“Wohn-Riester” – Bausparkassen im Test

Die Deutschen suchen gerne Sicherheit in der Immobile. Ob es sich dabei um eine wirklich sichere Investition handelt, hängt von mehreren Faktoren ab, ist aber keineswegs ein Naturgesetz. Jedenfalls benötigt man meistens eine Finanzierung. Hier wiederum ist der Bausparer ebenfalls immer noch sehr beliebt. Ob sich der Einsatz eines Bausparvertrages für die Baufinanzierung wirklich lohnt – zumal in einer Niedrigzinsphase, sei dahingestellt; ebenso ob ein Bausparvertrag in Form einer Riesterrente das geeignetste Produkt für die Altersvorsorge ist.

Heute darf scheinbar jeder alles: Banken verkaufen Versicherungen, Investments finden im Versicherungsmantel statt und Bausparkassen dürfen auch bei der Altersversorgung mitmischen. Ob das alles zum Vorteil des Kunden ist, darf bezweifelt werden. Zur oft geforderten Transparenz trägt es jedenfalls nicht bei. Der sog. Wohnriestervertrag findet im Vergleich zu anderen Formen wie Lebensversicherung und Banksparpläne eher geringen Absatz. Dort wo er gute Aufnahme findet, kommen beim Kunden zumeist drei Faktoren zusammen: Der Wunsch nach Sicherheit des Bausparens, der Wille zum Erwerb einer Immobilie und eine gewisse “Halbinformiertheit”.

Es ist mir schon des öfteren begegnet, dass Kunden, die vom Wohn-Riester angetan waren, einiges über Zulagen und Steuervorteile in der Ansparphase wussten, jedoch kaum etwas über die Besteuerung im Alter. Diese gestaltet sich im Unterscheid zu anderen Riesterverträgen schon deshalb komplizierter, weil das angesparte Vermögen im Alter nicht in liquider Form vorliegt. Es ist verbaut. Das große Stöhnen wird diesbezüglich dann wohl in ca. 15-20 Jahren losgehen, wenn die ersten Verträge in größerer Zahl in die Besteuerungsphase eintreten und entsprechende Nachzahlungen drohen.

Ich finde: wer bauen will soll bauen und sich ein möglichst günstiges Annuitätendarlehen sichern. Wer seine Rente verbessern möchte, der solle dies tun, indem er – zumindest für die Basisversorgung – in ein Produkt spart, das im eine lebenslange Auszahlung (die sog. Leibrente) garantieren kann, und das können eben nur Lebensversicherer. Selbst Banken bzw. Kapitalanlagegesellschaften müssen das in Form von Sparplänen angesparte Kapital ihrer Kunden im Alter in eine Lebensversicherung umschichten, die diese noch gar nicht kennen. Und das soll günstiger sein? “Schuster bleib bei deinen Leisten” möchte man hier ausrufen.

Wenn jemand nun aber unbedingt einen Wohn-Riester möchte, dann sollte er dies wenigsten bei einem sehr guten Anbieter tun. Hierbei hilft jetzt eine aufwendige Untersuchung von FMH Finanzberatung im Auftrag für das Handelsblatt die Verträge mittels der Barwertmethode verglichen hat. Der Tarif F Maxx der BHW am besten abgschnitten. Es folgten Dt. BSK Badenia, LBS Wewst, Alte Leipziger, LBS Nord. (vgl. den Artigel im Handelsblatt vom 18.22.2010, Nr. 224, S. 39).

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner, Weilheim i.OB

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