Preisentwicklung der Immobilien in Oberbayern – Inflation bei Vermögenswerten

Die Nachrichten über sich verteuernden Baugrund und Immobilien in Oberbayern und insbesondere München reißen nicht ab. Nun berichtet das Marktforschungsinstitut des Maklerverbandes IVD über die Preisentwicklung. Allein zwischen Frühjahr und Herbst diesen Jahres 2012 gibt es Preissteigerungen über 3 bis 6 Prozent. Alles Weitere zeigt die folgende Tabelle (Quelle IVD):

Oberbayern München
Baugrund Einfamilienhaus + 3,2 % + 14,8 %
Baugrund Geschossbau + 6,9 % + 4,2 %
Einfamilienhaus freistehend + 3,9 % + 4,7 %
Reihenmittelhaus – Bestand + 5,7 % + 2,5 %
Reihenmittelhaus – Neubau + 4,4 % + 3,2 %
Doppelhaushälfte – Bestand + 6,1 % + 2,7 %
Doppelhaushälfte – Neubau + 5,2 % + 2,4 %
Eigentumswhg. – Bestand + 4,0 % + 5,6 %
Eigentumswhg. – Neubau + 3,1 % + 4,2 %

Angesichts der anhaltenden Preisentwicklung wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob es sich um eine Immobilienblase handele. Dies wird von Experten in der Regel verneint, zumal die Situation mit jener in den USA oder Spanien kaum vergleichbar ist. Die Nachfrage ist echt und das Angebot knapp. Weder gibt es ein Überangebot an Immobilien durch einen angeheizten Bauboom, noch wird die Nachfrage durch fragwürdige Kreditvergabepraktiken geschürt. Sicherlich hängt das zunehmende Kaufinteresse nicht nur von Familien von Privatnutzern wie Kapitalanlegern mit der Finanzkrise und einer Flucht in Sachwerte mangels Ideen für alternative Anlagemöglichkeiten zusammen. Aber von einer Blasenbildung kann hier wohl noch nicht gesprochen werden.

Meine Interpretation ist die, dass es sich hier um eine klassische Vermögenspreisinflation handelt, angetrieben durch billiges Geld, d.h. mit niedrigen Zinssätzen und Furcht vor einem Finanzcrash aufgrund der Überschuldungskrise.

Dr. Guido Kirner (Polling)

 

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