142.000.000.000 €

Einhundertzweiundvierzigmilliarden Euro ist inzwischen die Garantiesumme des deutschen Bundes und damit seiner Steuerzahler (grob 1.775 € pro Einwohner) für eine Münchner Bank, seit in einer Nacht-und-Nebel-Aktion am letzten Freitag abermals Geld (40 Mrd. €) für die Hypo Real Estate nachgeschossen werden musste.

Die Summe umfasst also ungefähr die Hälfte des gesamten Bundeshaushaltes. Jeder Bürger sollte seinen Abgeordneten fragen, weshalb es diese Bank eigentlich noch gibt, die bis heute keine Gewinne einfährt. Auch wenn das Geld als Garantie noch nicht ausgegeben ist, entsprechende Rückstellungen müssen für den schlimmsten Fall eingeplant werden und der stetige Geldbedarf dieser Bank lässt schlimmes erahnen.

Jeder Bürger könnte überlegen, was sich mit diesem Geld machen ließe. Wie viele Bahnhöfe ließen sich (wie in Stuttgart geplant) unter die Erde verlegen, wie viel Laufzeit von Kraftwerken oder Strom ließe sich davon bezahlen oder für sinnvolle energiepolitische Projekte ausgeben, wie lange könnte man davon wirtschaftsfreundliche Mittelstandspolitik oder Standortförderung betreiben und wo ließen sich da nicht überall Bildungs- und Integrationsprojekte auf schier unbegrenzte Zeit bezahlen, so dass es sogar einem Herrn Sarazin die Sprache verschlagen dürfte?

War sie wirklich “to big to fail”, d.h. so bedeutend, dass ihr Untergang die gesamte Finanzbranche mit in den Abgrund gerissen hätte? Der Untergang der Lehman Bank ist gut verschmerzt worden. Nach ein paar Jahren redet niemand mehr davon. Wäre eine geplante und professionell abgewickelte Insolvenz wirklich teurer gekommen mit unabsehbaren Folgen, wie viele Experten behaupten. Bevor man dem zustimmt, sollte erst einmal die Interessenlage geklärt werden, wer wirklich davon profitiert hat, dass diese Zombiebanken weiterleben. Möglicherweise insbesondere ein paar andere Banken, die starken politischen Einfluss in Berlin haben.

Die Belastung durch diese Bank hat einen Vorteil: Die Höhe der Summe ihres Schadens ist so hoch und damit so abstrakt, dass sich die Bürger lieber um ihren Gemeindeetat kümmern, wo oft Projekte scheitern, weil hier und da 50.000 Euro fehlen. Aber fragen Sie doch trotzdem einmal ihren Abgeordneten, weshalb es diese Bank eigentlich noch gibt. Schließlich kommt dieser Abgeordnete ja auch nicht mit einem Geldkoffer vorbei und wirft jedem Handwerker oder Kleinunternehmen Millionen hinterher, wenn dieser in finanziellen Schwierigkeiten ist – oder?

(angefügt) UND JETZT AUCH DAS NOCH>>

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner aus Weilheim i.OB

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