Die Riester-Rente bzw. Zulagenrente (Altersvorsorge)

Die Riester-Rente (auch Zulagenrente genannt) ist wahrlich kein Geheimtipp. Über 12 Millionen Bundesbürger sparen inzwischen in ein zertifiziertes Riesterprodukt – etwa 9 Millionen in Form einer Lebensversicherung – und das trotz aller anfänglichen Kritik bei ihrer Einführung im Jahr 2001 (auch von Zeitschriften wie Finanztest). Ein Grund dafür war sicherlich auch der erhöhte bürokratische Aufwand beim Dauerzulagenantrages, der aber mit Verbesserungen 2005 erheblich reduziert worden ist. Der Erfolg der Riesterrente kann als eine Art Abstimmung über die Notwendigkeit gesehen werden, die gesetzliche Rente um einen kapitalgedeckten Baustein zu ergänzen.

Konkret funktioniert die Riesterrente einfach so: Spare etwas von deinem Nettogehalt für die Altersvorsorge in einen Riestervertrag – zumeist eine Lebensversicherung, aber auch Banksparpläne oder Bausparverträge sind möglich – und der Staat wird diesen Sparvorgang unter bestimmten Auflagen mit einer Zulage bezuschussen. Darüber hinaus sind während der Ansparphase auch Steuervorteile möglich.

Für wen lohnt sich die Riesterrente?

Die Förderquote der Riesterrente hängt von mehreren Faktoren ab: vom eigenen Einkommen, dem Familienstand, der Anzahl der zu erziehenden Kindern und selbstverständlich welcher Betrag in einen Riestervertrag gespart wird. Die hohen Förderquoten (25-80 %) werden durch eine Kombination von Zulagen und Steuervorteilen erzielt. Geringverdiener mit mehreren Kindern profitieren eher von den Zulagen, Personen mit höheren Einkommen profitieren dagegen eher von den Steuervorteilen. Gerade für Bezieher höherer Einkommen ist die Riesterförderung eine Alternative, lassen sich die Beiträge in der Ansparphase im Rahmen der gesetzlichen Höchstgrenze vollständig als Sonderausgaben absetzen.

Wer darf riestern?

Die Riesterförderung ist an die Sozialversicherung gekoppelt. Grundsätzlich ist jeder, der Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abführt, auch riesterberechtigt. Dazu gehören neben allen Pflichtversicherten auch Auszubildende, pflichtversicherte Selbständige (Handwerker) Wehr- und Zivildienstleistende, Bezieher von Lohnersatzleistungen, Versicherte in der Kindererziehungszeit (3 Jahre), Versicherte in der landwirtschaftlichen Alterskasse (LAK), geringfügig Beschäftigte, die auf die Sozialversicherungsfreiheit verzichtet haben, Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst mit beamtenähnlicher Besoldung (VBL), aber auch Beamte Richter und Soldaten.
Nicht gefördert werden Selbständige ohne sozialversicherungspflicht oder freiwillig Versicherte, Pflichtversicherte in den berufsständischen Versorgungswerken (Ärzte, Rechtsanwälte etc.), Studenten, die während des Studiums erforderliche Praktika ableisten und regelmäßig unter 400 € verdienen und Empfänger von Berufs- bzw. Erwerbsminderungsrenten (es sei denn sie gehen gleichzeitig einer versicherungspflichtigen Arbeit nach).

Welche Zulagen bekomme ich?

Seit dem Jahr 2008 erhält jeder Erwachsene eine Grundzulage von 154 € im Jahr, Kinder bekommen eine Zulage von 185 €. Für ab 2008 geborene Kinder beträgt die Zulage 300 €. Förderberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben erhalten eine erhöhte Grundzulage von 200 €. Die Zulagen werden dem Riestervertrag gutgeschrieben.

Voraussetzung für den Erhalt der vollen Zulage ist, dass 4% der rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des vorangegangenen Kalenderjahres abzüglich der Zulagen (mindestens jedoch den Sockelbeitrag von 60 € im Jahr) als Eigenbeitrag in einen Riestervertrag gespart werden (§10a EStG). Die Sparhöchstleistung (Eigenleistung und Zulage) liegt bei 2.100 Euro Bei geringerem Eigenbeitrag wird die Zulage entsprechend gekürzt. So kann z.B. ein Ehepaar mit zwei Kindern pro Jahr eine Zulage von bis zu 908 € bekommen.

