsten Bereichen der privaten Finanzplanung holen und entsprechend informieren.

Guido Kirner

 

Die Geburt eines Kindes. Eine kurze Checkliste für Finanzen und Vorsorge

Vor, mit und nach der Geburt eines Kindes entsteht zumeist eine zunächst unruhige Zeit. Die Geburt selbst ist aufregend, Großeltern und Freunde kommen zu Besuch, Gratulationen, viele mehr oder weniger nützliche Tipps, ein neuer Lebensrhythmus, kurz: Neuorientierung wird verlangt bis sich die Routinen einstellen. Auch müssen bestimmte zunächst lästige aber wichtige Formalitäten abgearbeitet werden. Einige davon betreffen Finanzen und Vorsorge.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchte ich hier in Form einer Art Checkliste eine erste Orientierung geben, was beachtet werden sollte.

–          Klärung der Krankenversicherung

Die Krankenversicherung des neugeborenen Kindes richtet sich in der Regel nach jener der Eltern und stellt in den meisten Fällen kein Problem dar. Sie müssen ihr Kind eben nur bei der Krankenkasse anmelden.

Komplizierter wird es bei verheirateten Ehepaaren, wenn ein Elternteil gesetzlich, das andere aber privat krankenversichert ist. Ich habe die komplizierten Regelungen einmal in einem Artikel auf dem Blog zu ordnen versucht und genauer dargestellt [siehe hier>>]. Am besten Sie klären die Mitgliedschaft vor der Geburt, zumal ja bereits die Geburt selbst einen medizinischen Eingriff darstellt und auch für die anschließenden U-Untersuchungen geklärt sein sollte, wie ihr Kind versichert ist. In der privaten Krankenversicherung (PKV) ist unbedingt die Zwei-Monatsfrist zu beachten. Nur innerhalb dieser Frist nach der Geburt wird das Kind ohne Gesundheitsfragen automatisch nachversichert. Informieren Sie sich also bereits im Vorfeld der Geburt bei Ihrer Krankenkasse.

–          Kindergeld beantragen

Einer der ersten bürokratischen Schritte nach der Geburt ihres Kindes sollte die Beantragung des Kindergeldes sein. Denn erst wenn Kindergeldstelle und Kindergeldnummer vorhanden sind, können weitere Schritte veranlasst werden.

Download PDF: MB-Kindergeld>>

–          Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Dazu zählt z.B. die Klärung der Frage, ob es für Sie steuerlich günstiger ist, Kindergeld zu bekommen oder ob sie sich besser einen Kinderfreibetrag eintragen lassen. Letzteres wird sich für höhere Einkommen lohnen. Hierfür prüft das Finanzamt, was günstiger ist, jedoch nicht die Ansprüche selbst und auch nicht deren Höhe. Folglich muss das Kindergeld überhaupt erst einmal beantragt sein. Ihr Steuerberater wird Ihnen dabei helfen. Man kann sich daran orientieren, dass für Alleinerziehende ab einem Bruttoeinkommen von 35.000 Euro und für zusammenveranlagte Ehepaare ab 63.000 Euro Freibeträge günstiger sind. Das Kindergeld wird mindestens bis zum 18. Lebensjahr, längstens bis zum 25. Lebensjahr des Kindes bezahlt.

Siehe auch hier>>

–          Steuerklassen prüfen und ggf. wechseln

Mit der Geburt des Kindes kann sich die berufliche und zeitliche Situation der Eltern erheblich ändern. Das wirkt sich auch auf die jeweilige Einkommenssituation aus. Deshalb sollten verheiratete Paare ihre Steuerklassen prüfen. Falls die z.B. die Frau zur Betreuung des Kindes erst einmal zu Haus bleibt, kann sich ein Wechsel von Steuerklasse 5 in Steuerklasse 3 lohnen. Der Tausch ist allerdings sieben Monate vor der Geburt vorzunehmen. Fragen Sie auch dazu ihren Steuerberater rechtzeitig.

