Börse & Banker, gestern und heute

ZITAT „Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als Banker in der Londoner City zwischen 20 und 11 Uhr ins Büro kamen. Um halb eins gab’s den ersten Sherry, dann speiste man ausgiebig mit interessanten Leuten zu Mittag. Dann musste man noch im Büro bleiben, bis die Wall Street aufmacht: mit fünf Stunden Zeitunterschied, also bis halb vier Uhr nachmittags. Danach fuhren alle nach Hause. Das hat sich vollkommen verändert. Eine permanente Informationsverfügbarkeit hat eine neue Art von Wirtschaftssubjekten geschaffen: Leute, die vierundzwanzig Stunden arbeiten und sich völlig kaputtmachen. Zwischendurch wird sich zur Erholung betrunken, danach geht es wieder ins Büro, weil in Hongkong, an der Wall Street oder wo auch immer ständig etwas passiert. Das ist eine faszinierende Entwicklung.“
Lord Ralf Dahrendorf, Interview in der FAZ 10.10.2008: S. 44.