Ehepaare werden besonders gefördert. So kann selbst der Ehepartner, der nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, mittelbar über seinen Ehepartner einen eigenen Riestervertrag abschließen. Er zahlt den Sockelbeitrag von 60 € im Jahr ein und erhält eine Zulage von 154 € geschenkt. Darüber hinaus ist es möglich auch die Kinderzulagen in diesen Vertrag zu sparen, sofern es sich um die kindergeldberechtigte Person handelt.

Steuerliche Behandlung?

Die Summe aus Eigenbeitrag und Zulagen darf als Sonderausgabenabzug geltend gemacht werden. Bei der Einkommenssteuererklärung prüft das Finanzamt automatisch, ob eine zusätzliche jährliche Steuerersparnis vorliegt. Ist das der Fall, wird diese im Zuge der Einkommenssteuererklärung überwiesen. So kann z.B. ein Alleinstehender mit 40.000 € Jahresbruttogehalt neben der Grundzulage noch eine Steuerersparnis von 402 € im Jahr erzielen.

Im Alter, also während der Rentenbezugsphase, werden die Riesterrenten gem. § 22 Nr. 5 EStG nachgelagert mit ihrem dann gültigen persönlichen Steuersatz besteuert. Der Steuervorteil resultiert also insbesondere für den Fall, dass jemand während der Berufsausübung hohe Steuerleistungen erbringen muss, seine Einnahmen als Rentner aber eher gering ansetzt und sich die nachgelagerte Besteuerung kaum auswirkt.

Weitere Kriterien für Riesterverträge

Der Gesetzgeber hat nach dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) weitere Bedingungen an eine Riesterrente geknüpft. Nur die Wichtigsten seien hier genannt: Grundsätzlich kann die Riesterrente erst ab Vollendung des 60. Lebensjahres und nur in Form einer lebenslangen Rente bezogen werden. Eine Teilkapitalisierung bis zu 30 % des zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehenden Kapitals ist allerdings möglich.

Fazit:

Die Riesterrente kann auf die Zulage (Geringverdiener, kinderreiche Familien) oder auf den steuerlichen Sonderausgabenabzug (Singles mit höheren Einkommen) hin optimiert werden. Ihre genaue Förderquote lässt sich nur im Rahmen einer genauen Berechnung unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände feststellen. Sie sollten dazu ihren Berater konsultieren und mit ihm die Vor- und Nachteile abwägen. Ferner sollten sie ihren Berater konsultieren, wenn sich ihr Einkommen oder ihre Lebensumstände verändern (Geburt, Heirat usw.). Ihr Riestervertrag sollte entsprechend optimiert und in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Immer wieder liest man, dass Milliarden an Fördergeldern pro Jahr im Rahmen der Riesterverträge gar nicht abgerufen werden, sei es, dass die Kunden schlecht beraten wurden oder einen schlechten Service erhalten Das sollte Ihnen nicht passieren.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner und Versicherungsmakler, Weilheim i.OB
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6 thoughts on “Die Riester-Rente bzw. Zulagenrente (Altersvorsorge)”

  1. Wer in vor hat einen Riester-Vertrag abzuschließen, sollte das noch din iesem Jahr machen, denn ab dem nächsten Jahr wird der Sparbetrag nicht mehr ab dem 60. Geburtstag ausgezahlt, sondern erst ab dem 62. Lebensjahr.

  2. Sehr gut dargestellt. Doch eine kleinigkeit wenn ich darf würd ich gern hinzufügen 😉

    Die staatliche Garantie ist auch noch so ein Vorteil. Diese Garantie bedeutet das die eingezahlten Beiträge und die Erhaltenen Zulagen egal ob es die Grund- oder Kinderzulagen sind sind, sind ebenfalls Garantiert. Mit Garantiert ist gemeint das dieEigenbeiträge und Zulagen mindestens ausbezahlt werden. Das heißt wenn man die Zulagen als Wert zuwachs sieht, ist dieser sogar garantiert. Doch mal abgesehen davon sind auch die Überzahlungen garantiert. Sprich man zahlt mehr als der Förderhöchstbeitrag von 2100 € im Jahr ein, so sind diese Beträge die Überzahlungen. Man kann bis zu 40.000 € pro jahr in seinen Riestervertrag einsparen und diese sind ebenfalls garantiert. Undas beste daran ist, wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre gelaufen ist, sind alle Erträge aus den Überzahlungen zur hälfte STEUERFREI.

    Danke

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