Die Rürup-Rente (Basis-Rente) im Kurzüberblick

Besonders geeignet:

Die sog. Basisrente eignet sich besonders für nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige und ältere Arbeitnehmer mit höherem Einkommen. Für Selbständige ist es die einzige Art, Steuervorteile für den Aufbau einer Privatrente erhalten zu können.

Allgemeines

Die Basis-Rente wurde mit dem Alterseinkünftegesetz und dem darin vorgesehenen Übergang zur nachgelagerten Besteuerung eingeführt. Die Versicherungswirtschaft spricht von „privater Basisrente“. Ein Vertrag kann in Form einer konventionellen privaten Rentenversicherung oder als fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen werden. Auch Bankprodukte in Form von Sparplänen mit einem Auszahlungsplan sind möglich.

Vorteile:

– Beiträge zum Aufbau einer Rürup-Rente sind im Rahmen der gesetzlichen Höchstbeiträge unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abziehbar
– Zahlung einer monatlichen, lebenslangen Rente
– Kann als konventionelle Rentenversicherung oder als fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen werden
Damit ist erstmals eine fondsgebundene LV steuerlich abzugsfähig
– Hartz-IV-sicher
– Nicht pfändbar (insolvenzsicher).
– Möglichkeiten von Zusatzversicherungen (steuerlich gefördert = BUZ, Hinterbliebenenrente, Erwerbsminderungsrente; steuerlich nicht gefördert = Risikoversicherung)

Nachteile:

– kein Anspruch auf vorzeitige Auszahlung
– Ansprüche nicht vererbbar, beleihbar, veräußerbar oder kapitalisierbar
– Rente darf nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres beginnen
– Kein Kapitalwahlrecht

Steuerliche Berücksichtigung

Steuer Basisrente
Steuer Basisrente

a) der Beiträge

• Sonderausgabenabzug für Ledige 20.000 €, für Verheiratete 40.000 €
• Im Jahr 2010 sind innerhalb dieser Grenze 70 % der geleisteten Zahlungen steuerlich absetzbar
• Bis 2025 steigt die Höchstgrenze des Sonderausgabenabzugs um jährlich 2%-Punkte auf dann 100%

Basisrente: steuerfreie Beiträge
Basisrente: steuerfreie Beiträge

b) der Rentenzahlungen

Besteuerung Basisrente in der Rentenbezugsphase
Besteuerung Basisrente in der Rentenbezugsphase

• Gehören zu den „Sonstigen Einkünften“ im Sinne des EStG
• Bei Rentenbeginn ab 2040 voll steuerpflichtig
• Vor 2040 gestaffelt steuerpflichtig
• Ob und in welcher Höhe Einkommenssteuer anfällt, hängt von den übrigen Einkünften und den persönliche Freibeträgen des Steuerpflichtigen ab.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner & Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
Sie möchten wissen, ob die Rürup-Rente ihnen Vorteile bringt?

Lebensversicherung und ETFs

Eigentlich müssten sich die Lebensversicherungsgesellschaften ein Wettrennen liefern, wer als erstes das beste Produkt auf den Markt wirft, bei dem im Mantel einer privaten Rentenversicherung das Deckungskapital über börsennotierte Indexfonds (sog. ETFs) aufgebaut wird. Doch obgleich die ETFs – was die Kapitalzuflüsse anbetrifft – als die erfolgreichsten Anlageprodukte der letzten Jahre gelten können, herrscht weitgehend Schweigen zu diesem Thema: keine großangelegten Werbekampagnen, kaum brauchbare Informationen im Internet, auch liest man nichts in einschlägigen Fachzeitschriften.

Was sind ETFs?

Bei ETFs handelt es sich um einen Hybrid zwischen Investmentfonds und Aktien. Die Fonds sind so konstruiert, dass die in ihnen enthaltenen Aktien (nach Diversifikation und Gewichtung) exakt einen Börsen-Index abbilden (DAX, S&P 500, Dow Jones, E-Stoxx 50, Nasdac 100, MSCI World u.v.a.m.). Inzwischen werden hunderte Indices in ETF-Produkten angeboten, so dass sich damit beinahe die gesamte Aktienwelt rund um den Globus abbilden lässt.

