Deutsche Firmen, die sich durch hervorragende international gefragte Produkte auszeichnen, sind nicht unbedingt Finanzgenies. So weist Stephan Schulmeister, derzeit Wirtschaftsforscher beim IWF im Handelsblatt (27.11.2010, S. 9) darauf hin, dass die deutschen Unternehmen vorbildlich über Jahrzehnte mehr Geld in ihre Firmen investiert haben, als ihre Gewinne hergaben. Deshalb mussten sie zusätzliches Geld aufnehmen. Das ist ihre Aufgabe.

Ab 2003 habe sich dies geändert. Nach der Restrukturierung stiegen die Unternehmensgewinne deutlich. Die Unternhemen häuften mehrere Jahre Geld an und investierten primär in Form von Bankeinlagen, Aktien und Finanzdirevaten. Da viele deutsche Firmen Exportüberschusse erwirtschafteten mussten sie ihr Geld auch in ausländische Finanztitel anlegen. In den Jahren 2004 – 2009 beliefen sich die jährlichen Zuflüsse an Nettofinanzvermögen im Ausland auf 982 Milliarden Euro . Der Bestandswert an diesem Vermögen lag Ende 2009 aber nur noch bei 527 Milliarden Euro.

Wo sind die 455 Milliarden Euro?

Diese haben sich hauptsächlich durch die von Banken verkauften Schroittpapiere, Bewewrtungsverluste durch Dollar-Abwertungen und Aktienkursverfall verflüchtigt.
Schade….das Geld wäre besser in die Firmen investiert worden.

Dr. Guido Kirner, Finanzplaner, Weilheim i.OB.

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2 Responses to “Wo sind die 455 Mrd. Euro?”

  • Kurt:

    “Die Unternhemen häuften mehrere Jahre Geld an und investierten primär in Form von Bankeinlagen, Aktien und Finanzdirevaten.”

    Gerade bei international operierenden und exportorientierten Unternehmen sind Investitionen in Aktien und Finanzderivate nicht unbedingt – wie angedeutet – mit einer direkten Absicht auf Gewinnerzielung behaftet, sondern stellen vielmehr praktisch angewandte Instrumente zur Diversifizierung und zum Hedgen von Währungs- und Beschaffungsrisiken dar. Nicht so zu handeln hätte die eine oder andere Firma deutlich teurer zu stehen kommen können.

  • Hallo Kurt,
    Selbstverständlich. Schon allein um Währungsrisiken abzusichern sind solche Anlagen notwendig. Es ist nur interessant zu sehen: auch Spezialisten in den Finanzabteilungen von Unternehmen lassen sich anscheinend von Hochglanzprospekten und Bankverkäufergeschwätz beeindrucken, statt bewährte Methoden einer soliden Anlagepolitik zu nutzen.

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