–          Elterngeld beantragen

Vorausgesetzt beide Eltern können und möchten sich eine Auszeit nehmen, um sich ihrem Neugeborenen mindestens zwei Monate zu widmen, sollte das sog. Elterngeld beantragt werden, welches bis zu 14 Monaten bezahlt wird. Die Höhe beträgt 300-1800 Euro, je nach dem Prozentsatz des Nettoeinkommens (i.d.R. ca. 65 %). Die Berechnungsgrundlage wird sich dieses Jahr noch ändern, wobei statt dem realen Nettolohn Pauschale Beträge berechnet werden.

–          Bei Riesterverträgen: Kinderzulage beantragen

Sofern Sie in einen sog. Riestervertrag sparen und Ihnen die Kindergeldstelle und Kindergeldnummer bereits bekannt ist, sollten sie auch die Zulage für Ihr Kind beantragen, immerhin 300 Euro die ihnen der Staat im Jahr als Zulage obendrauf einbezahlt. Nehmen sie also Kontakt zu der Gesellschaft auf, bei welcher sie den Riestervertrag abgeschlossen haben oder kontaktieren sie ihren Vermittler. Er wird Ihnen sicherlich gerne behilflich sein und den Antrag vorzubereiten.

–          In der Haftpflichtversicherung: Schutz auch für Kinder unter 7 Jahren

Die Haftpflichtversicherung gehört zur Basisausstattung der Existenzsicherung. Sie ist überdies günstig (50-100 Euro im Jahr). Prüfen sie also, ob sie einen Familientarif in der Haftpflichtversicherung haben. Als Alleinerziehender gibt es auch (wenige, aber sehr gute) Tarife, die ihr Kind kostenlos mitversichert.

Grundsätzlich haften Eltern für Handlungen ihrer Kinder, auch wenn sie unmündig anderen einen Schaden zufügen. Denn es besteht eine Aufsichtspflicht. Diese kann aber nicht als Totalüberwachung ausgelegt werden. Wenn keine Aufsichtspflichtverletzung nachgewiesen werden kann geht der Geschädigte leer aus. Handelt es sich um einen Nachbarn (dessen Auto z.B. vom Roller ihres Kindes zerkratzt wurde) kann hier unnötiger Ärger entstehen, zumal gute Tarife hier durchaus Schutz bieten. Wenden Sie sich an ihren Versicherungsvermittler und lassen ihren Tarif einmal daraufhin überprüfen.

–          Schutz bei Invalidität oder Krankheit

Auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Schule und zurück sind Kinder (ähnlich wie Arbeitnehmer) grundsätzlich unfallversichert. Jedoch sind hier einige Feinheiten zu beachten, so muss z.B. der direkte Weg genommen werden usw. Letztlich haben Kinder aber darüber hinaus und insbesondere in ihrer Freizeit (bei Sport und Spiel), wo die häufigsten Unfälle passieren, keine finanzielle Absicherung (siehe auch hier>>). Sie sollten deshalb für ihr Kind eine Private Unfallrente und Invaliditätssumme absichern, die keinen hohen Kostenaufwand darstellen. Empfohlen wird darüber hinaus auch eine Absicherung für lange und schwere Krankheiten. Lesen sie dazu folgenden Artikel Unfallversicherung resp. Invaliditätsversicherungen auf meinem Blog>>

–          Finanzielle Absicherung im Todesfall der Eltern

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, umso größer können aber die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Todesfalls von Vater und/oder Mutter für das Kind (und den überlebenden Elternteil) sein. Auch muss berücksichtigt werden, ob ggf. Hypotheken oder andere Verbindlichkeiten zu bedienen sind. Kinder, Lebens- und Ehepartner sollten keine Schulden erben. Wahrscheinlich fällt auch ein Einkommen weg. Die Lebenshaltungskosten müssen jedenfalls irgendwie aufgebracht werden. Deshalb sollten Eltern eine Risikolebensversicherung abschließen. Gerade für junge Paare ist diese Absicherung zudem recht günstig: 100.000 Euro Absicherung kosten im Monat oft weniger als eine Pizza (sofern keine erhöhten Risiken in Beruf, Hobby oder Gesundheit vorliegen).