Vorteile von ETFs

ETFs haben Vorteile: sie haben erheblich geringere Kosten als Investmentfonds, sie sind äußerst transparent, es besteht ein fortlaufender Börsenhandel und hohe Liquidität und sie bieten auf einfache Weise eine hohe Risikostreuung bzw. Diversifikation.  Der vermeintlich Nachteil, dass auf ein aktives Fondsmanagement verzichtet wird, relativiert sich oder kehrt sich sogar zum Vorteil, wenn man bedenkt, dass es eh nur um die 20 % der Fondsmanager schaffen, die jeweilige Benchmark, d.h. den Vergleichsindex zu schlagen. Und wenn dies eine Minderheit kann, dann selten dauerhaft. Je effizienter die Märkte sind, desto schwieriger wird es für die Fondsmanager eine Outperformance zu generieren. Schließlich stellen die ETFs wie Investmentfonds ein geschütztes Sondervermögen dar und haben deshalb im Unterschied zu Zertifikaten kein Emittentenrisiko (man denke an die Lehman-Zertifikate). Also warum für den langfristigen Kapitalaufbau nicht gleich in ein passives Investment der ETFs investieren?

ETF und Lebensversicherung: eine gute Kombination?

Sicherlich, man kann sich ETFs auch direkt ins Depot legen. Zwar bieten die Banken diese Produkte kaum von sich aus an, weil sich mit ihnen weniger verdienen lässt als mit herkömmlichen und am besten hauseigenen Investmentprodukten. Aber gerade deshalb könnte das der Versicherungsbranche zum Vorteil gereichen, wenn sie in diesem Bereich mehr Engagement zeigen würde. Der Mantel der Lebensversicherung trägt trotz aller Schmähungen zur Disziplinierung des Sparvorgangs bei – und das wird sehr häufig übersehen: die Disziplin ist beim Sparvorgang letztlich wichtiger als die Rendite. Zwar soll die durchschnittliche Lebensdauer der Lebensversicherungen aufgrund vorzeitiger Kündigungen nur bei ca. 8 Jahren liegen; doch ist das immer noch weitaus länger als bei den meisten Fondssparplänen. Zudem könnten sich im Mantel einer Rentenversicherung Vorteile aus der Ertragsanteilbesteuerung im Vergleich zur Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge ergeben.

Handlungsbedarf

Warum also rührt sich so wenig? Die Gründe liegen wohl eher in der Trägheit bei  Vertrieb und Tradition. Noch die wenigsten Berater, ganz zu schweigen von jenen der großen (und kleinen) Finanzvertriebe haben überhaupt Ahnung, was ETFs sind. Nur eine kleine Elite beschäftigt sich damit und könnte ihre Möglichkeiten (dann auf Honorarbasis) darlegen. Die fondgebundene Lebens- bzw. Rentenversicherung hat sich im Laufe der Zeit zu einem immer umfangreichere und damit kostspieligen Produkt entwickelt, d.h. zu einer Art Vermögensverwaltung im Versicherungsmantel. Leider werden dann aber die großen Möglichkeiten nach Abschluss vom Versicherungsnehmer kaum genutzt. Eine ETF-Lebensversicherung könnte wieder den Weg zur neuen Einfachheit bestreiten. Mit nur 25 ETFs ließen sich alle Wünsche für ein breit diversifiziertes Depot abbilden. Einmal festgelegt sollte es 20-30 Jahre ohne große Änderungen bespart werden. Wahrscheinlich wäre der Ertrag mit erheblich weniger Aufwand und Kosten mindestens genauso gut wie bei einer klassischen fondgebundenen Lebensversicherungen mit Investmentfonds. Jedenfalls sollte man es dem Verbraucher anbieten.

Hoffnung machen einzelne Versicherungen (von einer weiß ich), die schon mal einen ETF-Dachfonds in ihren Fondspolicen mit anbieten; und gerade dieser ETF-Dachfonds hat bewiesen, was er selbst in Zeiten der Finanzkrise im Unterscheid zu den meisten Investmentfonds zu leisten vermag. Es kann also nicht mehr lange Dauern und die Versicherungsbranche wird ETF-Policen konzipieren. Es braucht dann aber eben auch die Leute, die diese Produkte den potentiellen Kunden erläutern können.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner & Versicherungsmakler, Weilheim i.OB

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