“Mythos Hausbank” in der Baufinanzierung

Ein Finanzierungsspezialist äußert sich (>>hier>>) zum Mythos Hausbank bei der Immobilienfinanzierung und fragt, ob der Vertrauensvorschuss (über Girokonto und Sparpläne) überhaupt gerechtfertigt ist.

Was hat der Kunde davon mit einem leistungsstarken Angebot eines freien Vermittlers zur Hausbank zu gehen? Selbst wenn die Hausbank dann mit ihrem Angebot „gleichziehe“, sei das nur oberflächlich positiv: zum einen offenbare sie damit im Bereich der Preisfindung nur die Kernkompetenz des Nachmachens; überdies könne dann erwartet werden, dass die Hausbank die verlorene Marge zwischen Hausbankzins und verhandeltem Zins wieder hereinzuholen versuche, z.B. bei Zusatzprodukten.

Da die Immobilienfinanzierung in der Dimension und Bedeutung fast immer alle anderen Finanzprodukte in der Schatten stelle, solle der Kunde gut überlegen, „ob es sinnvoll ist, die Verantwortung für dieses Wagnis einem Institut in die Hände zu legen, dass zwar gut beim Girokonto ist, allerdings in Tests zu Baufinanzierungen nicht oder schlecht abschneidet.“

Ich kann dem nur beipflichten. Hinzufügen möchte ich: gewisse Banken gestalten die Finanzierung des öfteren mittels Bausparverträge, Aufteilung der Finanzierungssumme über unterschiedliche Zinsbindungsfristen usw. derart, dass der Kunde bei der Anschlussfinanzierung (Prolongation zumeist nach 10 Jahren) kaum von der Hausbank loskommt, um günstigere Angebote zu nutzen. Spätestens dann wird die geliebte Hausbank ihre Verhandlungsposition auszunützen.

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Guido Kirner

Dr. Guido Kirner arbeitet seit über 10 Jahren als selbständiger und unabhäniger Finanzmakler mit sämtlichen IHK-Qualifikationen für kirnerfinanz. Er lebt und arbeitet in Polling bei Weilheim im oberbayerischen Pfaffenwinkel, ist promovierter Historiker und Sozialwissenschaftler (Heidelberg, Paris, Berlin) mit BWL Zusatzstudium (Fernuni Hagen). Während und nach seinem Studium arbeitete er u.a. als Mitarbeiter im Bundestag, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), als Dozent und Wissenschaftler an der Berliner Humboldt-Universität und als Redakteur bei der Gazette. Er betätigt sich als Finanzblogger, schreibt Artikel für Fachorgane (z.B. dasinvestment.com) und Zeitungen, bespricht regelmäßig Fachbücher zum Thema Wirtschaft und Finanzen. Er machte sein Abitur am Abitur Kolleg St. Blasien / Schw., wuchs in der Pfalz auf und wurde 1967 in Mannheim geboren.

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