Neue Regeln für Schufa-Auskunft

Kostenlose Auskunft für Verbraucher

Ab 1. April 2010 hat jeder Verbraucher Anspruch darauf zu wissen, welche Daten eine Auskunftei (neben Schufa auch Creditreform, Infoscore, Deltavista, Bürgel usw.) zu seiner Person gespeichert hat und wer die Daten zu welchem Zweck bekommt. Diese Auskunft muss auf schriftlichen Antrag einmal pro Jahr kostenlos erteilt werden.

Score

Diese Auskunfteien berechnen aus gespeicherten Daten einen Score-Wert für das Zahlungsverhalten und die Zahlungsfähigkeit, den sich insbesondere Banken, aber auch Versandunternehmen oder Mobiltelefongesellschaften zur Prüfung der Bonität eines Kunden nutzen. Die Berechnungsweisen waren und sind teilweise umstritten, insbesondere jene, wo Anschriftendaten verwendet wurden.

Voraussetzungen für Meldung

Ab April ist auch geregelt, unter welchen Voraussetzungen Firmen die Auskunfteien über offene Rechnungen informieren dürfen, nämlich erst, wenn ihre Forderung auch rechtskräftig festgestellt und anerkannt wurde. Alternativ dazu reicht es, wenn folgende vier Voraussetzungen erfüllt sind:
– Der Schuldner muss mindestens zwei Mal schriftlich gemahnt worden sein
– Zwischen diesen Mahnungen liegen mindestens vier Wochen
– Die Forderung ist vom Schuldner unbestritten
– Der Schuldner wurde über die bevorstehende Meldung an eine Auskunftei unterrichtet

Informationspflicht

Banken melden Daten zu Verträgen, deren Verlauf und Ende schon lange an Auskunfteien. Nun müssen sie ihre Kunden vor Vertragsabschluss ausdrücklich darüber informieren. Dafür ist eine schriftliche Zustimmung nicht mehr nötig. Damit endet die sogenannte Schufa-Klausel, die bisher an jeden Kreditvertrag gekoppelt war. Dies erleichtert auch die Darlehensanfrage für eine Immobilienfinanzierung.

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Guido Kirner

Dr. Guido Kirner arbeitet seit über 10 Jahren als selbständiger und unabhäniger Finanzmakler mit sämtlichen IHK-Qualifikationen für kirnerfinanz. Er lebt und arbeitet in Polling bei Weilheim im oberbayerischen Pfaffenwinkel, ist promovierter Historiker und Sozialwissenschaftler (Heidelberg, Paris, Berlin) mit BWL Zusatzstudium (Fernuni Hagen). Während und nach seinem Studium arbeitete er u.a. als Mitarbeiter im Bundestag, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), als Dozent und Wissenschaftler an der Berliner Humboldt-Universität und als Redakteur bei der Gazette. Er betätigt sich als Finanzblogger, schreibt Artikel für Fachorgane (z.B. dasinvestment.com) und Zeitungen, bespricht regelmäßig Fachbücher zum Thema Wirtschaft und Finanzen. Er machte sein Abitur am Abitur Kolleg St. Blasien / Schw., wuchs in der Pfalz auf und wurde 1967 in Mannheim geboren.