–          Betreuungskosten absetzen

Bis zum 14. Lebensjahr können Sie Beiträge für einen Kindergartenplatz, für einen Hort oder eine Tagesmutter steuerlich geltend machen. Das gilt nur für die Betreuung, nicht für Verpflegung. Zwei Drittel sind absetzbar bis maximal 4000 Euro im Jahr. Selbst die Benzinkosten für die Anfahrt der Großeltern können abgesetzt werden. Siehe auch hier>>

–          Zuschüsse vom Arbeitgeber?

Vielleicht möchte Sie auch Ihr Arbeitgeber bei den Betreungskosten z.B. für die Kita unterstützen. Möglicherweise haben Sie im Arbeitsvertrag, tarifvertraglich Vereinbarungen getroffen, die sie nutzen können. Vielleicht möchte Sie ihr Chef auch einfach wieder gerne möglichst schnell in der Firma sehen und hat offene Ohren für Ihr Anliegen. Fragen Sie ihren Arbeitgeber zu den Möglichkeiten.

–          Kostenloses Sparplankonto als Ausbildungsversicherung

Nach der Geburt eines Kindes fragen nicht selten Großeltern, Onkel und Tanten, wie sie das Kind finanziell unterstützen können. Der Klassiker ist sicherlich das Sparbuch, jedoch liegen hier die Zinsen unterhalb der Teuerungsraten. Von sog. Ausbildungsversicherungen (egtl. mit kürzerer Laufzeit abgeschlossene Kapitallebensversicherungen) rate ich mangels Flexibilität und Kosten eher ab.

Eröffnen Sie besser ein kostenloses Fondssparplankonto, auf welchem Sie und andere sinnvoll Geld für Ihr Kind ansparen können, sei es für den Führerschein, für einen längeren Auslandsaufenthalt, für das erste Auto, für das Studium …..Gründe (und Kosten) gibt es genug.

Dr. Guido Kirner (Polling/Weilheim)

Pflegekosten

Was kostet die Pflege über die gesetzliche Pflegeversicherung hinaus?

Aktuelle beziehen knapp 2,5 Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherungen. Eine neue Studie, nämlich der Pflegereport der Barmer Ersatzkasse gibt darüber Auskunft. 10 Prozent müssen dabei fast 100.000 Euro für die Pflege bis zum Tod aus der eigenen Tasche zahlen. Im Durchschnitt liegen die Kosten bei 37.000 Euro in der Spitze bei bis zu 300.000 Euro. Die Gesamtkosten sind freilich mehr als doppelt so hoch, da die Pflegeversicherung im Schnitt für weniger als die Hälfte der Kosten aufkommt.

Wie werden die Kosten beglichen?

Die Pflegeheime bzw. Pflegedienste holen sich das Geld direkt von den Angehörigen, zunächst vom Ehepartnern, dann von den Kindern, bis im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr zu holen ist, weil Rücklagen und Vermögenswerte aufgebraucht sind. So manches Erbe, so manche Immobilie muss daran glauben. Hier gilt: Kinder haften für ihre Eltern. Erst danach springt die Sozialhilfe ein.

Politische Kosmetik

Immer wieder gibt es politische Initiativen gegen den Pflegenotstand, sei es beim mangelnden Personal, den leeren Kassen in den Sozialversicherungen, bei bestimmten Erkrankungen (z.B. Demenz), nun sind wir beim sog. Pflege-Bahr, benannt nach dem Gesundheitsminister, der private Pflegezusatzversicherungen mit 5 Euro pro Monat fördern möchte. Experten sehen hierin kaum eine Lösung der Probleme.

Bedarfsberechnung

Die Berechnung, was Pflege im Einzelfall kosten kann ist einfach. Ich muss einfach vom berechneten Pflegeaufwand die gesetzlichen Zuzahlungen abziehen. Der Rest muss irgendwie beglichen werden.

Hier finden Sie als PDF die wichtigsten Informationen zur Pflegeversicherung und zur Berechnung des eigenen Aufwandes bei vollstationärer Pflege. Die Null können SIe mit ihren eigenen Werten ersetzen.

DOWNLOAD: Pflegetagegeldberechnung KIRNER-FINANZ

Guido Kirner (Polling bei Weilheim i.OB)